17. November 2011
Als Pornografiesucht oder Pornosucht bezeichnet man das exzessive Konsumieren von pornographischen Inhalten. Um von der Sucht wieder loszukommen, ist oftmals eine Therapie erforderlich.
Als pornografiesüchtig gelten Menschen, die tagtäglich Inhalte wie Pornofilme, Pornobilder oder Cybersex konsumieren, um auf diese Weise sexuelle Befriedigung zu erlangen. Für die meisten Betroffenen wird der Konsum von Pornos mit der Zeit wichtiger als realer Geschlechtsverkehr. Um eine Pornosucht zu behandeln, kommen als Therapieformen entweder eine Psychotherapie oder das Aufsuchen einer Selbsthilfegruppe infrage.
Experten schätzen, dass in Deutschland zwischen 200.000 und 500.000 Menschen süchtig nach Pornografie sind. Zu dieser Sucht, die oftmals auch mit Sexsucht einher geht, kommt es in erster Linie bei Männern. Neueren Studien zufolge ist jedoch auch jede sechste Frau gefährdet, eine Pornografiesucht zu entwickeln. Psychotherapeuten machen vor allem das Internet verantwortlich für den Anstieg der Pornosucht. So liefert das Internet unzählige Möglichkeiten, pornografisches Material zu konsumieren. Zudem ist der Zugang ins Web einfach, kostengünstig und diskret. Bei vielen Süchtigen steigt mit der Zeit das Verlangen nach immer mehr und immer härteren Pornos.
Als pornografiesüchtig definieren Psychotherapeuten Menschen, bei denen sich der Drang so verselbstständigt, dass sie die Kontrolle über ihr Verhalten verlieren. Oftmals leiden die Betroffenen selbst sehr unter ihrer Sucht. So kommt es dadurch häufig zur Vernachlässigung von Beruf, anderen Interessen oder der Partnerschaft. Oftmals ist dann eine Therapie notwendig, um die Sucht wieder loszuwerden.
Entschließt man sich dazu, seine Pornosucht behandeln zu lassen, stehen die Chancen, sie zu besiegen, durchaus positiv. Oftmals ist es schon hilfreich, sich jemandem anvertrauen zu können. Als sinnvollste Therapieform gilt die Behandlung bei einem Psychotherapeuten. Dabei ist es wichtig, dass das Verhältnis zwischen Patienten und Therapeuten gut und vertrauensvoll ist. In der Therapie wird meist versucht, die Beziehungsfähigkeit des Betroffenen wiederherzustellen. Außerdem zeigt der Therapeut Möglichkeiten auf, wie man auf den Konsum der Pornografie, die nur eine Ersatzbefriedigung darstellt, verzichtet. Eine Alternative ist die Teilnahme an einer Selbsthilfegruppe. Dort kommen die Patienten mit anderen Betroffenen zusammen, die das gleiche Problem haben. In Selbsthilfegruppen entsteht meist ein Gemeinschaftsgefühl, sodass man sich gegenseitig dabei hilft, die Sucht zu bekämpfen. Außerdem wird, ähnlich wie bei den anonymen Alkoholikern, in der Regel ein 12-Stufen-Plan erstellt.
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