11. Oktober 2011
Beim so genannten Coitus interruptus handelt es sich um eine Methode zur Verhütung einer ungewollten Schwangerschaft. In der Religion wird der Coitus interruptus unterschiedlich bewertet.
Unter Coitus interruptus versteht man eine Verhütungsmethode, die allerdings als veraltet und überaus unsicher gilt. Der Begriff Coitus interruptus wurde dem Lateinischen entnommen. Gemeint ist damit ein abrupt abgebrochener Geschlechtsverkehr. Dabei zieht der Mann, kurz bevor er zum Höhepunkt kommt, seinen Penis aus der Scheide der Frau, wodurch der Samenerguss außerhalb der Vagina eintritt. Die Methode ist sehr simpel und hat keine Nebenwirkungen, die sich auf die Gesundheit auswirken könnten. Dennoch wird vom Coitus interruptus abgeraten, da er als ungeeignet zur Empfängnisverhütung gilt. Das liegt daran, dass es schon vor der Ejakulation zum Austritt von Sperma kommen kann. Darüber hinaus erfordert der Coitus interruptus vom Mann eine sehr starke Disziplin, die bei sexueller Erregung jedoch nicht immer gewährleistet ist. Häufig leidet auch die sexuelle Befriedigung beider Partner unter dieser Methode, die in früheren Zeiten oft praktiziert wurde. Heutzutage sieht man den Coitus interruptus jedoch als veraltet an.
In den großen Religionen bewertet man den Coitus interruptus auf unterschiedliche Weise. Im Christentum wird er von der katholischen Kirche aus Glaubensgründen strikt abgelehnt. Dabei bezieht sich die Kirche auf das Vergehen des Onan in der Bibel. Dessen Geschichte wird in der Genesis, Kapitel 38, erzählt. Onan sollte, wie es damals Brauch war, nach dem Tod seines Bruders dessen Frau schwängern, um für ihn Nachkommen zu zeugen. Weil Onan die Blutlinie seines Bruders jedoch nicht weiterführen wollte, zog er beim Geschlechtsverkehr sein Glied aus der Scheide seiner Schwägerin, sodass es zu einem Coitus interruptus kam. Auf diese Weise hoffte Onan, sich von seiner gesetzlichen Pflicht befreien zu können. Im Unterschied zum Christentum ist im Islam der Coitus interruptus gestattet. So soll diese Methode bereits zu Lebzeiten des Propheten Mohammed praktiziert worden sein, wobei dieser den Coitus interruptus billigte.
Mit dem Coitus interruptus beschäftigte sich auch der berühmte Psychoanalytiker Sigmund Freud (1856-1939). Freud vertrat die Ansicht, dass Patienten, die diese Art von Geschlechtsverkehr ausübten, anfällig für Angstneurosen seien. Diese Theorie ist in der heutigen Zeit bei Psychologen allerdings äußerst umstritten.
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