Die Geschichte und der Ablauf einer Wassergeburt

Ausstattung des Kreißsaals und Durchführung der Wassergeburt sowie deren Entwicklung

Eine Entbindung muss nicht ein schmerzhaftes Ereignis mit Schrecken sein, immer mehr Frauen wollen ihre Geburt individuell gestalten. In einer stress- und angstfreien Atmosphäre, damit die Entbindung zu einem schönen Erlebnis werden kann. Eine solche alternative Möglichkeit bietet die Wassergeburt.

Modernes Badezimmer mit Whirlpool, grüne Einrichtung

Von der ersten Wassergeburt in Europa und weiteren Entwicklungen

Schon seit hunderten von Jahren gibt es die Wassergeburt. Lange Zeit über wurde sie jedoch von der modernen Medizin verdrängt.

Früher war eine Wassergeburt bei einigen Naturvölkern völlig normal. Auch im alten Ägypten waren Wassergeburten an der Tagesordnung. Die Frauen gingen zur Geburt in einen See und haben dort ihr Baby entbunden.

Schon die Naturvölker haben damals erkannt, dass die Frau im Wasser deutlich entspannter ist und die Geburt dadurch besser vorangeht.

Die erste Wassergeburt in Europa

Die erste Wassergeburt in Europa fand im Jahr 1803 in Frankreich statt. Davor sollen zum Beispiel auch die Hawaiianerinnen ihre Babys im Wasser geboren haben.

Lange Zeit erfolgten dann die Geburten jedoch nicht mehr im Wasser. Mit der modernen Medizin wurde es eine Zeit lang ruhiger um die Wassergeburt. Die Geburten sollten überwiegend mit Hilfe der modernen Technik ablaufen.

Weitere Entwicklungen

Erst ab dem Jahr 1970 hatten die Frauen erneut die Möglichkeit, im Wasser zu entbinden. Die Badewanne sah damals jedoch noch völlig anders aus als heutzutage. Die Frauen konnten sich statt in einer großen Badewanne (wie heute) nur in einem Planschbecken mit warmem Wasser entspannen.

Entwicklung der Gebärbadewanne

Nach und nach wurde die Wassergeburt jedoch wieder beliebter und es wurden spezielle Badewannen für Wassergeburten entwickelt. Die großen Wannen ermöglichen ein leichtes Einsteigen, indem eine Tür geöffnet werden kann. Man fand schließlich auch heraus, dass eine Geburt im Wasser nicht nur Vorteile für den Geburtsverlauf und die Mutter, sondern auch Vorteile für das Baby aufweist.

Es gleitet praktisch vom Wasser (Fruchtwasser) im Bauch der Mutter in das Wasser in der Badewanne. Der Übergang ist hier für das Baby deutlich sanfter als bei einer normalen Entbindung.

Inzwischen gibt es in jeder größeren Geburtsklinik zumindest einen Kreißsaal mit einer Badewanne. Die Frauen können sich hier entweder nur zur Entspannung hineinlegen oder auch die komplette Geburt im warmen Wasser verbringen.

Die meisten Menschen fühlen sich im Element Wasser wohl. Deshalb kann das Wasser den gesamten Geburtsablauf begünstigen.

Ausstattung des Kreißsaals

Gebärbadewanne

Eine Wassergeburt findet in einer eigens dafür vorgesehenen Gebärbadewanne statt. Der entsprechende Kreißsaal ist dafür ausgerüstet und weist beispielsweise einen rutschfesten Boden auf und verfügt über Haltevorrichtungen am Wannenrand.

Das Wasser hat eine Temperatur von ungefähr 34-36°C. Der Gebärenden reicht das Wasser in Sitzposition ungefähr bis zum Nabel.

Die Wanne ist so groß, dass sie die Möglichkeiten zu unterschiedlichen Positionen bietet. So kann die Gebärende die Haltung einnehmen die ihr gut tut. Arzt, Hebamme und Partner begleiten die Gebärende vom Wannenrand aus. Sie sind aber trotzdem ganz nah bei ihr.

In der Gebärbadewanne können alle Phasen der Geburt stattfinden.

Überwachung des Kindes

Auch die Herztöne des Kindes werden ständig überwacht. Über wasserdichte Schallköpfe erfolgt die Übertragung aus Sicherheitsgründen über Funk und nicht über Kabel.

Entspannende Atmosphäre

Während der Geburt ist der Raum in der Regel abgedunkelt und auf Wunsch kann auch eine Hintergrundmusik laufen. Manchmal werden ätherische Öle verdampft, in einer Duftlampe.

Geburtsablauf

Wenn es am Ende der Austreibungsphase zu einem Nachlassen der Wehentätigkeit kommt, wird die Gebärende aufgefordert sich aufzustellen. Sie kann sich an einem Seil festhalten und die kältere Außenluft regt die Wehentätigkeit wieder an.

Dammschnitte können gemacht werden, sind aber eher selten nötig.

  1. Der Kopf des Kindes wird mit den Presswehen ins Wasser geboren. Durch den Tauchreflex macht das Kind seinen ersten Atemzug erst über Wasser.

    Über die Nabelschnur wird es noch mit Sauerstoff versorgt.

  2. Ist das Baby ganz geboren, wird es von der Hebamme oder der Mutter selbst binnen weniger Sekunden auf den Bauch der Mutter gelegt. Nun können sich beide erholen und kennen lernen. Blick- und Hautkontakt sowie eine liebevolle Ansprache sind jetzt das Wichtigste.

  3. Die Nabelschnur kann vom Vater durchtrennt werden. Das Kind kann auch jetzt schon zum Stillen angelegt werden.

  4. Auch die Geburt des Mutterkuchens kann noch im Wasser erfolgen.

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Grundinformationen und Hinweise zur Wassergeburt

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