Typische Probleme in der Pubertät und wie man damit umgeht

Die Pubertät gilt als Übergang von der Kindheit ins Erwachsenenalter. Dieser Lebensabschnitt verläuft jedoch nicht immer ohne Probleme.

Tipps für Eltern von pubertierenden Teenagern

Während der Pubertät kommt es bei Jugendlichen nicht nur zu zahlreichen körperlichen, sondern auch zu ^seelischen Veränderungen, was sich vor allem durch Stimmungsschwankungen bemerkbar macht. So sind Jugendliche in dieser Lebensphase häufig sehr launisch, was wiederum zu Konflikten mit ihren Eltern führt.

Typische Streitpunkte

Probleme zwischen Kindern und Eltern während der Pubertät sind nicht ungewöhnlich. So entwickeln sich viele Kinder zu launischen Rebellen, die ihre Eltern mitunter zur Verzweiflung treiben können. Bei diesen entsteht dann oft die Angst, dass sich ihr Kind von ihnen entfremdet.

  • Da Eltern über einen Beschützerinstinkt verfügen, möchten sie ihre Kinder während dieser schwierigen Lebensphase vor negativen Auswirkungen bewahren.

  • Die Jugendlichen versuchen dagegen ihre Grenzen auszuloten, sodass ihr Verhalten mitunter an die Trotzphase aus der Kleinkindzeit erinnert.

    Außerdem stellen sie viele Dinge und Situationen infrage und beginnen, eine eigene Meinung zu entwickeln, an der sie auch dann festhalten, wenn sie unvernünftig ist.

Regeln zum Ausgehen

Ein häufig auftretendes Problem während der Pubertät sind Konflikte um das Weggehen. So entbrennt zwischen Eltern und Kindern immer wieder Streit darüber,

  • ob das Kind weggehen darf,
  • wohin es geht und
  • wie lange es wegbleiben kann.

Dass Eltern Regeln festlegen, ist unbedingt notwendig, da sie ihren Kindern damit das Gefühl vermitteln, wichtig zu sein.

Aus diesem Grund wird empfohlen, je nach Alter vernünftige Ausgehzeiten festzulegen, zum Beispiel:

  • bis 22 Uhr für 14-Jährige
  • bis 23 Uhr für 15-Jährige
  • bis 0 Uhr für 16-Jährige

Hält sich das Kind nicht an die Absprachen, müssen Konsequenzen erfolgen. Dabei sollten Eltern Konflikte nicht scheuen und ihrem Kind klarmachen, dass man aus Liebe und Sorge wissen möchte, wo und bei wem es sich aufhält.

Hinweise in Sachen Aufklärung

Für viele Eltern ist es ein Problem, während der Pubertät mit ihren Kindern über Sexualität zu sprechen. So haben sie Angst, ihr eigenes Intimleben dabei offenlegen zu müssen - dies ist jedoch nicht erforderlich.

Stattdessen genügt es, Fragen der Kinder zu beantworten und mit ihnen über wichtige Themen wie

zu reden. Dabei sollten beide Elternteile als Ansprechpartner dienen. Hilfreich zur Informationsvermittlung können auch entsprechende Bücher oder Broschüren sein.

Es gibt zahlreiche typische Probleme in der Pubertät, über die wir im Folgenden samt Tipps zum richtigen Umgang eingehen.

Der richtige Umgang mit Partynächten bei Jugendlichen in der Pubertät

Die meisten Jugendlichen verbringen das Wochenende am liebsten mit Freunden auf Partys, bei denen kräftig gefeiert wird. Da die Pubertät ohnehin eine Zeit der Abnabelung ist, erwarten die Teens von ihren Erzeugern deutlich mehr Freiheiten und Entgegenkommen, was jedoch nicht selten Konflikte hervorruft.

Regeln aufstellen und ihren Grund erklären

Dennoch müssen die Eltern bei der Regelung von Partys auf klare Absprachen achten. Dabei sollte man seinen Kindern klarmachen, aus welchen Gründen die besprochenen Regeln gelten. So müssen die Vorschriften beachtet werden, um sie vor Gefahren zu schützen und nicht, um sie zu drangsalieren.

Umso wichtiger ist es, dass die Eltern ihre Standpunkte klar aussprechen. Gleichzeitig gilt aber auch zu bedenken, dass die Kinder Selbstvertrauen und Verantwortungsgefühl aufbauen müssen, wozu es wiederum nötig ist, eigene Erfahrungen zu sammeln. Ein besonders wichtiger Punkt ist, dass man seinem Kind Vertrauen schenkt und ihm dies auch deutlich mitteilt.

Ausgehzeiten

Um Konflikte gar nicht erst entstehen zu lassen, empfiehlt es sich, faire Ausgehzeiten für die Sprösslinge zu bestimmen.

  • Grundsätzlich sollten Besuche auf Partys oder in der Disco am Wochenende kein Problem sein.
  • Dagegen darf in der Woche nur dann gefeiert werden, wenn am nächsten Tag schulfrei ist.

Ein häufiger Problempunkt ist die Zeit, in der das Kind nach Hause kommen soll. Experten empfehlen, die Ausgehzeiten an das Kindesalter anzupassen. So gilt zum Beispiel für 12- bis 13-jährige bis 21 Uhr nach Hause zu kommen.

Ab 14 Jahren darf man bis 22 Uhr wegbleiben und ab 15 Jahren bis 23 Uhr. Kinder über 16 Jahren können bis 0 Uhr weggehen. Dabei lässt sich in manchen Fällen auch mal ein Auge zudrücken, was davon abhängt, an welchem Ort die Feier stattfindet.

Jugendschutzgesetz zum Thema Ausgehen

Die Ausgehzeiten werden auch vom Jugendschutzgesetz vorgegeben. Wird gegen die darin erteilten Grenzen verstoßen, lässt sich dies mit einem Bußgeld ahnden.

Aufenthalt in Gaststätten für Minderjährige

Für den Fall, dass ein Teenager ohne seine Eltern oder einen anderen Erziehungsberechtigten in der Öffentlichkeit unterwegs ist, gelten bestimmte Richtzeiten. So haben unter 16-jährige Jugendliche das Recht, in Gaststätten zwischen 5 und 23 Uhr zu verkehren, sofern sie dort etwas trinken oder essen. Das Gleiche gilt, wenn sie verreisen.

Über 16-jährige Kinder haben das Recht, sich bis 0 Uhr in der Gaststätte aufzuhalten. Ab 18 Jahren entfallen jegliche Beschränkungen.

In Discotheken oder Clubs haben Jugendliche über 16 die Möglichkeit, bis 0 Uhr zu feiern. Ab 18 Jahren darf zeitlich uneingeschränkt gefeiert werden.

Kinobesuch für Minderjährige

Strenge Regeln gibt es auch für Kinobesuche. Zum Beispiel dürfen Kinder unter 14 Jahren alleine keine Filmvorstellung sehen, die nach 20 Uhr endet. Für Kinder zwischen 14 und 15 Jahren muss der Film um 22 Uhr enden. Bei 16- bis 17-jährigen gilt 0 Uhr als letzter Termin.

Ebenfalls zu berücksichtigen ist die jeweilige Altersfreigabe des Streifens. Sind die Jugendlichen in Begleitung einer erziehungsbeauftragten Person, gelten Ausnahmen. So haben sie dann die Gelegenheit, sich unbegrenzt lange in der Gaststätte oder Diskothek aufzuhalten.

Sicher nach Hause kommen

Ein häufiger Konfliktpunkt ist die Frage, wie das Kind nach der Party wieder unversehrt in die heimischen vier Wände zurückkehrt. Da Jugendliche leicht Opfer von Gewaltverbrechen werden können, ist es ratsam, sie nicht alleine nach Hause kommen zu lassen.

Gute Möglichkeiten, die Kinder abzuholen, bieten:

  • Eltern-Taxis
  • Fahrgemeinschaften
  • spezielle Disco- und Nachtbusse

Außerdem ist es wichtig, dass das Kind stets genügend Taxigeld bei sich hat, um jederzeit nach Hause kommen zu können.

Trotz aller guten Vorgaben kann es passieren, dass sich das Kind nicht an die abgemachten Regeln hält und zu spät heimkehrt, weil es den Bus bzw. Zug verpasst oder einfach die Zeit vergessen hat.

  • Hält sich der Sprössling sonst immer pünktlich an die vereinbarten Zeiten, sollte dies kein Problem sein.
  • Werden die getroffenen Vereinbarungen jedoch wiederholt ignoriert, empfiehlt es sich, Konsequenzen zu ziehen und die nächste Party zu streichen.

Der richtige Umgang mit Alkoholkonsum bei Jugendlichen in der Pubertät

Mit der Pubertät erwacht bei den meisten Jugendlichen auch die Neugier nach alkoholischen Getränken. Nicht selten sorgt der Umgang mit Alkohol für Konflikte mit den Eltern.

Vorbildfunktion der Eltern

Dass Alkohol ein ganz selbstverständlicher Bestandteil des Alltags der Erwachsenen ist, wird von Kindern und Jugendlichen schon frühzeitig registriert. Ab dem 14. Lebensjahr beginnen Jugendliche im Durchschnitt das erste Mal alkoholische Getränke zu konsumieren, sodass Alkohol auch in der Pubertät oft eine wichtige Rolle spielt.

Der Umgang mit Alkohol wird in der Pubertät stark von den Eltern geprägt. So übernehmen viele Kinder das Trinkverhalten ihrer Mutter oder ihres Vaters. Daher ist es überaus wichtig, dass die Eltern auch auf ihren eigenen Alkoholgenuss achten, wenn sie von ihren Sprösslingen erwarten, maßvoll alkoholische Getränke zu konsumieren.

Aufklärung überaus wichtig

Bei jugendlichem Alkoholgenuss besteht die Gefahr, dass die Risiken, die dadurch entstehen, als zu gering eingestuft werden. Aus diesem Grund sollten Eltern ihre Kinder rechtzeitig darüber aufklären.

Zu den häufigsten Problemen, die in der Pubertät durch alkoholische Getränke entstehen, zählen in erster Linie

  • Gewaltbereitschaft
  • aggressives Verhalten
  • Fahruntüchtigkeit und
  • eine Alkoholvergiftung.

Dadurch erhöht sich wiederum das Risiko von Unfällen und Verletzungen. Ein weiteres Problem ist, dass betrunkene Jugendliche häufig Opfer von sexuellen oder gewalttätigen Übergriffen werden.

Darüber hinaus besteht die Gefahr, dass durch den Alkoholkonsum auch andere Menschen in Mitleidenschaft geraten und zu Schaden kommen. Doch nicht immer sind mit übermäßigem Alkoholgenuss nur Gefahren verbunden.

Auch kommt es häufig zu:

Regeln festlegen

Da Jugendliche feste Regeln benötigen, ist es ratsam, zum Thema Alkohol einige aufzustellen. Wichtig ist dabei, dass die Eltern auf das Alter, das Verantwortungsbewusstsein sowie die Reife ihres Sprösslings achten.

Darüber hinaus macht es wenig Sinn, direkt vor einer Party dem Kind längere Moralpredigten zu halten. Stattdessen empfiehlt es sich, den Alkoholkonsum in einem passenden Moment im Alltag anzusprechen.

Da die Eltern kaum nachprüfen können, ob sich ihr Kind an die vorher vereinbarten Auflagen hält, ist es wichtig, dem Sprössling zu signalisieren, dass er großes Vertrauen erhält. Kommt es zu einem Bruch dieses Vertrauens, muss das Kind mit unangenehmen Konsequenzen rechnen.

Was ab welchem Alter getrunken werden darf

Veranstaltet der Sprössling selbst einmal eine Party, empfiehlt es sich, zuvor zu besprechen, welche Getränke ins Glas gelangen.

  • Sowohl harte alkoholische Getränke als auch Mixgetränke dürfen nicht an unter 18-Jährige ausgeschenkt werden.
  • Als vertretbare Getränke gelten dagegen ab einem Alter von 15 bis 16 Jahren Wein, Sekt und Bier.

Wichtig ist, dass das Kind darüber Bescheid weiß, dass die eigenen Eltern letztlich die Verantwortung tragen, falls die Gäste auf der Feier durch Alkoholgenuss geschädigt werden.

Das Gespräch suchen

Da Jugendliche es gerade in der Anfangszeit oft mit Alkoholkonsum übertreiben, ist es sehr wichtig, ruhig mit dem Kind zu reden, wenn es einmal betrunken nach Hause kommt. Dabei sollte man seinem Kind die Chance geben, die Situation von sich aus zu erklären, selbst wenn man noch so wütend ist. Gleichzeitig muss klargestellt werden, dass man dieses Verhalten nicht hinnimmt und ein erneuter Vorfall Konsequenzen nach sich zieht.

Ab wann das Verhalten kritisch wird

Für den Fall, dass das Kind häufiger betrunken ist, gilt es, die Ursachen für sein Verhalten herauszubekommen. So kann es mitunter sein, dass

  • Angst
  • Frustrationen oder
  • Sorgen

mit dem Alkohol betäubt werden sollen. Grund zur Sorge besteht, wenn das Kind an jedem Wochenende viel Alkohol trinkt, sogar in der Schule alkoholische Getränke zu sich nimmt und deswegen auch schon Ärger hatte. Außerdem betrinkt sich das Kind ohne Gesellschaft - in solchen Fällen besteht die Gefahr einer beginnenden Alkoholabhängigkeit.

Der richtige Umgang mit Nikotinkonsum bei Jugendlichen in der Pubertät

Ein weiteres häufiges Problem während der Pubertät ist der Konsum von Zigaretten. So reagiert der junge Körper auf die enthaltenen Giftstoffe besonders anfällig.

Warum Jugendliche mit dem Rauchen anfangen

Obwohl in den letzten Jahren weniger Teenager zu Zigaretten griffen, ist die Anzahl rauchender Jugendlicher noch immer viel zu hoch. So wird häufig einfach eine Zigarette angesteckt, weil

  • es alle anderen ja auch tun
  • man neugierig ist wie sie schmeckt oder
  • man den anderen imponieren möchte.

Nicht selten soll durch das Rauchen ein erwachsenes Verhalten dargestellt werden. Darüber hinaus fühlen sich viele Teenager selbstbewusster, wenn sie es ihrer Clique gleichtun können. Bei zahlreichen Mädchen geht auch der Glaube um, dass der Nikotinkonsum eine schlankere Linie bewirkt und umgekehrt: Wer mit dem Rauchen aufhört, wird dick.

Der Einfluss des sozialen Umfelds

Im Kindesalter werden Zigaretten eher als ekelhaft eingestuft. Mit dem Lebensabschnitt der Pubertät steigt das Interesse an ihnen jedoch deutlich. Allerdings spielt das soziale Umfeld eine wichtige Rolle dabei, ab wann Teenager damit beginnen zu rauchen und ob sie dies dann auch regelmäßig tun.

So können zwar die Eltern durchaus einen wichtigen Gradmesser darstellen, doch auch die Freunde spielen eine entscheidende Rolle.

Jugendschutzgesetz zum Thema Rauchen

Eine eindeutige Sprache zum Thema Rauchen bei Jugendlichen spricht das Thema Jugendschutzgesetz. So dürfen Jugendliche unter 18 Jahren in der Öffentlichkeit nicht rauchen.

Davon betroffen sind nicht nur Zigaretten oder Zigarren, sondern auch die so genannten Wasserpfeifen, die durch ihren fruchtigen Geschmack und kaum beißenden, da gekühlten Rauch besonders beliebt sind.

Mit seinem Kind über das Rauchen sprechen

Genau wie der Alkoholkonsum ist auch der Nikotinkonsum ein delikates Gesprächsthema zischen Eltern und Kindern. Anstatt dem Kind Vorhaltungen zu machen, gilt es als besser, wenn es seine Ansichten erläutern kann. Dabei sollten die Eltern herausfinden, was ihr Kind am Rauchen so gut findet.

  • Wichtig ist, dass der Sprössling über falsche Annahmen aufgeklärt wird.
  • Auch Alternativen sollten vorgebracht werden.
  • Wer als Vater oder Mutter selbst nicht raucht, weil es gesundheitsschädlich ist, muss dies seinem Kind klarmachen und Nichtraucher-Regeln für Zuhause aufstellen.

Möchte der Sprössling mit dem Nikotinkonsum wieder aufhören, empfiehlt es sich, ihn mit kleinen Belohnungen zu unterstützen und Verständnis für Rückfälle aufzubringen. Wichtig ist dabei auch, reichlich Geduld zu zeigen.

Wenn die Eltern selbst Raucher sind

Sind Mutter oder Vater selbst Raucher, wirkt es oft scheinheilig, wenn sie sich wegen des Nikotinskonsums ihres Sprösslings sorgen. Dennoch ist es wichtig, das Rauchen des Kindes abzulehnen und mit ihm über das Thema zu reden. Dabei sollten vor allem die Nachteile, die durch das Rauchen entstehen, angesprochen werden. Vielleicht gelingt es ja auch, das eigene Rauchverhalten erfolgreich auf den Prüfstand zu stellen.

Der richtige Umgang mit Drogenkonsum bei Jugendlichen in der Pubertät

Manche Jugendliche greifen während der Pubertät sogar zu harten Drogen. Umso wichtiger ist es, von den Eltern dagegen gestärkt zu werden.

Beliebte harte Drogen

In den meisten Fällen werden die Drogen nur aus Neugier konsumiert. Ein großes Problem für Jugendliche sind sogenannte harte Drogen. Dabei handelt es sich um:

Wenn aus dem Gelegenheitskonsum eine Sucht entsteht

Ob aus einem Gelegenheitskonsum eine richtige Drogensucht wird, ist von unterschiedlichen Faktoren abhängig. Dazu gehören vor allem:

  • die Konsumgewohnheiten von Eltern und Freunden
  • die eigene Persönlichkeit
  • eventuelle private Probleme
  • eine mangelnde Zukunftsperspektive
  • die Art der konsumierten Suchtstoffe

Um eine Sucht handelt es sich aber erst, wenn Geist und Körper nicht mehr imstande sind, auf die Droge zu verzichten. So gibt der Süchtige der Sucht mehrmals täglich nach und kann selbst dann nicht von ihr lassen, wenn es ihm und seinen Mitmenschen schadet.

Jugendliche gegen Drogen stärken

Obwohl der Erziehungsstil beim Ausbruch einer Drogensucht keine maßgebliche Rolle spielt, lassen sich die Risiken durchaus vermindern. So ist es überaus wichtig, dass das Grundvertrauen des Kindes gestärkt wird.

Dies gilt nicht nur für das Kind selbst, sondern auch für seine Eltern und sein soziales Umfeld. Das heißt, dass der Sprössling auf seine eigenen Fähigkeiten und den Rückhalt seiner Familie vertrauen sollte.

Besonders bedeutsam ist dabei, dem Kind Wege aufzuzeigen, wie es mit Enttäuschungen und Stress umgehen kann. Als gute Möglichkeiten dazu gelten

Nicht selten ist jedoch auch Langeweile eine Ursache von Drogensucht. Daher sollte das Kind mindestens ein Hobby haben, dem es voll und ganz mit Begeisterung nachgehen kann. Gilt es, eine Krise oder seelischen Schmerz zu überwinden, darf auch die Inanspruchnahme von professioneller Hilfe nicht gescheut werden.

Drogenkonsum erkennen

Ob das eigene Kind Drogen konsumiert, kann oft nicht leicht erkannt werden. Als mögliche Hinweise gelten:

Aber auch das Nachlassen von schulischen Leistungen oder das Vernachlässigen von Freunden können ein mögliches Indiz für die Sucht sein. Nicht selten bitten die betroffenen Kinder häufig um Geld.

Allerdings können diese Indizien auch andere Gründe haben. Daher ist es wichtig, mit seinem Kind zu reden, bevor man falsche Schlussfolgerungen zieht.

Der richtige Umgang mit Gewalt bei Jugendlichen in der Pubertät

Nicht selten führt die Pubertät zu gewalttätigen Konflikten zwischen Jugendlichen. Dabei ist der Umgang mit Gewalt jedoch sehr unterschiedlich. Während manche Teenager stets ruhig bleiben, werden andere auch ohne einen konkreten Grund rasch sehr aggressiv.

Während der Pubertät geraten die Hormone ins Chaos. Gleichzeitig kommt es zu überschüssiger Energie des Körpers, was wiederum Aggressionen und damit die Bereitschaft zu Gewalt auslöst.

Ursachen für erhöhte Gewaltbereitschaft

Gewalttätiges Verhalten wird kaum nur durch einen einzigen Grund ausgelöst. So kommt es in den meisten Fällen zu einer Mischung aus den Lebensbedingungen des Jugendlichen und persönlichen Problemen, die die Gewalt auslöst.

Gruppenzwang

Bei vielen Teenagern besteht der Wunsch, von den gleichaltrigen Jugendlichen anerkannt zu werden. So ist die Meinung der Clique während der Pubertät besonders wichtig. Definiert sich die Anerkennung durch die anderen jedoch durch Gewalt, wird dies zum Problem. So werden Gewalttaten häufig durch Gruppen begangen.

Alkoholmissbrauch

Ein weiteres Problem ist der hohe Alkoholkonsum in Gesellschaft. Durch das Trinken von Alkohol steigt jedoch die Bereitschaft zur Gewalt an.

Ebenfalls von Bedeutung ist das Umfeld in der Nähe. Sind keine altersgerechten Freizeitangebote vorhanden, können Gewalttaten eine interessante Abwechslung bieten. So entsteht Gewalt unter Jugendlichen häufig nur aus Langeweile.

Eigene Gewalterfahrungen

Zu beachten ist aber auch die eigene Gewalterfahrung. Nicht selten sind diejenigen, die sich gewalttätig verhalten, selbst in der Schule oder in den heimischen vier Wänden Opfer von Gewalttaten geworden.

Einfluss von Computerspielen

Nach wie vor erbittert diskutiert wird auch der Einfluss von gewalttätigen Computer- und Videospielen. So neigen keineswegs alle Jugendlichen, die an Ego-Shootern sitzen, zur Gewalttätigkeit.

Dennoch ist es für Eltern durchaus sinnvoll, wenn sie sich dafür interessieren, was ihre Kinder in den Medien verfolgen.

Kind vor Gewalt schützen

Da Gewalt gegen Jugendliche beinahe immer von anderen Jugendlichen ausgeht, sollten Eltern ihre Kinder vor Gewalttätigkeiten schützen.

  • Dazu gehört vor allem das Einüben eines selbstbewussten Auftretens, denn die Täter machen meist gezielt Jagd auf Kinder, die unsicher oder schwach wirken.
  • Darüber hinaus empfiehlt es sich, dem Kind keine größeren Geldbeträge mitzugeben. Wertsachen sollten eine individuelle Kennzeichnung erhalten.
  • Falls es zu einem Ernstfall kommt, ist es wichtig, dass der Jugendliche weiß, wie er sich verhalten sollte. So wird empfohlen, Beleidigungen zu ignorieren und gegebenenfalls Passanten um Hilfe zu ersuchen.
  • Im Notfall kann auch die Polizei alarmiert werden. Dies wird von vielen Jugendlichen allerdings gefürchtet. Oftmals ist es jedoch nur mit einer Anzeige möglich, weitere Gewalttätigkeiten zu vermeiden.
  • Kommt es zu Gewaltakten in der Schule, muss auch die Schulleitung in Kenntnis gesetzt werden.

Der richtige Umgang mit autoaggressivem Verhalten bei Jugendlichen in der Pubertät

Selbstverletzendes Verhalten in der Pubertät

Spricht man von autoaggressivem Verhalten, sind damit Selbstverletzungen des eigenen Körpers gemeint. Dabei kann es sich um

handeln. Besonders häufig tritt dieses Verhalten bei Jugendlichen in der Pubertät auf.

Formen der Selbstverletzung

Selbstverletzungen sind überaus unterschiedlich. In den meisten Fällen ritzen sich die betroffenen Jugendlichen mit

in die Haut. Aber auch

können vorkommen. In den meisten Fällen nimmt das Ritzen in der Pubertät seinen Anfang. Nicht selten setzt es sich bis ins junge Erwachsenenalter fort. Besonders betroffen von Autoaggressionen sind Mädchen.

Ursachen für autoaggressives Verhalten

In den meisten Fällen wird autoaggressives Gebaren durch mehrere Faktoren ausgelöst. Bei diesen Selbstverletzungen handelt es sich jedoch normalerweise nicht um einen Suizidversuch. Stattdessen stellt das autoaggressive Verhalten einen Weg dar, um mit dem Gefühlschaos, das bei jungen Menschen während der Pubertät herrscht, fertigzuwerden.

Ebenso kann die Selbstverletzung dazu dienen, sich selbst zu bestrafen. Das heißt, dass die betroffenen Personen sich mit dem Ritzen für Fehler bestrafen. Nicht selten herrscht bei ihnen ein negatives Selbstbild, aber auch Zwangsstörungen oder Depressionen sind keine Seltenheit.

Bei vielen Betroffenen wird das Ritzen als Ventil genutzt, um auf diese Weise

  • Ängste
  • Wut oder
  • Anspannung

zu begegnen. Dabei soll die Gefühlsbelastung mit physischen Schmerzen verringert werden. Auf die Schmerzen kommt es zu einer Reaktion des Körpers, indem er verstärkt Endorphine ausschüttet.

Dadurch entsteht wiederum ein entspannendes Gefühl. Mitunter dient das Ritzen aber auch als Selbstvergewisserung. Das heißt, dass die Betroffenen ihren eigenen Körper spüren wollen.

Meist besteht bei den betroffenen Personen ein Mangel an Selbstwertgefühl. In Extremfällen stellt das Ritzen sogar eine regelrechte Sucht dar. So bleibt den Betroffenen nichts anderes übrig, als sich immer wieder zu schneiden.

Doch auch sexueller Missbrauch im Kindesalter kann verantwortlich dafür sein, dass sich die Kinder später in der Pubertät selbst bewusst Schmerzen zufügen.

Es gibt auch Jugendliche, bei denen die Selbstverletzungen noch recht harmlos ablaufen, trotzdem sollten auch diese nicht ignoriert werden. Sie

Der Auslöser, dass Kinder sich in der Pubertät plötzlich selbst verletzen, kann auch aus Elternsicht relativ banal sein. Schon das Ausgrenzen aus der Clique oder natürlich der erste Liebeskummer können Gründe dafür sein. Die Jugendlichen sehen keinen anderen Ausweg aus ihrer Situation und verletzen sich selbst.

Selbstverletzungen erkennen

Selbstverletzungen geschehen zumeist im Geheimen, sodass sie sich nur schwer erkennen lassen. Darüber hinaus empfinden die meisten Betroffenen Scham vor ihren Verletzungen, weswegen sie versuchen, sie vor anderen Menschen zu verbergen.

  • Eltern sollten darauf Acht geben, ob bei ihrem Kind immer wieder Kratzer oder Schürfwunden an bestimmten Körperstellen wie dem Unterarm auftreten.
  • Sogar bei warmen Temperaturen zieht das Kind lange Kleidungsstücke an. Auf Nachfragen zeigt es empfindliche Reaktionen.
  • Darüber hinaus wirkt das Kind traurig, depressiv und unzufrieden. Nicht selten kapselt es sich von seiner Familie und seinen Freunden ab.
  • Mitunter tritt das autoaggressive Verhalten gleichzeitig mit einer psychischen Krankheit auf.

Wie Eltern ihrem Kind helfen können

Egal welche Art von Selbstverletzung angewendet wird, Experten sehen es als gefährlich an, wenn die Jugendlichen sich dadurch besser fühlen. Dann handelt es sich nämlich oft um eine länger andauernde psychische Störung und nicht um eine pubertäre Phase.

Dieses Zufügen von Schmerzen ist gleichzeitig ein Schrei nach Hilfe. Bestätigt sich, dass das Kind sich selbst immer wieder verletzt, ist es wichtig, Verständnis zu zeigen und Kontakt herzustellen. Wichtig ist vor allem, die Ursachen des autoaggressiven Verhaltens herauszufinden.

Blockt das Kind komplett ab, so hilft oft auch ein Brief oder eine E-Mail, um seine Gedanken und Sorgen auszudrücken. Möchten die Kinder dann doch sprechen, so sollte man ihnen Hilfe anbieten, wie sie ihre Probleme anders verarbeiten können.

Gerade eher verschlossenen Jugendlichen kann man auch anbieten, dass man an bestimmten Tagen in der Woche zu einer ganz bestimmten Uhrzeit nur Zeit für sie hat. Hier können gemeinsame Unternehmungen wie zum Beispiel Eisessen geplant werden oder einfach nur Zeit zum Reden sein. Diese festen Termine sollte man nur in Notfällen verschieben, die Jugendlichen müssen sich darauf verlassen können.

Zum Behandeln der Wunden sollten stets Verbandsmaterial sowie Wund- und Desinfektionsmittel bereitstehen.

Als nicht sinnvoll gelten Vorwürfe, Drohungen oder Bestrafungen des Kindes. Bei dem autoaggressiven Verhalten handelt es sich jedoch nicht um einen Pubertäts-Tick, sondern ein ernstzunehmendes psychisches Problem, welches viel Geduld und Unterstützung bedarf.

Jugendpsychotherapeuten oder Selbsthilfegruppe aufsuchen

Hilfe finden Eltern im Internet, durch den Austausch mit anderen Betroffenen oder bei speziellen Beratungsstellen. Eine Therapie gilt als sinnvoll, sollte vom Kind aber auch gewollt sein. Kommt es zu schwerwiegenden Verletzungen, ist der Gang zur Jugendpsychiatrie unvermeidlich.

Fühlen sich Eltern in dieser Situation hilflos, so sollten sie erst mit Experten sprechen. Ein Kinder- und Jugendpsychotherapeut kann hier beispielsweise ein geeigneter Ansprechpartner sein. Keinesfalls sollte man das Selbstverletzen als krankhafte Handlung des Kindes ansehen.

Kommt man als Eltern in dieser Sache nicht weiter, so kann auch eine Selbsthilfegruppe aufgesucht werden. Im Gespräch mit gleichaltrigen Jugendlichen, die ähnliche Probleme haben, können sich viele Betroffene eher öffnen als im Gespräch mit den Eltern.

Der richtige Umgang mit Essstörungen bei Jugendlichen in der Pubertät

Essstörungen

Essstörungen zeigen sich oftmals in der Pubertät. Besonders häufig treten sie bei Mädchen auf, doch auch Jungen in der Pubertät sind in zunehmendem Maße betroffen. Zu den bekanntesten Essstörungen bei Jugendlichen zählen:

  1. die Magersucht
  2. die Bulimie (Ess-Brechsucht)
  3. die Binge-Eating-Störung

Magersucht

Bei der Magersucht fühlen sich die Betroffenen übergewichtig, obwohl sie es meist gar nicht sind. Daher versuchen sie ständig, ihr Körpergewicht mithilfe von

zu verringern.

Bulimie

Von einer Bulimie ist die Rede, wenn es zu unkontrollierten Essattacken kommt. Da diese von den betroffenen Personen jedoch rasch bereut werden, benutzen diese Abführmittel oder erbrechen sich, um das unerwünschte Gewicht wieder loszuwerden. Weil die Erkrankten jedoch äußerlich ganz normal wirken, ist die Ess-Brechsucht nur schwer zu entdecken.

Binge-Eating-Störung

Bei einer Binge-Eating-Störung werden größere Nahrungsmengen unkontrolliert in den Körper hineingeschlungen. Zu einem Sättigungsgefühl führen die Essattacken allerdings nicht. Im Unterschied zur Ess-Brechsucht kommt es dabei jedoch weder zu Hungerattacken noch zu Erbrechen. Mitunter können eine Magersucht und eine Bulimie auch kombiniert auftreten.

Ursachen von Essstörungen

Die Ursachen von Essstörungen sind mannigfaltig. Häufig leiden die betroffenen Personen unter einem Mangel an Selbstwertgefühl und legen großen Wert auf die Meinung von anderen Menschen. Ihre eigenen Gefühle rücken dagegen in den Hintergrund.

Aber auch ein übermäßiger Perfektionismus sowie hohe Leistungserwartungen spielen eine bedeutende Rolle. Durch die hohe Erwartungshaltung kommt es zu einem erheblichen Leistungsdruck und permanenter Unzufriedenheit.

Zahlreiche Betroffene stammen aus Familien, in denen ein hohes Harmoniebedürfnis besteht. So kommt es während der Pubertät deshalb häufig zum Unterdrücken von typischen Konflikten, um die gewohnte Welt zu bewahren.

Essstörungen bemerken

Für Eltern ist es oft sehr schwierig, die Essstörungen ihrer Kinder zu erkennen. So handelt es sich bei den Themen gutes Aussehen und körperliche Fitness um allgemein wichtige Kriterien bei Jugendlichen, die nicht unbedingt etwas mit einer psychischen Störung zu tun haben müssen. Experten empfehlen, genau auf das Leben seines Kindes zu achten.

Mögliche Verdachtspunkte können sein, wenn...

  • das Kind sich unberechtigterweise als zu dick empfindet.

  • sich das Kind sich keinen Genuss erlaubt.

  • das Kind sich ständig mit den Nährwerten der Nahrungsmittel beschäftigt.

  • das Kind soziale Kontakte vermeidet.

Aber auch auf Gewichtsschwankungen sollte geachtet werden.

Was man gegen Essstörungen unternehmen kann

Ein Patentrezept zum Verhindern von Essstörungen gibt es nicht. Dennoch lassen sich einige Dinge tun, um ihr Entstehen zu verhindern.

So ist es wichtig, schon früh bei den Kindern den Spaß an körperlicher Bewegung zu fördern, damit sie ein gutes Verhältnis zu ihrem Körper entwickeln können. Damit das Kind auch ein gesundes Selbstbewusstsein aufbaut, ist es wichtig, ihm bestimmte Aufgaben anzuvertrauen, die es alleine bewältigen kann.

Wichtig ist zudem, die eigene Einstellung zu Themen wie Ernährung, Gewicht oder Diäten zu überprüfen. So achten Kinder meist sehr genau auf die Eltern als Vorbilder.

Stellt sich tatsächlich heraus, dass das eigene Kind während der Pubertät unter einer Essstörung leidet, wird empfohlen, sich auf einer entsprechenden Beratungsstelle in der Nähe Rat zu holen.

In der Regel muss eine Essstörung psychotherapeutisch behandelt werden, was das Kind allerdings auch wollen muss.

Ein typisches Problem in der Pubertät ist Langeweile, doch nicht immer ist diese ausschließlich negativ zu bewerten...

Einfach mal "abhängen" - Langeweile in der Pubertät ist kein Grund zur Sorge

Eltern von pubertierenden Jugendlichen können nicht nachvollziehen, wie man den ganzen Tag auf der Couch "abhängen" kann. Doch Langeweile ist gerade in der Pubertät ein Schritt zu mehr Reife und daher ganz wichtig für die Entwicklung.

Langeweile ist nicht gleich Faulheit

Langeweile hat erst einmal nichts mit Faulheit oder Bequemlichkeit zu tun. Trotzdem sieht es für die Eltern natürlich so aus. Anstatt nachmittags die Hausaufgaben zu erledigen, sitzen die pubertierende Tochter oder der Sohn scheinbar gelangweilt in ihrem Zimmer und machen gar nichts.

Schnell kommt man als Eltern dann auf die Idee, den Kindern Arbeit anzuschaffen - folgende Sätze bestimmen dann gerne einmal den Alltag:

  • "Räum mal wieder Dein Zimmer auf."

  • "Hilf mir bitte beim Abwasch."

  • "Trag den Müll runter."

  • "Lern mehr für die Schule."

Chillen als Teil der Pubertät verstehen lernen

Eltern pubertierender Kinder verwechseln deren Langweile gerne mit Desinteresse. Doch das Chillen, wie die Jugendlichen gerne das Nichtstun bezeichnen, ist ein wichtiger Bestandteil der Pubertät. Während sich Erwachsene gerne mit Terminen und Aufgaben überlasten, sind Jugendliche noch in der Lage, nichts zu tun.

Auch wenn um sie herum das Chaos herrscht und die Hausaufgaben noch lange nicht erledigt sind, so können sie sich beim Langweilen problemlos entspannen. Für den Körper ist es ohnehin besser, täglich regelmäßige Entspannungspausen zu haben, als die Zeit des Nichtstuns mit Fernsehen oder Musikhören auszufüllen.

Doch genau in diese Langweile können sich Erwachsene nur schwer einfühlen.

Langweile kann Kreativität fördern

Das "Abhängen" hat auch nichts damit zu tun, dass die Jugendlichen zu wenig ausgelastet oder einsam wären. Sie brauchen die tägliche Zeit des Nichtstuns, um abschalten zu können.

Außerdem macht Langeweile auch kreativ. Die Jugendlichen

  • können währenddessen ihren Gedanken freien Lauf lassen und
  • bekommen Ideen, die sie bei einem straff organisierten Nachmittagsprogramm niemals bekommen würden.

Langeweile sollte nicht den Alltag definieren

Aber natürlich sollte die Langeweile nicht ausarten, sodass die Jugendlichen den gesamten Nachmittag nur noch in ihrem Zimmer sitzen und nichts tun. Hin und wieder abhängen ist wichtig für die Entwicklung, doch genauso wichtig ist auch das Lernen, die Aufgaben im Haushalt oder natürlich das Treffen der Freunde.

Erst die Arbeit, dann das Vergnügen!?

Eltern sollten hier zusammen mit ihren Kindern den goldenen Mittelweg finden. Vielleicht einigt man sich darauf, dass zuerst die Pflichten wie Hausaufgaben, Lernen und Müll entsorgen erledigt werden und dann Zeit für das Ausspannen am Nachmittag bleibt.

Vielleicht kann die Tochter oder der Sohn sich aber besser auf die Hausaufgaben konzentrieren, wenn sie/er zuerst eine Stunde chillen konnte. Letztlich zählt in der Pubertät das gegenseitige Vertrauen und das Zutrauen.

Wenn Jugendliche der Meinung sind, sie könnten besser lernen, wenn sie nach der Schule erst einmal abschalten können, so sollten Eltern es auf einen Versuch ankommen lassen. Klappt es nicht, kann es immer noch geändert werden.

Trotzdem wollen die Kinder in der Pubertät auch ihre Freiräume haben und beginnen, über ihr Leben selbst zu bestimmen. Dazu gehört natürlich auch, sich langweilen zu dürfen.

Um ein harmonisches Zusammenleben mit pubertierenden Teenagern zu gewährleisten, ist die richtige Kommunikation wichtig; nicht immer ist dies jedoch ganz einfach, zum Beispiel, wenn die Kinder sich verschließen...

Drei Tipps für ein harmonisches Zusammenleben während der Phase der Pubertät

Die meisten Eltern erleben die Pubertät ihrer Kinder als schwierig und kompliziert. So kommt es immer wieder zu Konflikten und Streitigkeiten, bei denen es um Freiräume und Grenzen geht.

Wichtig dabei ist, die richtige Mischung aus Großzügigkeit und Strenge zu finden und seinen Kindern nicht zu sehr nachzugeben. Dazu sind klare Regeln ebenso erforderlich wie gegenseitiger Respekt und Kommunikation.

1. Gegenseitigen Respekt fordern

Respekt muss stets gegenseitig erfolgen. Wer respektvolles Verhalten von seinen Kindern erwartet, sollte es auch vorleben. Dazu gehört zum Beispiel, das Eigentum der Kinder zu respektieren.

Am besten ist es, Kindern bereits von kleinauf den Unterschied zwischen "Mein" und "Dein" klarzumachen. Größere Anschaffungen bei Teenagern - wie zum Beispiel Computer - sind keine Seltenheit. Damit das Kind lernt, den Wert solcher Dinge zu schätzen, ist es ratsam, dass man es an den Ausgaben in angemessener Form beteiligt.

Auf keinen Fall dürfen Eltern über den Besitz ihrer pubertierenden Kinder einfach so verfügen. Möchte man etwas haben, was dem Kind gehört, sollte es vorher gefragt werden. Das gilt natürlich auch im umgekehrten Fall.

Vor allem weibliche Teenager leihen sich gerne Kleidungsstücke bei ihrer Mutter aus, ohne sie anschließend wieder zurückzugeben. Geht durch das Verschulden des Teenagers ein geliehener Gegenstand verloren, sollte man von ihm verlangen, es zu ersetzen.

2. Geduldiges Zuhören vorleben und fördern

Zu den größten Problemen in der Pubertät gehört das richtige Zuhören. So neigen viele Teenager dazu, ihren Eltern nicht aufmerksam zuzuhören. Reagiert ein Kind nach der ersten Aufforderung nicht, sollten die Eltern aktiv werden und ihm genau zeigen, was es zu tun hat.

Falls nötig, muss man solange ausharren, bis es endlich die Aufgaben, die man von ihm erwartet, ausführt. Wichtig dabei sind Augenkontakt oder Berührungen.

Doch auch viele Kinder klagen darüber, dass ihre Eltern ihnen nicht zuhören. In der Tat hören viele Mütter und Väter nur mit halbem Ohr zu, wenn ihre Sprösslinge ihnen etwas mitteilen wollen, dass für sie wichtig ist. Meist steckt keine böse Absicht, sondern Überforderung dahinter.

Hat man einmal keine Zeit zum Zuhören, weil man anderweitig beschäftigt ist, sollte man dem Kind einen Zeitpunkt nennen, an dem man dazu bereit ist. Manchmal kann einfaches Zuhören schon mehr helfen als ein Rat. So vermittelt man seinen Kindern das Gefühl, ernst genommen zu werden, was sich wiederum positiv auf ihr Selbstvertrauen auswirkt.

3. Klare Regeln mit Sanktionsmaßnahmen aufstellen

Gerade in der Pubertät ist das Aufstellen und Einhalten von festen Regeln wichtig für die Kinder. Diese bieten ihnen Stabilität und Orientierung. Allerdings sollten die Regeln nicht in Bevormundung ausarten.

Ein Problem ist jedoch, dass Teenager gerne zu Regelverstößen neigen. In diesem Fall müssen die Eltern konsequent reagieren und zuvor vereinbarte Sanktionsmaßnahmen ergreifen, wenn sie ihre Glaubwürdigkeit bewahren wollen.

Tipps für die richtige Kommunikation mit pubertierenden Kindern

"Mensch Alte, lass mich in Ruhe!" Dieser und andere Sätze sind wahre Klassiker in der Pubertät. Die Stimmung fährt bei Kindern in der Pubertät eine Achterbahn, und daher ist es besonders wichtig zu wissen, wie man in dieser Phase am besten miteinander kommuniziert.

Eigene Sprache der Teens

Fragt man sein pubertierendes Kind etwas, so erhält man oft ein völlig genervtes "Jaaaaaaa" oder ein "Mensch, jetzt lass mich doch mal!" zur Antwort. Eine normale Kommunikation ist in diesem Alter oft nur schwer möglich.

Die meistern Eltern können dies anfangs gar nicht verstehen. Selbst mit ihren Kleinkindern konnten sie damals besser sprechen als heute mit ihren Jugendlichen.

Zuerst einmal haben viele Eltern Probleme mit der Art der Sprache, die Jugendliche verwenden. Unabhängig vom Inhalt sind Eltern und Jugendliche hier oft nicht auf einer Wellenlänge. Nur wenn man als Eltern richtig auf diese Sprache reagiert, ist weiterhin eine vernünftige Kommunikation möglich.

Sprachauffälligkeiten nicht korrigieren

Verbessert man seine Kinder immer und zwingt sie, gepflegtes Deutsch zu sprechen, so erreicht man damit das genaue Gegenteil. Die Kinder verschließen sich und der Graben zwischen Eltern und pubertierenden Kindern vergrößert sich.

Eltern sollten aber auch nicht mit der Sprache von Jugendlichen sprechen, nur um sich mit ihnen auf eine Schiene zu begeben. Es klingt nicht echt, wenn Eltern auf diese Weise sprechen, und das merken die Jugendlichen natürlich sofort. Dadurch würden die Eltern sich anbiedern, nur um Kontakt zu ihren Kindern herzustellen. Experten raten Eltern mit pubertierenden Kindern ganz klar zu sagen, was sie möchten und was nicht.

Grund für die schwierige Kommunikation in der Pubertät sind übrigens zwei Dinge:

  1. der ausgeprägte Freiheitssinn der Kinder
  2. die Identitätssuche

Auch wenn man es aufgrund der Sprache nicht meinen möchte, pubertierende Jugendliche sind äußerst verletzlich.

Zuhören trotz Kommunikationsprobleme

Die Kommunikation in der Pubertät kann nur dann funktionieren, wenn Eltern nicht ständig ihre Kinder kritisieren. Es gibt klare Regeln, die eingehalten werden müssen, doch daneben sollte es auch viel Freiraum geben, Belangloses mit den Kindern zu sprechen. Und vor allem immer da zu sein, wenn sie Kummer haben.

Gerade ab der Zeit der Pubertät wird es für die Eltern wichtig, den Kindern richtig zuzuhören. Tun sie dies nur mit einem halben Ohr und fügen sofort wieder Ermahnungen an, eskaliert das Gespräch.

Jugendliche merken ganz genau, ob die Eltern ihnen wirklich ernsthaft zuhören oder nur so tun. Sie fühlen sich dann nicht verstanden, ziehen sich zurück und verschließen sich.

Auch schon im Kleinkindalter sind Regeln wichtig und die Kinder testen aus, wie standfest die Eltern sind. Ähnlich ist es auch in der Zeit der Pubertät. Die Kinder stellen ihre Eltern immer wieder auf die Probe, ob diese wirklich bei ihrem Standpunkt bleiben.

Fazit

So schwierig die Kommunikation in der Pubertät ist, so wichtig ist es doch, klar zu formulieren, was man von den Kindern möchte und nicht mit jedem zweiten Satz zu kritisieren, was vielleicht nicht perfekt läuft.

Ratschläge für Eltern, wenn das Kind sich verschließt

Im Kindesalter können Eltern das beste Verhältnis zu ihren Kindern haben und trotzdem verschließen sich diese Kinder Jahre später in der Pubertät immer mehr. Es wirkt fast so, als wollten die Jugendlichen dann ihre Eltern nicht mehr an ihrem Leben teilhaben lassen. Doch dieses Verhalten ist der "normale Wahnsinn" in der Pubertät und sagt nichts darüber aus, wie sich die Eltern Jahre später mit ihren Kindern verstehen werden.

Denkt man an seine eigene Pubertät zurück, so muss man sich eingestehen, dass man auch selbst die Phasen hatte, in denen die Eltern einfach nur anstrengend waren. Man kam nach einem langen Schultag nach Hause und wurde sofort gelöchert, wie der Mathetest gelaufen sei oder was man denn heute nachmittags vorhabe.

Meist hat man dann eine kurze Standardantwort gegeben und ist erst einmal ins Kinderzimmer verschwunden.

Verhaltensweise richtig deuten

So oder so ähnlich geht es fast allen Jugendlichen in der Pubertät. Sie empfinden die Eltern als:

  • nervig
  • spießig
  • altmodisch
  • viel zu neugierig
  • peinlich
  • überzogen

Doch die Eltern deuten das Verhalten ihrer Kinder ganz anders: Sie haben das Gefühl, die Kinder verschließen sich immer mehr.

Durch dieses Verhalten wollen die Kinder sich ein eigenes Leben aufbauen. Sie wollen sich von ihrem Elternhaus abnabeln, was aber nicht gleichzusetzen ist mit der Tatsache, dass sie keinen Kontakt mehr wollen.

Freunde und Großeltern werden immer wichtiger

Doch die Freunde sind in der Zeit der Pubertät mindestens genauso wichtig wie die Eltern, teilweise sogar noch wichtiger, weil mit ihnen Dinge besprochen werden können, für die Mama und Papa kein Verständnis haben. Deshalb verschließen sich viele Jugendlichen auch, weil sie das Gefühl haben, die Eltern würden es sowieso nicht verstehen.

Oft werden dann die Großeltern besonders wichtig. Sie sind gute Zuhörer und oft gelassener als die eigenen Eltern.

Jugendliche wollen nicht jedes Erlebnis mit den Eltern teilen

Eltern sollten akzeptieren, wenn ihre Kinder einfach einmal in Ruhe gelassen werden möchten und nicht vom Schultag erzählen möchten. Auch wenn man vom Discoabend keine Details erfährt, sollte man es dabei belassen.

Dies bedeutet aber nicht, dass man sich nicht mehr für seine pubertierenden Kinder interessieren sollte. In jedem Fall müssen die Eltern immer Interesse am Leben ihres Kindes zeigen und immer für sie da sein, wenn sie Probleme haben.

Beim gemeinsamen Essen ist beispielsweise eine gute Gelegenheit, den Tag Revue passieren zu lassen und die Kinder nach ihren Erlebnissen zu fragen. Doch viele Jugendlichen empfinden gerade diese gemeinsamen Essen als anstrengend und kapseln sich davon ab.

Kompromisse schließen

Eltern sollten dies akzeptieren, jedoch gemeinsam mit dem Kind besprechen, wie viel Wert man auf diese gemeinsame Zeit legt. Vielleicht kann man sich ja darauf einigen, dass gemeinsam gegessen wird, der/die Jugendliche aber nicht "ausgefragt" wird, sondern nur das erzählt, was er/sie freiwillig erzählen möchte.

Eltern pubertierender Kinder sollten sich immer wieder bewusst machen, dass die Kinder sich nicht so verhalten, um ihre Eltern zu ärgern. Es geht vielmehr darum:

  • Grenzen auszutesten
  • selbstständig zu werden
  • sich Freiräume zu schaffen

Der erste Schritt in ein selbstständiges Leben wird hier begangen.

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