1. Februar 2012
Unter dem so genannten Baby-Blues versteht man ein postpartales Stimmungstief. Diese normalerweise bei Frauen vorkommende Wochenbettdepression kann auch bei Männern auftreten.
Eigentlich sollte die Geburt eines Babys ein freudiges Ereignis sein. Viele Eltern haben jedoch danach mit einem postpartalen Stimmungstief zu kämpfen, das auch Baby-Blues genannt wird. So leidet etwa jede dritte Frau nach der Geburt ihres Kindes unter einer Wochenbettdepression. Doch auch bei rund 10 Prozent aller Männer tritt dieses Phänomen auf.
Studien zufolge handelt es sich bei dem Baby-Blues keineswegs nur um ein reines Frauenproblem. So tritt die Depression vor allem bei Männern auf, deren Partnerin ebenfalls an postpartalen Depressionen leidet.
Da die Geburt eines Kindes zahlreiche Veränderungen im Leben mit sich bringt, machen sich viele frischgebackene Väter Gedanken. So grübeln sie darüber nach, dass sie nun mehr Verantwortung tragen. Auch der finanzielle Aspekt spielt oft eine belastende Rolle.
Als Hauptverursacher des Baby-Blues bei Männern gilt jedoch in erster Linie Schlafmangel. Durch den Mangel an genügend Schlaf, zu dem es in den ersten Monaten nach der Geburt kommt, verschlechtert sich die Stimmung. Darüber hinaus tritt bei Männern ein Absinken des Testosteronspiegels ein, was ebenfalls negative Auswirkungen auf deren Gemütszustand haben kann.
Hinzu kommt, dass sich nach der Geburt die Welt nur noch um das Kind und die Mutter zu drehen scheint, was bei manchen Männern zu Eifersucht führt, da sie sich an den Rand gedrängt fühlen. Außerdem hat die Partnerschaft für die Mutter nun nicht mehr die höchste Priorität, sodass der Partner auch weniger Zärtlichkeit erhält.
Die Symptome bei einem postpartalen Stimmungstief äußern sich bei Vätern anders als bei Müttern. So leiden Frauen meist unter Erschöpfung, während sich der Baby-Blues bei Männern vor allem durch Aggressivität und Wutausbrüche bemerkbar macht. In manchen Fällen sind die Depressionen so schlimm, dass die Männer sich in den übermäßigen Konsum von Genussmitteln oder in außereheliche Affären flüchten. Sogar zu Fällen von Spielsucht kommt es mitunter.
Um dem Baby-Blues rechtzeitig entgegenzuwirken, wird empfohlen, schon vor der Geburt über mögliche Probleme zu sprechen und sich auf Veränderungen einzustellen. Darüber hinaus ist es wichtig, dass auch der Vater eine Beziehung zu seinem Kind aufbauen kann. Das lässt sich am besten erreichen, wenn man ihn in die alltäglichen Dinge wie zum Beispiel das Kind wickeln, baden, auf den Arm nehmen, mit ihm spielen, ihm das Fläschchen geben oder es ins Bett bringen, mit einbezieht. Gleichzeitig trägt dies auch zur Entlastung der Mutter bei, die ein wenig mehr Zeit für sich hat.
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