21. Juli 2010
Nicht jede Teenagerschwangerschaft ist ungewollt. Viele junge Frauen träumen von dem eigenen Baby und wollen ein Wunschkind. Dafür gibt es ganz unterschiedliche Gründe.
Manchmal soll eine Partnerschaft durch ein Kind gefestigt werden oder die Mädchen wünschen sich sehnlich eine eigene kleine Familie zu haben. Dabei wird die Mutterschaft idealisiert und die einschneidende Veränderung für das Leben, kann nicht gesehen werden. Elternschaft bedeutet immer eine Herausforderung, stellt hohe Anforderungen und es heißt Verantwortung übernehmen. Dies ist den jungen Müttern meistens nicht bewusst. Oft stammen sie aus bildungsfernen und sozial schwachen Familien und es gab nur eine mangelnde Aufklärung, was Elternschaft bedeutet. Nicht selten haben bereits ihre Mütter sehr jung Kinder bekommen. Dabei wird von den Teenagern das zukünftige Leben nicht geplant oder vorausschauend gehandelt sondern nur der Wunsch nach einem Kind steht im Vordergrund. Mögliche Konsequenzen werden meist nicht bedacht. Auch über die finanzielle Situation wird dabei nicht nachgedacht, eine minderjährige Mutter ist auf Hilfe von außen angewiesen, entweder auf die Unterstützung der Eltern, Unterhalt des Kindesvaters oder Hilfe durch den Staat.
Wenn die Mutter das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet hat, muss für das Kind ein Vormund bestimmt werden. Dieser ist verantwortlich, dass das Kind seinen Bedürfnissen entsprechend versorgt wird. Schulalltag oder berufliche Ausbildung können nicht unbedingt aufrechterhalten werden. All diese wichtigen Aspekte werden von der jungen Frau nicht berücksichtigt. Oft findet man auch einen ausgeprägten Kinderwunsch bei minderjährigen Mädchen, die einen wesentlich älteren Partner haben. Dabei ist die Zahl der Teenager-Mütter in Deutschland rückläufig, laut einer Studie sind nur vier Prozent der Teenagerschwangerschaften gewollt. Es wird vermutet, dass junge Frauen ohne gute Ausbildungs- und Berufsperspektiven in der Mutterrolle Anerkennung suchen und ihrem Leben eine Aufgabe geben wollen. Unter Umständen kann durch das Kind auch eine finanzielle Basisabsicherung gesucht werden. Wie immer die Beweggründe auch sein mögen, den Teenagern fehlt immer der objektive Blick und sie verfolgen eine Illusion. Die Konfrontation mit der Realität ist dann meist sehr ernüchternd. Es wäre wünschenswert, wenn die Teenager Angebote wahrnehmen würden, um sich beispielsweise bei Beratungsstellen, über ihre Wunschkindplanung zu informieren. Aber meist ist der Wunsch so groß, dass sie völlig beratungsresistent sind.
Hallo, kann mir jemand sagen, von wem dieser Artikel "wieso Jugendliche Wunschkinder gebären" stammt?
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28.05.12 | |
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Von der Autorin Silvia Thomas das Buch Zuflucht Gefängnis. Junge Frauen mit Kindern im Strafvollzug.