30. Juli 2010
Bei dem so genannten Schwangerschaftsdiabetes, spricht man auch von Gestationsdiabetes, von GDM oder Typ-4-Diabetes. Diese Form des Diabetes taucht erstmals in der Schwangerschaft auf.
Typisch für den Gestationsdiabetes ist die Tatsache, dass sich der Zuckerstoffwechsel nach der Geburt meistens wieder normalisiert. Schwangerschaftsdiabetes kann Folgeschäden für das Kind bedeuten, wenn die Symptome unbemerkt bleiben. Deshalb wird der Blutzucker routinemäßig kontrolliert. Besteht ein erhöhtes Risiko, wird ein oraler Glukosetoleranztest gemacht. In der Regel ist Schwangerschaftsdiabetes gut zu behandeln. In den meisten Fällen hilft schon eine Ernährungsumstellung, so sollen kleine, dafür aber häufigere Mahlzeiten eingenommen werden, so etwa sechs bis sieben. Weißmehlprodukte sollten durch Vollkornprodukte ersetzt werden. Auf schnell resorbierbare Kohlenhydrate wie beispielsweise Fruchtsaft, sollte weitgehend verzichtet werden. Die Schwangere muss leben wie eine Diabetikerin. Je nach Gewicht und Konstitution der Schwangeren, darf sie nur eine bestimmte Menge an Kohlenhydrateinheiten oder Broteinheiten täglich zu sich nehmen. Diese müssen über den Tag verteilt werden. Gesunde Ernährung und viel Bewegung, auch an der frischen Luft unterstützen die Behandlung. Eine Einhaltung der Vorgaben führt bei den meisten Betroffenen zu normalen Werten. Ansonsten kann eine Insulintherapie nötig werden.
Bei einer guten Einstellung der Blutzuckerwerte können negative Auswirkungen auf das Kind weitgehend verhindert werden. Zu den Folgeschäden zählen unter anderem: ein abnormal großes Geburtsgewicht, eine erhöhte Fehlgeburtenrate, vergrößerte, aber unreife innere Organe, zu niedrige Blutzuckerwerte oder eine zu niedrige Kalziumkonzentration im Blut. Wird der Schwangerschaftsdiabetes nicht behandelt, erhöht sich das Risiko der Sterblichkeit des Kindes nach der Geburt. Muss die Schwangere Insulin spritzen, muss sie regelmäßig den Blutzucker kontrollieren und es bedarf einer engmaschigen Kontrolle durch den Arzt. Im letzten Drittel der Schwangerschaft wird der Arzt vermehrt Ultraschalluntersuchungen durchführen. So kann er das Wachstum des Kindes kontrollieren, unter Umständen muss die Geburt früher eingeleitet werden oder ein Kaiserschnitt wird nötig.
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