11. Mai 2011
Im Volksmund wird die überstürzte Geburt häufig als Sturzgeburt bezeichnet, obwohl dies nicht ganz richtig ist. Soweit dies möglich ist, sollte die werdende Mutter versuchen, die Presswehen zu veratmen, bis ein Geburtshelfer anwesend oder sie im Krankenhaus ist.
Hebammen und Frauenärzte sprechen von einer Sturzgeburt, wenn ein Baby bei der Geburt auf den Boden oder in die Kloschüssel "stürzt". Dies ist mit schweren – teils tödlichen - Verletzungen des Babys verbunden. Eine Sturzgeburt ist eine überstürzte Geburt mit weniger als zwei Stunden Dauer. Die werdende Mutter bemerkt in der Regel die Eröffnungswehen nicht oder deutet sie nicht als Wehen und wird dann plötzlich von den Presswehen überrascht.
Einige Presswehen können meist noch veratmet werden. Dies sollte die werdende Mutter auch versuchen. Vielleicht reicht die Zeit aus, um ins Krankenhaus zu fahren oder um zu warten, bis eine Hebamme oder ein Frauenarzt eintrifft. Um die Presswehen zu veratmen, muss die Frau tief ein- und ausatmen. Beim Ausatmen muss die Luft durch den Mund ausgepustet werden, als würde man eine Kerze ausblasen. Die Beine sollten dabei nicht zusammengepresst werden, da dies dem ungeborenen Baby schaden könnte.
Sollte die Geburt nicht mehr aufzuhalten sein, so muss der werdende Vater (die Schwangere ist mit dem Veratmen der Presswehen beschäftigt!) dafür sorgen, dass genügend Decken am Boden liegen, so dass aus der überstürzten Geburt keine gefährliche Sturzgeburt werden kann.
In jedem Fall sollte umgehend der Rettungsdienst verständigt werden. Die Mitarbeiter des Rettungsdienstes können den werdenden Vater auch sehr gut telefonisch anleiten, was als nächstes zu tun ist. Diese Unterstützung empfinden die meisten Männer als sehr angenehm, da sie mit einer Sturzgeburt in der Regel völlig überfordert sind. Die Mitarbeiter des Rettungsdienstes erklären dem werdenden Vater, was er für das Baby alles bereitstellen sollte (warme Handtücher, Decken, Wasser) und dass das Baby nach der Geburt sofort gewärmt werden muss. Dazu sollte es auf den Bauch der frischgebackenen Mutter gelegt und warm zugedeckt werden. In der Regel trifft dann bereits der Rettungsdienst ein, der Mutter und Kind versorgt, das Baby abnabelt und beide ggfs. mit in eine Geburtsklinik zur weiteren Versorgung nimmt.
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