Teenagerschwangerschaft Artikel
Teenager Schwangerschaften: Bessere Aufklärung tut Not
(pgk) Die Zahl der Teenager-Schwangerschaften ist in den vergangenen Jahren gestiegen: von 9.490 im Jahr 1999 auf über 14.000 in 2004. Die Berichterstattung in den Medien darüber ist nicht selten mit einigem Unverständnis gegenüber den Jugendlichen und ihrer unzureichenden Empfängnisverhütung geprägt. Doch wo liegen eigentlich die Gründe dafür?
Informationen zu Sexualität und Verhütung finden sich leicht, auch speziell für Jugendliche. Es gibt Bücher, Zeitschriften und Websites, die Teenagern Wissenswertes dazu vermitteln. Überdies sind die Elternhäuser im Durchschnitt sehr viel offener gegenüber der Aufklärung ihrer Kinder geworden, die außerdem Bestandteil der Schul-Lehrpläne geworden ist.
Informationen zur Verhütung sind nicht teenagergerecht
Warum also werden immer mehr Teenager ungewollt schwanger? Ein Grund: Die ersten Male wird zu häufig gar nicht oder nur unzureichend verhütet. Unter anderem liegt das daran, dass Jugendliche zwar glauben, alles zum Thema zu wissen, bei genauerer Betrachtung aber sind ihre Kenntnisse über Sexualität, Fruchtbarkeit und Verhütung sehr lückenhaft. Das zeigen Erfahrungen von Expertinnen bei pro familia wie auch wissenschaftliche Studien.
Dieses Informations-Defizit entsteht unter anderem deshalb, weil "Aufklärung, wie wir sie praktizieren, oft zu schulmeisterlich ist. Es muss stärker die Sprache der Jugendlichen gesprochen werden, wir müssen uns stärker auf die Jugendlichen einstellen". Dies erklärt die Gynäkologin Prof. Dr. Dr. Elisabeth Merkle, Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Bad Reichenhall, und Sprecherin der Sektion Frauengesundheit im Deutschen Grünen Kreuz e. V. Und Jutta Franz, Vorsitzende des pro-familia-Landesverbandes Sachsen-Anhalt, hat beobachtet: "Medien transportieren oft die Idee, Sex und Verhütung miteinander in Einklang zu bringen, sei ganz einfach. Dabei thematisieren sie nicht, welche Ängste, Schamgefühle oder auch materielle Hürden zu überwinden sind."
Die etwas andere Aufklärungs-Website: Prädikat "pädagogisch wertvoll"
Es geht darum, die Lebens-, Gefühls- und Erlebniswelt von Jugendlichen anzusprechen, ohne sich anzubiedern. Eine Website – www.leilas-haus.de –, die dies seit einem Jahr in die Tat umsetzt, ist nun am 22. Juni 2006 mit dem Comenius-Prädikat "EduMedia-Siegel 2006" als pädagogisch wertvoll ausgezeichnet worden: für zeitgemäßen Einsatz in der Sexualerziehung.
Comenius-Auszeichnungen erhalten moderne Bildungsmedien nach didaktisch und wissenschaftlich fundierter Begutachtung; verliehen werden sie von der Gesellschaft für Pädagogik und Information e. V. (GPI).
Ziel von www.leilas-haus.de ist es, junge Menschen, insbesondere Mädchen, mit dem Thema Verhütung vertraut zu machen. Mit der Comic-Figur Leila und ihren Erlebnissen begibt sich die Website in die Welt der Mädchen, bietet Interaktives und zeigt, dass man dem Thema mit Spaß, Feingefühl und nicht nur über die rein informative Schiene begegnen kann.