Kleines Schwangerschaftslexikon - wichtige Begriffe rund um Schwangerschaft und Geburt

Es hat geklappt: Ein Baby ist unterwegs! Eine spannende Zeit beginnt, und rund um die Schwangerschaft gibt es viel Wissenswertes, das wir Ihnen erläutern möchten.

Weiterführende Informationen zu möglichen Untersuchungen, häufigen Schwangerschaftsbeschwerden und der Entbindung

Untersuchungen

Auch wenn eine Schwangerschaft keine Krankheit ist, so ist sie doch mit vielen Arzt- und/oder Hebammenbesuchen verbunden. Bei jeder Vorsorge kontrolliert der behandelnde Gynäkologe, ob mit dem Embryo und der werdenden Mutter alles in Ordnung ist.

Zusätzlich zu den normalen Vorsorgeuntersuchungen gibt es Spezialuntersuchungen wie:

Diese umfangreichen Untersuchungen werden nicht bei jeder Schwangeren durchgeführt, sondern nur, wenn sie aufgrund des Alters der Mutter empfohlen sind oder weil Auffälligkeiten beim Baby bestehen.

Schwangerschaftsbeschwerden

Auch wenn eine Schwangerschaft wie im Bilderbuch verläuft, so gibt es doch kaum eine Frau, die nicht bei Schwangerschaftswehwehchen mitreden kann, auch wenn diese natürlich nicht immer behandlungsbedürftig sind. Gerade gegen Ende der Schwangerschaft hin leiden viele Frauen unter Rückenschmerzen, weil der Bauch immer größer wird.

Aber auch schon einige Wochen zuvor leiden viele werdende Mütter unter Darmträgheit, die jedoch mit der richtigen Ernährung sehr gut behoben werden kann. Gerade nachts bemerken zudem auch viele Schwangere Wadenkrämpfe. Während diese Probleme noch relativ harmlos sind, kann eine Schwangerschaftsvergiftung das Leben von Mutter und Kind gefährden und ist daher unbedingt behandlungsbedürftig.

Entbindung

Geht es gegen Ende der Schwangerschaft, so machen sich die meisten Frauen Gedanken darüber, wie und wo sie ihr Baby entbinden möchten. Vielleicht auf dem Gebärhocker?

Gleichzeitig denkt ein Paar dann aber auch darüber nach, wo die Entbindung stattfinden soll und wie hoch eigentlich die Entbindungskosten sein werden. Geht dann etwas Fruchtwasser ab, kann dies das Zeichen einer beginnenden Geburt sein.

Nur wenn das Kind bei der Geburt noch nicht richtig liegt, so ist eine natürliche Entbindung oftmals ausgeschlossen, und ein Kaiserschnitt wird notwendig.

Nach der Geburt können die jungen Eltern das Rooming-in genießen und den Alltag mit Baby planen. Vielleicht hat ja der Vater Elternzeit genommen, sodass sich beide Eltern um das Baby kümmern können.

Rund um die Schwangerschaft gibt es viele Begriffe, die wir Ihnen nachfolgend ausführlich erläutern möchten.

Wichtige Begriffe

Amniozentese

Die Fruchtwasseruntersuchung, in der Fachsprache auch Amniozentese genannt, wird empfohlen, wenn die Frau einer Risikogruppe angehört - z.B. aufgrund ihres Alters oder aufgrund einer Mehrlingsschwangerschaft. Der Eingriff findet entweder in der Frauenklinik oder im OP-Saal der Frauenarztpraxis statt.

Ablauf

Die werdende Mutter erhält eine örtliche Betäubung, sodass sie den kleinen Schnitt in die Bauchdecke nicht spürt. Unter Ultraschallkontrolle entnimmt der Frauenarzt eine geringe Menge Fruchtwasser, um dieses anschließend im Labor untersuchen zu lassen.

Diagnosemöglichkeiten

Durch die Untersuchung des Fruchtwassers kann festgestellt werden, ob das ungeborene Baby eine Chromosomenstörung hat und z.B. unter dem Down-Syndrom leidet.

Aber auch Erbkrankheit oder körperliche Fehlbildungen kann man durch die Amniozentese feststellen.

Risiken

Trotzdem gibt diese Untersuchung keine Sicherheit, dass das Baby zu 100 Prozent gesund sein wird. Nicht alle Krankheiten können durch eine vorgeburtliche Untersuchung erkannt werden. Zudem müssen sich alle werdenden Eltern reiflich überlegen, ob sie die Fruchtwasseruntersuchung wirklich vornehmen lassen möchten.

Diese Untersuchung birgt nämlich auch Risiken wie z.B. in seltenen Fällen eine Fehlgeburt, vorzeitige Wehen oder die Verletzung des ungeborenen Babys.

Das Ergebnis der Amniozentese kann etwa drei Wochen dauern, das Ergebnis eines Schnelltests erhält man schon nach wenigen Tagen.

Arztbesuche

Der erste Arztbesuch in der Schwangerschaft ist etwas ganz Besonderes, weil die Frau hier bestätigt bekommt, dass ein kleines Wesen in ihrem Körper heranwächst. Gleichzeitig ist die erste Untersuchung in der Schwangerschaft auch die erste Vorsorgeuntersuchung.

Alle vier Wochen erfolgt normalerweise eine weitere Vorsorgeuntersuchung, bei der der Arzt nicht nur das Baby, sondern auch die werdende Mutter untersucht. Gegen Ende der Schwangerschaft verkürzen sich die Abstände zwischen den Vorsorgeuntersuchungen.

Ist der Geburtstermin bereits überschritten, ohne dass sich Wehen eingestellt haben, so wird der Frauenarzt die Schwangere alle ein bis zwei Tage zu sich in die Praxis oder die Geburtsklinik einbestellen.

Wenn eine Schwangerschaft nicht routinemäßig verläuft oder die Frau mit Mehrlingen schwanger ist, so sind häufigere Arztbesuche notwendig.

Hebammen

Übrigens: Die Schwangerschaftsvorsorge muss nicht zwangsläufig immer von einem Frauenarzt durchgeführt werden. Auch die niedergelassenen Hebammen dürfen diese Vorsorgeuntersuchungen durchführen. Allerdings bekommen die werdenden Eltern dann kein Bild von ihrem ungeborenen Baby, weil Hebammen keine Ultraschalluntersuchungen durchführen dürfen.

Beleghebamme

In den meisten Geburtskliniken arbeiten festangestellte Hebammen, die die Frauen hier während der Geburt betreuen. In der Regel kennen sich Hebamme und werdende Eltern nicht oder nur flüchtig. Ganz anders ist dies bei einer Beleghebamme.

Belegverträge

Eine Beleghebamme ist eine selbstständige Hebamme mit niedergelassener Hebammenpraxis oder einem Geburtshaus. Diese Hebamme hat sogenannte Belegverträge mit einer oder mehreren Geburtskliniken im Umkreis. Sie betreut die Schwangeren von Beginn der Schwangerschaft an in ihrer Praxis und fährt mit ihnen in die Geburtsklinik, wenn die Geburt beginnt.

In den Wochen nach der Geburt betreut die Hebamme die jungen Eltern weiter zu Hause.

Vorteile

Der Vorteil bei einer Geburt mit Beleghebamme besteht ganz klar darin, dass sich Hebamme und Eltern schon einige Zeit kennen und die Hebamme in dieser Zeit herausfinden konnte, wie sich die Eltern die Geburt vorstellen. Auch etwaige Risiken kann eine Beleghebamme oft besser abschätzen, wenn sie den kompletten Schwangerschaftsverlauf kennt.

Eine werdende Mutter kann sich während der Geburt oft besser fallenlassen, wenn eine Person ihres Vertrauens die Geburt leitet. Dies ist aufgrund der Rufbereitschaft der Beleghebamme um den errechneten Geburtstermin herum in den meisten Fällen auch möglich.

Eine Beleghebamme ist für die Eltern zu diesem Zeitpunkt rund um die Uhr erreichbar, sodass sie sofort in die Klinik fahren kann, wenn auch die werdenden Eltern dorthin unterwegs sind. Teilweise fährt die Beleghebamme auch nochmals nach Hause zu den werdenden Eltern, untersucht die Frau hier und entscheidet dann, ob es schon Zeit ist, in die Klinik zu fahren.

Da die Nachfrage nach Beleghebammen sehr groß ist, sollte man sich schon zu Beginn der Schwangerschaft nach einer entsprechenden Hebamme umsehen. Auch Geburtskliniken, in denen Beleghebammen arbeiten, können bei der Suche behilflich sein.

Blutgruppenunverträglichkeit

Doch auch wenn werdende Eltern eine Person ihres Vertrauens bei der Geburt dabei haben, so können doch auch immer wieder Komplikationen auftreten. Eine dieser Komplikationen ist eine Blutgruppenunverträglichkeit.

Das Rhesus-System

85 von 100 Frauen haben in ihrer Blutgruppe das Merkmal "Rhesus-positiv". Eine Blutgruppenunverträglichkeit kann bei diesen Frauen nicht auftreten. Die restlichen 15 Prozent aber sind Rhesus-negativ, was bei einem Kinderwunsch zu weiteren Maßnahmen führt.

Um überhaupt zu wissen, welche Blutgruppe die werdende Mutter hat und ob sie Rhesus-positiv oder -negativ ist, wird zu Beginn einer Schwangerschaft die genaue Blutgruppe der Mutter bestimmt und in den Mutterpass eingetragen. Rhesus-negative Mütter und ebenfalls Rhesus-negative Babys haben kein Problem, hier besteht keine Blutgruppenunverträglichkeit.

Anders verhält sich dies aber, wenn die Mutter Rhesus-negativ und das Kind Rhesus-positiv ist. Das Immunsystem der werdenden Mutter bildet in diesem Fall Antikörper gegen ihr eigenes Baby. Dass dies überhaupt möglich ist, rührt daher, dass das Baby nicht nur Erbinformationen der Mutter in sich trägt, sondern auch des Vaters.

Ist der Vater Rhesus-positiv, so kann er dies dem Baby vererben, sodass es ebenfalls Rhesus-positiv ist.

Folgen für das Ungeborene

Schon während der Schwangerschaft kämpft der Körper der werdenden Mutter dann gegen die roten Blutkörperchen des ungeborenen Babys. Die Folge können eine Blutarmut des Babys oder auch eine Gehirnschädigung sein. 10 von 100 Babys würden dies ohne Behandlung nicht überleben. Dies ist jedoch erst ab der zweiten Schwangerschaft der Fall.

Risiken und Behandlung

Während die erste Schwangerschaft in der Regel noch völlig normal verläuft, bestehen diese Komplikationen erst ab der zweiten Schwangerschaft, wenn der Körper bereits Antikörper gegen ein Baby gebildet hat.

Nur wenn der Körper keine Antikörper gegen das Baby bilden konnte, sind auch weitere Schwangerschaften kein Problem. Daher werden den betroffenen Frauen Immunglobuline verabreicht, die diese Antikörperbildung verhindern.

Chorionzottenbiopsie

Auch die Chorionzottenbiopsie ist Teil der vorgeburtlichen Diagnostik, die jedoch nicht bei jeder Schwangeren durchgeführt wird. Sie wird empfohlen, wenn:

  • die Schwangere bereits ein bestimmtes Alter hat
  • die Schwangerschaft nicht regulär verläuft
  • Mess- und Untersuchungsergebnisse in den letzten Vorsorgeuntersuchungen von der Norm abgewichen sind

Diagnosemöglichkeiten

Im Gegensatz zur Fruchtwasseruntersuchung erhalten die werdenden Eltern das Ergebnis der Chorionzottenbiopsie schon deutlich früher. Auch bei dieser Untersuchung kann festgestellt werden, ob das ungeborene Baby an einem Gendefekt leidet.

Diese pränatale Untersuchung kann schon einige Wochen vor der Fruchtwasseruntersuchung durchgeführt werden.

Funktionsprinzip

Chorion ist die Zottenhaut, die sich zwischen der Gebärmutterwand und der Fruchtblase befindet. Aus dieser Zottenhaut entwickelt sich wenige Zeit, nachdem diese Untersuchung durchgeführt werden kann, die Plazenta des Babys.

Da dieses Gewebe die kindlichen Zellen enthält, gibt die Untersuchung Aufschluss über eventuelle genetische Veränderungen.

Ablauf

Dazu wird mit einem Katheter über die Bauchdecke oder durch die Scheide eine Gewebeprobe dieses Chorions abgesaugt.

Risiken

Auch dieser Eingriff birgt gewisse Risiken wie z.B., dass zu wenig Gewebe oder Gewebe der werdenden Mutter abgesaugt wird. Im schlimmsten Fall kann auch eine Fehlgeburt drohen.

Dammmassage

Etwa ab der 34. Schwangerschaftswoche kann langsam und vorsichtig damit begonnen werden, den Damm auf die Geburt vorzubereiten. Bevor man mit der Dammmassage beginnt, müssen die Hände sehr gründlich gewaschen werden. Außerdem sollte sich die werdende Mutter eine angenehme und ruhige Umgebung schaffen und keinesfalls unter Zeitdruck sein, wenn sie eine Dammmassage durchführt.

Hebammen empfehlen, die Massage viermal wöchentlich durchzuführen. Im Handel und in der Apotheke gibt es spezielle Massageöle, die man für eine Dammmassage verwenden kann. In dieses Öl taucht die werdende Mutter ihre Finger ein.

Ablauf einer Dammmassage

Bei den ersten Massageversuchen führt man einen Finger ganz vorsichtig maximal drei Zentimeter tief in die Scheide ein. Der Daumen wird auf den Damm, also den Bereich zwischen Scheide und After gelegt, und hier vorsichtig massiert. Von außen massiert man also mit dem Daumen, von innen mit dem anderen Finger.

Wenn alles gut massiert ist, dehnt man das Gewebe ganz vorsichtig. Dies sollte keinesfalls Schmerzen bereiten. Nach einiger Zeit führt man die Dammmassage dann mit zwei Fingern in der Scheide durch, wodurch das Gewebe besser gedehnt werden kann.

Auch die Schamlippen dürften bei der Dammmassage mit Massageöl gepflegt und gedehnt werden.

Damit das Dammgewebe während der Massage nicht verletzt wird, sollte man die Massagebewegungen stets langsam ausführen. Nach der Massage sollte die Schwangere den Intimbereich mit einem trockenen Tuch reinigen und so überschüssiges Öl entfernen.

Mögliche Risiken

Ein Risiko bei der Dammmassage besteht darin, Bakterien vom After in die Harnröhre zu massieren, sodass diese dort z.B. zu einer Harnwegsinfektion führen können. Um dies zu vermeiden, sollte die Harnröhre nicht mitmassiert werden.

Bequeme Stellung wählen

In welcher Stellung eine werdende Mutter die Dammmassage durchführt, ist im Prinzip egal. Wichtig ist, dass die Stellung bequem ist. Einige Frauen stehen bei der Massage und stellen ein Bein erhöht z.B. auf den Badewannenrand. Auch in der Hocke ist eine Dammmassage möglich.

Natürlich kann die Massage auch vom Partner durchgeführt werden. Viele Frauen finden es gerade gegen Ende der Schwangerschaft, wenn die Sexualität wegen des Babybauches schwierig wird, sehr anregend, wenn ihr Partner sie massiert.

Genauso viele Frauen möchten die Dammmassage aber lieber selbst durchführen und können sich dann besser entspannen. Sollte der Babybauch beim Massieren die "Sicht versperren", so kann man gerade bei den ersten Massageversuchen auch einen Spiegel zu Hilfe nehmen.

Dammriss

Als Damm wird der Bereich zwischen Scheide und After bezeichnet. Wenn das Köpfchen des Babys aus dem Geburtskanal durch die Scheide austritt, wird das Gewebe in diesem Bereich häufig so stark gedehnt, dass es reißt. Man spricht dann von einem Dammriss.

Früher wurden häufig gezielte Schnitte, so genannte Dammschnitte, vorgenommen, um einem Riss vorzubeugen. Doch heutzutage weiß man, dass ein Riss komplikationsloser heilt als ein Schnitt. Doch beides ist unangenehm für die werdende Mutter und mit Schmerzen verbunden.

Komplett verhindern kann man einen Dammriss häufig nicht, doch gibt es Maßnahmen, die den Damm schon vor der Geburt dehnen und schwere Dammrisse selten machen. Dammmassage heißt das Zauberwort. Diese Massage kann jede Frau selbst zu Hause durchführen.

Darmträgheit

Viele werdende Mütter bemerken in ihrer Schwangerschaft eine Darmträgheit. Auch Frauen, die zuvor immer eine geregelte Verdauung hatten, können durchaus darunter leiden, dass der Stuhlgang nun immer recht fest ist.

Ursache

Grund dafür ist das Hormon Progesteron, das der Körper der werdenden Mutter ausscheidet.

Dieses Hormon ist dafür verantwortlich, dass dem Darm zum einen Wasser entzogen wird und die Muskulatur dort zum anderen während der Schwangerschaft nicht mehr so beweglich ist.

Behandlung

Natürlich muss aber keine Schwangere mit der Darmträgheit leben, bis ihr Baby geboren ist.

Wichtig ist es, dem Körper ausreichend Flüssigkeit zuzuführen. Außerdem sollte die werdende Mutter auch auf ihre Ernährung achten. Ballaststoffreiche Ernährung mit Vollkornprodukten, Obst und Gemüse wirkt sich nicht nur auf die träge Verdauung positiv aus, sondern auch auf die Gesundheit des Babys.

Aber Achtung: Keinesfalls dürfen in der Schwangerschaft ohne Rücksprache mit Arzt oder Hebamme Abführmittel eingenommen werden.

Entbindungskosten

Wer gesetzlich oder privat versichert ist, bekommt die Entbindungskosten in der Regel von der Krankenkasse erstattet. Es sei denn, es besteht ein Selbstbehalt oder ein Vertragsausschluss, so wie dies bei privaten Versicherungen vereinbart werden kann.

Eine Frau darf dabei selbst entscheiden, ob sie ihr Baby in einer Klinik, in einem Geburtshaus oder zu Hause entbinden möchte. Sowohl die Hebammen- als auch die anfallenden Arztkosten während der Geburt werden erstattet.

Einzige Ausnahme sind Sondergebühren wie z.B. die Rufgebühr für Hebammen, wenn man eine Hausgeburt plant. Diese Kosten werden nicht von allen Krankenkassen voll übernommen.

Trotzdem lohnt es sich, bei der Krankenkasse nachzufragen. Schließlich entstehen bei einer ambulanten Geburt deutlich geringere Kosten als bei einer Geburt im Krankenhaus, in dem die Mutter dann noch einige Tage zur Erholung und Überwachung bleibt.

Ersttrimester-Scan

Ebenso wie die Entbindungskosten zahlen die Krankenkassen natürlich auch die regulären Vorsorgeuntersuchungen während der Schwangerschaft. Spezielle Untersuchungen wie den Ersttrimester-Scan müssen die werdenden Eltern jedoch häufig aus eigener Tasche bezahlen.

Bestandteile des Ersttrimester-Scans

Unter dieser Untersuchung, die häufig auch Ersttrimester-Screening genannt wird, versteht man unterschiedliche einzelne Untersuchungen, die jeweils zwischen der 12. und 14. Woche durchgeführt werden.

Zum einen gehört hier eine ausführliche Ultraschalluntersuchung dazu. Fehlbildungen können dadurch in einem frühen Stadium der Schwangerschaft erkannt werden.

Nackenfaltenmessung

Aber auch die Nackenfaltenmessung ist Teil dieses Ersttrimester-Scans. Je dicker die Nackenfalte des ungeborenen Babys, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass es am Down-Syndrom leidet.

Ablauf

  • Die Nackenfalte wird während der Ultraschalluntersuchung gemessen. Dies bedarf keinerlei Vorbereitungen und birgt auch keine gesundheitlichen Risiken. Ebenso entstehen durch diese Untersuchung auch keine Schmerzen.

  • Zusätzlich wird der werdenden Mutter noch Blut abgenommen. Aus dem Blut der Mutter werden zwei Werte bestimmt, die zusammen mit der Nackenfaltenmessung Aufschluss darüber geben können, ob das ungeborene Baby eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für das Down-Syndrom hat.

  • Sprechen die Untersuchungsergebnisse für ein Down-Syndrom, so kann die relativ unsichere Untersuchungsmethode durch Ultraschall noch durch weitere Untersuchungen abgesichert werden.

In den meisten Fällen ergibt sich aber kein Hinweis auf ein Down-Syndrom, sodass die werdenden Eltern die Schwangerschaft in vollen Zügen genießen können.

Fruchtwasserverlust

Früher oder später wird jede werdende Mutter in der Schwangerschaft einen Fruchtwasserverlust bemerken. Normalerweise platzt die Fruchtblase kurz vor oder auch während der Geburt. Das Fruchtwasser läuft dann schwallartig aus der Scheide heraus.

Fruchtwasserverlust bei früher Schwangerschaft

Wenn die Schwangerschaft noch nicht so weit fortgeschritten ist, so kann aber ebenfalls Fruchtwasser abgehen. Meist erfolgt dies dann tröpfchenartig, trotzdem spricht man auch dann von einem Fruchtwasserverlust.

Während das Abgehen des Fruchtwassers im Zusammenhang mit der Geburt vollkommen normal ist, muss der Fruchtwasserverlust während der Schwangerschaft absolut ernst genommen werden. Gerade wenn das Fruchtwasser nur tröpfchenweise abgeht, wird es von vielen Schwangeren gar nicht bemerkt oder mit Ausfluss verwechselt.

Normalerweise wird immer wieder neues Fruchtwasser gebildet. Sollte sich jedoch ein Riss in der Fruchtblase befinden, so kann die Schwangerschaft nur noch über kurze Zeit aufrechterhalten werden.Ersttrimester-ScanIn jedem Fall muss eine ärztliche Behandlung erfolgen. Der Frauenarzt misst per Ultraschall die Fruchtwassermenge und entscheidet dann über das weitere Vorgehen.

Häufig muss die werdende Mutter in eine Klinik eingewiesen werden und dort bis zur Geburt liegen. Auf diese Weise versucht man, eine Frühgeburt zu verhindern. Gleichzeitig müssen aber auch Mutter und Kind engmaschig überwacht werden, da aufgrund eines Risses in der Fruchtblase Keime in den Körper und zum ungeborenen Baby eindringen können.

Fundusstand

Der Fundusstand wird bei jeder Vorsorgeuntersuchung ertastet und im Mutterpass notiert. Der höchste Punkt der Gebärmutter wird als Fundus bezeichnet. Demnach ist der Fundusstand Größe und Sitz der Gebärmutter.

Erfahrene Frauenärzte und Hebammen können den Fundusstand über die Bauchdecke ertasten.

Abkürzungen im Mutterpass

In den Mutterpass werden dann Abkürzungen wie "N/2" oder "Rb/2" eingetragen. Der Buchstabe N steht für den Nabel, Rb für den Rippenbogen und S für das Schambein.

Da Arzt und Hebamme immer mit Querfingern tasten, geben die Zahlen die Anzahl der Finger an. N/2 bedeutet also, dass zwei Querfinger unterhalb des Nabels der oberste Punkt der Gebärmutter liegt.

Gebärhocker

Ist es nach neun Monaten endlich soweit und die Geburt beginnt, so kann sich eine Frau aussuchen, in welcher Position sie ihr Baby entbinden möchte. Solange alle Werte in Ordnung sind, kann die werdende Mutter herumlaufen, sich auf einen Gymnastikball setzen oder in die Badewanne legen. Steht die Geburt kurz bevor, dann entscheiden sich einige Frauen für den Gebärhocker.

Gerade wenn die Frau das Bedürfnis hat, sich hinzusetzen, so kann der Gebärhocker die Geburt schnell vorantreiben.

Durch die Schwerkraft entbinden die meisten Frauen auf dem Gebärhocker schneller als im Liegen. Einen Gebärhocker kann man sich so vorstellen, dass sich die Frau daraufsetzt, die Beine spreizen kann und dank einer Aussparung am Hocker ihr Baby in dieser Position entbinden kann. Der werdende Vater sitzt in der Regel hinter der Schwangeren und stützt sie.

Genetische Beratung

Nicht immer verläuft die Schwangerschaft sorgenfrei. Gerade wenn ein Paar schon etwas älter ist oder bereits die Erfahrung eines behinderten Kindes machen musste, so überlegen sich viele, ob sie das Projekt Nachwuchs (noch einmal) wagen können.

Zielgruppen

Um das Risiko herauszufinden, ein behindertes oder krankes Kind zu bekommen, gibt es die genetische Beratung. Sie wird auch empfohlen, wenn es in der Familie Erbkrankheiten gibt oder wenn eine Frau schon drei oder mehr Fehlgeburten unklarer Ursache hatte.

Ablauf

  • Durchgeführt wird eine entsprechende umfassende Beratung in der Regel in einer humangenetischen Beratungsstelle. Hier erfährt ein Paar, welches Risiko ihr Baby trägt, krank oder fehlgebildet zur Welt zur kommen.

  • Gleichzeitig informieren die Ärzte der Beratungsstellen aber auch darüber, welche Untersuchungen während der Schwangerschaft durchgeführt werden können, um diese Krankheiten oder Fehlbildungen diagnostizieren zu können.

  • Zusätzlich erhalten Paare hier auch Informationen, wie eine bestimmte Krankheit nach der Geburt therapiert werden könnte oder welche Medikamente eine Frau in der Schwangerschaft weiternehmen darf und welche nicht.

Haptonomie

Die meisten Eltern lernen ihr Kind erst richtig kennen, wenn es geboren ist. Dabei kann man auch schon während der Schwangerschaft Kontakt zum ungeborenen Baby aufbauen.

Kontakt zum Baby aufbauen

Während die werdende Mutter ihr Kind oft schon ab der zwölften Schwangerschaftswoche spüren kann, tun sich werdende Väter meist deutlich schwerer, einen innigen Kontakt zum ungeborenen Baby aufzubauen. Sicher streicheln die Väter auch den immer dicker werdenden Bauch ihrer Partnerin, und wenn sie Glück haben, tritt sogar ein kleines Füßchen zurück.

Trotzdem können Frauen leichter eine Beziehung zu ihrem ungeborenen Baby aufbauen als Männer. Trotzdem können sich auch schwangere Frauen noch nicht richtig vorstellen, dass ein kleines Lebewesen in ihrem Bauch heranwächst.

Aber auch Frauen haben das Bedürfnis, ihr Baby schon in der Schwangerschaft richtig kennenzulernen. Genau hier setzt die Haptonomie an, die von vielen Hebammen angeboten wird. Sobald das Paar jedoch ein paar Handgriffe beherrscht, kann es die Übungen dann auch jederzeit zu Hause durchführen.

Ziel und Zweck

Ziel dieser Methode ist es, Kontakt mit dem Baby aufzunehmen.

Dazu werden die Hände auf den Bauch der werdenden Mutter gelegt und in Gedanken mit dem Baby gesprochen. Wird dies regelmäßig wiederholt, so reagieren die Babys z.B. mit Strampeln darauf.

Die werdenden Eltern spüren irgendwann, wie es ihrem Baby geht. Und genau dieses Gefühl kann auch die Geburt erleichtern, denn Haptonomie kann auch während der Geburt eingesetzt werden.

Kurse belegen

Oft werden spezielle Kurse von Hebammen geleitet. Je weiter die Schwangerschaft schon fortgeschritten ist, desto länger dauern die Berührungen, die die Eltern hier lernen. Frühestens ab der 24. Schwangerschaftswoche kann mit dem intensiven Kontakt zwischen Mutter, Vater und Kind begonnen werden.

Eine Schwangere sollte ihr Baby aber auf jeden Fall schon deutlich spüren können, damit der Kurs auch Sinn macht.

Ablauf

Während der Haptonomie legen Mutter oder Vater ganz bewusst die Hand auf den Babybauch und nehmen Kontakt mit dem Baby auf. In Gedanken erzählt man dem Baby, wie sehr es jetzt schon geliebt wird oder wie sehr man die Geburt herbeisehnt. Das Baby wird irgendwann antworten, indem es sich gegen die Hand der Eltern lehnt, mit dem Füßchen tritt etc.

Ziel der Haptonomie ist es, dass die Eltern sogar die Stimmung ihres Babys "erspüren" können. Man kann den Kontakt zum ungeborenen Baby bequem zu Hause suchen, wenn man die Griffe in einem entsprechenden Kurs gelernt hat. So kann es zu einem schönen Ritual werden, dass der werdende Vater sich abends intensiv um sein ungeborenes Baby kümmert, während die werdende Mutter entspannen kann.

Doch nicht nur in der Schwangerschaft kann die Haptonomie hilfreich sein, auch während der Geburt kann man mit dem Baby kommunizieren. Ist das Baby dann geboren, müssen die Eltern ihr Baby nicht erst kennenlernen, weil sie es schließlich schon seit Monaten kennen.

HELLP-Syndrom

Wird das HELLP-Syndrom während der Schwangerschaft diagnostiziert, so muss die werdende Mutter unbedingt ärztlich überwacht werden. Außerdem wird in der Regel bereits kurze Zeit nach der Diagnose ein Kaiserschnitt gemacht, um das Leben von Mutter und Kind nicht weiter zu gefährden. In wenigen Fällen kann das HELLP-Syndrom nämlich lebensgefährlich für die Mutter werden.

Ursachen

Diese Krankheit entwickelt sich meist bei schwangeren Frauen, die bereits unter einer "Schwangerschaftsvergiftung", einer Präemklampsie, leiden.

HELLP ist die Abkürzung für drei Symptome, die Teil dieser schweren Erkrankung sind:

  1. H steht für Hämolyse, also Blutzerfall
  2. EL ist die Abkürzung für eine Erhöhung der Leberwerte.
  3. LP ist eine Erniedrigung der Blutplättchen (Thrombozyten)

Symptome

Symptome dieser Krankheit sind beispielsweise:

Nur wenn das HELLP-Syndrom rechtzeitig erkannt wird, kann es gut behandelt werden. Nach der Geburt erholt sich die Mutter dann meist rasch.

Kreuzschmerzen

Während das HELLP-Syndrom glücklicherweise nur in wenigen Schwangerschaften auftritt, kann zum Thema Kreuzschmerzen fast jede Schwangere etwas beitragen.

Ursachen

Dabei leidet nicht jede Schwangere gegen Ende der Schwangerschaft unter den unangenehmen Rückenschmerzen. Doch je mehr der Bauch an Umfang zunimmt, desto mehr wird der Rücken der werdenden Mutter belastet.

Rückenschmerzen sind dann die Folge. Aber auch schon zu Beginn oder in der Mitte einer Schwangerschaft können Rückenschmerzen vorkommen. Ursache kann dann auch ein eingeklemmter Nerv oder das schnelle Wachstum der Gebärmutter sein.

Auch wenn während der Schwangerschaft nicht die gesamte Diagnostik zur Abklärung der Ursache von Rückenschmerzen durchgeführt werden darf (z.B. Röntgen), so sollte eine Schwangere Kreuzschmerzen nicht auf die leichte Schulter nehmen. Sie können auch das Symptom einer Nierenerkrankung sein, die unbedingt behandelt werden muss.

Lanugohaare

Jedes zu früh geborene Baby hat noch einen feinen Flaum am Körper, die Lanugohaare. Diese werden im vierten Schwangerschaftsmonat gebildet. Die Lanugohaare dienen dazu, die Käseschmiere auf Babys Haut zu halten. Daneben halten die Lanugohaare aber auch Druck und Schall vom Baby fern.

Erst gegen Ende einer Schwangerschaft verliert das Baby seine Härchen. Diese schwimmen dann im Fruchtwasser und werden vom Baby wieder aufgenommen, wenn es das Fruchtwasser trinkt. Die Haare regen vermutlich auf diese Weise Babys Verdauung an und rüsten das kindliche Verdauungssystem für die Geburt.

Babys, die zu früh geboren wurden, haben daher noch einen Flaum am ganzen Körper. Umgekehrt haben Babys, die nach dem errechneten Geburtstermin geboren werden, weder Härchen noch Käseschmiere am Körper.

Mütterberatung

Mütterberatungsstellen gibt es in jedem größeren Ort. Sie richten sich an Frauen in der Schwangerschaft und nach der Geburt. Überwiegend informieren die Mitarbeiter jedoch über Themen wie Kindererziehung, Kinderernährung und stehen mit Rat und Tat zur Seite, wenn junge Eltern oder auch Großeltern Probleme haben.

Selbst mit banalen Dingen kann man sich an eine Mütterberatungsstelle wenden. Junge Mütter, die Stillprobleme haben, sind hier genauso gut aufgehoben wie Väter, die sich Sorgen machen, weil ihr Kind ständig weint. Die Mitarbeiter der Mütterberatungsstellen hören zu, geben Ratschläge und ggfs. Adressen, an die sich die betroffenen Mütter, Väter, Omas oder Opas wenden können.

Nachgeburtswehen

Auch wenn sich die Begriffe Nachwehen und Nachgeburtswehen sehr ähnlich anhören, so besteht doch ein Unterschied. Nachgeburtswehen treten auf, wenn eine Frau ihr Baby geboren hat. Das Baby liegt dann bereits zufrieden in den Armen der Mutter, wenn diese erneut relativ heftige Wehen verspürt.

Meist dauert es etwa zehn oder zwanzig Minuten, bis die Nachgeburtswehen auftreten und die Plazenta sich löst. Erst wenn diese ausgeschieden wurde, ist die Geburt beendet.

Nachwehen spürt die frischgebackene Mutter mehrere Tage lang. Sie dienen dazu, dass sich die Gebärmutter zusammenzieht und wieder ihre ursprüngliche Größe erreicht.

Periode

Gerade Frauen, die schon lange Zeit versuchen, schwanger zu werden, sind jedes Mal enttäuscht, wenn sie wieder ihre Periode bekommen. Jede Frau hat ihre eigene individuelle Zykluslänge, die im Schnitt jedoch etwa vier Wochen dauert. So bekommt eine Frau etwa alle vier Wochen ihre Periode, die dann um die fünf Tage anhält.

Mit dem Beginn der Periode beginnt auch ein neuer Zyklus mit einem neuen Eisprung. Um diesen Eisprung herum sind die "fruchtbaren Tage" einer Frau, an denen sie schwanger werden kann.

Ist eine Schwangerschaft eingetreten, so bemerken dies die meisten Frauen am Ausbleiben ihrer Menstruationsblutung, wie die Periode auch häufig genannt wird.

Pschyrembelsches Stock-Tuch-Zeichen

Natürlich kann man einen Schwangerschaftstest machen, um festzustellen, ob eine Schwangerschaft besteht oder nicht. Doch dieser kann auch einmal falsch positiv oder negativ sein. Um eine Schwangerschaft festzustellen, untersuchen Hebamme und Gynäkologe den Gebärmutterhals einer Frau. Während der Untersuchung wird der Gebärmutterhals leicht zusammengedrückt.

Ist eine Frau schwanger, so ist eine weiche Hautschicht zu tasten, unter der sich eine recht feste Struktur befindet. Diese Veränderung ist ab dem zweiten Schwangerschaftsmonat vorhanden. Der Befund wird als Stock-Tuch-Zeichen bezeichnet, das nach dem Arzt Willibald Pschyrembel benannt wurde. Dieser Arzt hat auch das gleichnamige Medizinlexikon verfasst.

Querlage

Die meisten Babys liegen gegen Ende der Schwangerschaft mit dem Köpfchen nach unten im Bauch der Mutter. Es gibt jedoch einige Babys, die in Querlage oder mit dem Po nach unten liegen.

Liegt ein Baby während der Geburt in Querlage, so kann es nicht auf natürlichem Wege geboren werden, es wird dann per Kaiserschnitt entbunden.

Da der Arzt dies schon Wochen zuvor per Ultraschall feststellen kann, lässt man es jedoch nicht bis zur Geburt kommen, sondern vereinbart bereits wenige Wochen vor dem errechneten Entbindungstermin einen Termin zum Kaiserschnitt.

Äußere Wendung

Frauen, die ihr Baby vaginal entbinden möchten, können eine erfahrene Hebamme aufsuchen, die sich mit der "äußeren Wendung" auskennt. Durch verschiedene Handgriffe können Geburtshelfer das ungeborene Baby dazu bewegen, sich mit dem Köpfchen nach unten zu drehen.

Reflexe

Einige Reflexe bleiben dem Menschen ein Leben lang, andere bilden sich wenige Monate nach der Geburt wieder zurück. In jedem Fall sind die Reflexe wichtig für ein Baby, um überleben zu können. Von einem Reflex spricht man, wenn ein Reiz ausgelöst wird und immer wieder aufs Neue die gleiche unwillkürliche Reaktion erfolgt.

Greifreflex

Neugeborene Babys haben beispielsweise einen Greifreflex. Schiebt man seinen Finger in das kleine Händchen, so umklammert es den Finger fest, obwohl das Baby noch nicht bewusst greifen kann.

Saugreflex

Absolut überlebenswichtig ist der Saugreflex. Neugeborene Babys saugen an ihren Fingern, an der Brustwarze, an der Milchflasche oder am Schnuller, ohne das Saugen extra erlernen zu müssen. Der Saugreflex gehört zu den angeborenen Reflexen.

Laufreflex

Ein weiterer faszinierender Reflex ist das "Laufen". Schon kurz nach der Geburt kann jedes gesunde Baby seine "ersten Schritte" machen. Hält der Kinderarzt das Baby unter den Armen und stellt es mit den Beinen auf eine Unterlage, so wird das Baby einige Schritte nach vorne "laufen".

Rooming-in

Was früher noch eine Seltenheit war, ist heutzutage in jeder Entbindungsklinik Alltag: Ein gesundes Baby bleibt tagsüber, häufig auch nachts, in seinem Bettchen im Krankenzimmer der Mutter. Man spricht hier von Rooming-in. Dadurch, dass Mutter und Kind ständig zusammen sein können, intensiviert sich die Beziehung zwischen beiden.

Auch der Milcheinschuss tritt früher ein, wenn die Mutter ihr Kind immer bei sich hat.

Natürlich haben die Krankenhäuser, die Rooming-in anbieten, auch ein Neugeborenenzimmer, in dem das Baby für kurze Zeit abgegeben werden darf, wenn die Mutter z.B. duschen möchte. Und auch wenn das Baby die ganze Zeit bei der Mutter ist, stehen die Hebammen und Kinderkrankenschwestern mit Rat und Tat zur Seite.

Schwangerschaftsvergiftung

Eine Schwangerschaftsvergiftung kann nur in einer Schwangerschaft auftreten und für Mutter und Kind lebensgefährlich werden, wenn sie zu spät erkannt wird.

Symptome

Gynäkologen und Hebammen sprechen von einer Gestose, wenn die werdende Mutter unter folgenden Symptomen leidet:

Behandlung

Die Therapie besteht in der absoluten Schonung der Mutter, evtl. muss sie auch Bettruhe halten. Aus einer Schwangerschaftsvergiftung kann sich das lebensgefährliche HELLP-Syndrom entwickeln.

Titer

Einige Krankheiten können in der Schwangerschaft das Leben von Mutter und Kind gefährden oder eine spezielle Behandlung notwendig machen. Um möglichst früh Bescheid zu wissen, ob eine dieser Krankheiten vorliegt bzw. irgendwann einmal durchgemacht wurde, wird der werdenden Mutter gleich zu Beginn der Schwangerschaft Blut abgenommen. Diese Blutprobe wird in einem Labor untersucht, ob die Schwangere z.B. schon einmal Röteln hatte oder geimpft wurde und der Körper demzufolge Antikörper aufgebaut hat.

Ein Titer wird in Zahlen angegeben, beispielsweise 1:16. Die Höhe der Zahlen nach dem Doppelpunkt gibt an, wie viele Antikörper die werdende Mutter in ihrem Blut hat. Wird der Rötelntiter mit 1:16 angegeben, so ist die Antikörpermenge im Blut ausreichend und es muss nichts weiter unternommen werden.

Ergibt der Titer jedoch weniger, z.B. 1:8, so befinden sich zu wenige Antikörper im Blut.

Vätermonate

Zwei Monate kann ein junger Papa in seinem Job Pause machen und sich voll und ganz auf sein Baby konzentrieren. In diesen zwei Monaten erhält der Vater Elterngeld, und zwar zusätzlich zum Elterngeld, das die Mutter für maximal zwölf Monate gezahlt bekommt.

Bantragung und Elterngeld

Jeder Vater, der Elternzeit nehmen möchte, muss dies rechtzeitig und schriftlich bei seinem Arbeitgeber beantragen. In den Monaten, in denen der Vater zu Hause bei seinem Baby ist, erhält er 65 Prozent seines ursprünglichen Lohnes.

Es ist übrigens auch möglich, dass Mutter und Vater gemeinsam Elternzeit nehmen und sich zusammen um das Baby kümmern. Während der Vätermonate darf ein Vater bis zu 30 Stunden pro Woche Teilzeit arbeiten.

Vena-cava-Syndrom

Ursachen

Die große Hohlvene, auch Vena cava genannt, transportiert das Blut im Körper zum Herzen. Mediziner unterscheiden die obere und untere Hohlvene. Je größer ein Baby im Laufe der Schwangerschaft wird, desto mehr Platz nimmt es im Bauch der Mutter ein.

Symptome

Liegt das Baby auf der unteren Hohlvene der Mutter, so wird dies als Vena-cava-Syndrom bezeichnet. Das Baby verhindert auf diese Weise den problemlosen Rücklauf des Blutes zum Herzen, was sich bei der Mutter durch:

bemerkbar macht, sobald die Mutter auf dem Rücken liegt. Intuitiv dreht sich eine Schwangere daher auf die Seite, wenn ihre Gebärmutter auf die untere Hohlvene drückt und dies Beschwerden verursacht. Nur wenn sie dies nicht bemerken sollte, kann die Mutter bewusstlos werden und das Baby aufgrund des Sauerstoffmangels schwerste Schäden davontragen. Dies kann dann sogar zu einer Früh- oder Fehlgeburt führen.

Besonders in den Wochen vor der Geburt bemerken viele Frauen, dass sie nicht mehr bequem auf dem Rücken liegen können. Ihnen wird dann schwindelig, übel und ihr Herz rast.

Misst man den betroffenen Frauen in dieser liegenden Position den Blutdruck, so ist er sehr niedrig.

Behandlung

Normalerweise muss bei einem Vena-cava-Syndrom keine Behandlung erfolgen. Aufgrund der Tatsache, dass sich Schwangere schon intuitiv auf die Seite drehen, kann das Blut dann wieder normal fließen und die Beschwerden verschwinden von selbst.

Für die Zeit bis zur Geburt sollte eine Schwangere vorbeugend jedoch versuchen, nicht mehr auf dem Rücken zu liegen und sich auch beim Schlafen auf die Seite zu drehen. Nachts sollte sie also seitlich, am besten auf der linken Seite, schlafen. Kann man trotzdem seitlich nicht schlafen, so helfen auch Kissen dabei, dass die Vena cava nicht abgedrückt wird.

Wadenkrämpfe

Wadenkrämpfe sind ein typisches Symptom in der Schwangerschaft. Sie treten gehäuft nachts auf und rauben der werdenden Mutter den Schlaf.

Ursachen

Die Ursache der Wadenkrämpfe ist ein Mangel an Magnesium, unter dem viele Schwangere leiden. Viel Bewegung und das Hochlagern der Beine können hier Abhilfe schaffen.

Außerdem sollte die werdende Mutter ausreichend trinken und sich magnesiumreich ernähren. Nur in Ausnahmefällen verordnet der Arzt ein Magnesiumpräparat.

Behandlung

Auch wenn Wadenkrämpfe harmlos sind, sollten sie doch von einem Arzt abgeklärt werden. In der Schwangerschaft besteht nämlich auch ein erhöhtes Risiko für eine Thrombose, die mit ähnlichen Beschwerden wie die Wadenkrämpfe einhergeht.

Zwillinge

Zu Beginn einer Schwangerschaft ist es noch nicht eindeutig feststellbar, ob eine Frau nur ein Baby bekommen wird. Erst ab der siebten Schwangerschaftswoche kann der Frauenarzt im Ultraschall sehen, wie viele Babys im Bauch heranwachsen.

Eineiig oder zweieiig

Sollten es Zwillinge sein, so können sie eineiig oder zweieiig sein.

Eineiige Zwillinge sehen fast identisch aus, während zweieiige Zwillinge auch unterschiedlichen Geschlechts sein können. In sieben von zehn Fällen handelt es sich bei einer Zwillingsschwangerschaft um zweieiige Zwillinge.

Risikoschwangerschaft

Automatisch wird eine Zwillingsschwangerschaft als Risikoschwangerschaft eingestuft und engmaschiger überwacht. Obwohl auch Zwillinge auf natürlichem Wege geboren werden können, werden sie doch sehr häufig per Kaiserschnitt entbunden.

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