18. Oktober 2011
Bisexualität bedeutet, dass sich ein Mensch zu beiden Geschlechtern hingezogen fühlt. Ihre Geschichte lässt sich bis in die Antike zurückverfolgen.
Bisexuelle führen Beziehungen sowohl mit Männern als auch mit Frauen, da sie sich zu beiden Geschlechtern hingezogen fühlen. Seit wann es Bisexualität gibt, ist nicht genau bekannt. Sie wurde aber bereits in der Antike praktiziert.
Die ersten Zeugnisse von Bisexualität sind von den alten Griechen und Römern bekannt. Dabei sah man eine erotische Anziehung zu beiden Geschlechtern in deren Gesellschaft sogar als universelle Form an. Zwar gab es auch schon damals die ausschließliche Fixierung auf ein Geschlecht, sie wurde jedoch nur selten thematisiert. War dies dennoch der Fall, wie zum Beispiel in dem Werk "Die Arten zu lieben", aus dem 4. Jahrhundert n. Chr., geschah dies zumeist mit einem ironischen Unterton.
Im Mittelalter vertraten zahlreiche islamische Geistliche die Ansicht, dass eine erotische Anziehung zu beiden Geschlechtern eine grundlegende Gegebenheit des menschlichen Daseins wäre. Gleichgeschlechtlichen Verkehr stuften sie jedoch als schwere Sünde ein.
Verlässliche historische Aussagen zur Bisexualität beschränken sich meist nur auf die Sexualität von Männern, was auf die seinerzeit patriarchalisch geprägten Gesellschaftsstrukturen zurückzuführen ist. Zu einer literarischen Bewegung, die auch die weiblichen Bedürfnisse berücksichtigte, kam es erst im 18. Jahrhundert in Europa. Dabei gehörte die Liebe zwischen Freundinnen zu den beliebtesten Themen. Auf die Schilderung von sexuellen Aktivitäten verzichtete man jedoch, da dies als gesellschaftlich anstößig galt. So beschrieb man die Beziehungen zwischen Frauen eher im romantischen Sinne als Seelenverwandtschaft oder Freundschaft, die auch bei einer Beziehung mit einem Mann fortdauerte. In der arabischen Welt benannte man dagegen sexuelle Beziehungen zwischen Frauen durchaus beim Namen, was aber eher selten der Fall war.
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts benutzte man den Begriff Bisexualität noch als Bezeichnung für Menschen, die sowohl über weibliche als auch über männliche Geschlechtsmerkmale verfügten. Der berühmte Psychoanalytiker Sigmund Freud (1856-1939) brachte die gewagte These ins Spiel, dass alle Menschen grundsätzlich bisexuell seien. Der homosexuelle Anteil würde jedoch durch Zwänge und Tabus in der Gesellschaft unterdrückt oder verdrängt.
In den 70er und 80er Jahren bildeten bisexuelle Menschen zahlreiche lokale Selbsthilfegruppen, um sich gegen Diskriminierungen in der Gesellschaft einzusetzen. 1992 wurde in Deutschland das Bisexuelle Netzwerk e.V. (BiNe) ins Leben gerufen, das die bislang einzige vereinte Bi-Bewegung im deutschsprachigen Raum ist.
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