Ein zweischneidiger Begriff durchgeistert seit kurzem die Medien: Sexting. Einerseits eine jugendliche Art der Zeigefreudigkeit, sprich Exhibitionismus, anderseits für gestandene Paare eine neue und aufregende Form wieder Schwung in das Liebesleben zu bringen. Während es bei Jugendlichen rasch in die Schiene der Kinderpornografie gelangen kann, ist das Sexting auch unter Erwachsenen nicht ganz ohne Risiko.
Für das Sexting wird zunächst einmal das Handy herangezogen. Erotische Fotos werden geschossen und mittels MMS versendet. Unter Jugendlichen oft quer durch den "Freundeskreis", was oftmals dazu führt, dass die nackten Tatsachen dann rasch im Internet landen und fast als Ware gehandelt werden. Oder auch zu offenen Diffamierungen führt. Auch unter Erwachsenen. Verschmähte Liebhaber oder gehörnte Ehefrauen offenbaren das einst intimste in der Beziehung und stellen damit die Ex-Partner bloß.
In den USA zeigt sich das Sexting gerade bei den jungen Leuten als ein viel praktizierter Freizeitspaß, wobei die Motive sehr unterschiedlich sind. Gruppendruck, Zeigefreudigkeit oder auch das Erreichen eines Dates sind hierbei die meisten Gründe, weshalb sich junge Mädchen und heranwachsende Männer mit ihren nackten Tatsachen ablichten und diese via Handy kreuz und quer versenden. Nicht nur in den USA ist dieses Pic-Versenden haarscharf an der Grenze der Justiz, auch in Deutschland kann es sehr schnell zu einer Anklage wegen dem Besitz von Kinderpornografie kommen.
Sexting in einer gefestigten und vertrauensvollen Beziehung hingegen, kann als wirksames Mittel eingesetzt werden, wenn sich die sexuelle Beziehung als eingeschlafen erweist. So nutzen viele Frauen die MMS-Funktion ihres Handys um ihrem Partner schon am Morgen ein eindeutiges Foto zu schicken, dass Lust und Laune auf den Abend macht. Oder die Mittagspause oder das Wochenende, denn gerade in Fernbeziehungen wird das Fotosenden zu einer Form der sexuellen Nähe. Wenn, ja, wenn man sich einigermaßen sicher sein kann, dass die Bilder tatsächlich beim Empfänger bleiben und nicht "weitergereicht" werden.
Viele Paare und vor allem die männlichen Partner finden das plötzliche Empfangen solcher erotischen Fotos als äußerst erregend und die Gedanken an Überstunden fallen an solchen Tagen zumeist unter den Tisch. Aufregend und anregend kann das Sexting sein, doch immer mit einer gewissen Vorsicht zu genießen. Auch wenn man ständig die Bilder versendet, kann rasch Langeweile aufkommen. Paare, die sich dieses Medium zunutze machen, sollten es als kleines Highlight einsetzen und am besten auf den Fotos nur den Hauch der Erotik versprühen anstatt nur nackte Tatsache zu verschicken. So bleibt mehr an Reiz bestehen und sollte die Beziehung einmal enden, dann braucht man sich keine großartigen Gedanken machen, ob nicht plötzlich der Chef oder andere wichtige Personen einen in Positionen sehen, die nun nicht wirklich in die Öffentlichkeit gehören.
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Das Buch Kunst zwischen Askese und Exhibitionismus von dem Autor Mathias Schreiber.

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