Anwendung, Durchführung und Risiken des totalen Muttermundverschlusses

Als totalen Muttermundverschluss bezeichnet man ein spezielles Operationsverfahren während der Schwangerschaft. Dabei wird der Gebärmuttermund zugenäht.

Vor- und Nachteile des totalen Muttermundverschlusses

Bei dem so genannten Muttermund (Ostium uteri) handelt es sich um Öffnungen in der Gebärmutter. Man unterscheidet zwischen:

  1. dem äußeren Muttermund (Ostium uteri externum)
  2. dem inneren Muttermund (Ostium uteri internum)

Im Laufe einer Schwangerschaft besteht die Möglichkeit, dass sich der Muttermund vorzeitig öffnet, wodurch sich der Gebärmutterhals zu früh weitet und weich wird. Dies kann jedoch zu einer Frühgeburt oder sogar zu einer Fehlgeburt führen, was mit einem totalen Verschluss des Muttermundes verhindert werden soll.

Der totale Muttermundverschluss

Bei einem totalen Muttermundverschluss verschließt man den Muttermund, indem er bei einer Operation zugenäht wird. Durch das folgende Zusammenwachsen kommt es schließlich zu einem vollständigen Verschluss. Diese Methode unterscheidet sich von der Cerclage, bei der lediglich eine Engerstellung des Muttermundes erfolgt.

Das Verschließen des Muttermundes hat den Vorteil, dass dadurch eine Barriere entsteht, die das Aufsteigen von Keimen aus der Vagina verhindert, was bei der Cerclage nicht der Fall ist.

Von einem frühen totalen Muttermundverschluss (FTMV) spricht man, wenn der Eingriff bereits zwischen der 12. und der 16. Schwangerschaftswoche erfolgt. Zu diesem Zeitpunkt lassen sich noch keine anatomischen Veränderungen am Muttermund feststellen.

Anwendung

Zur Anwendung kommt ein früher totaler Muttermundverschluss vor allem bei Frauen, die schon wiederholt Fehlgeburten oder Frühgeburten zwischen der 12. und der 32. Schwangerschaftswoche erlitten haben und bei denen aufsteigende genitale Infektionen dafür verantwortlich waren.

Da vor der 12. Schwangerschaftswoche andere Ursachen eine Fehlgeburt hervorrufen, erfolgt der Eingriff erst nach der vollendeten 12. Schwangerschaftswoche.

Um die Erfolgsaussichten zu vergrößern, sollte die Operation noch vor der 16. Schwangerschaftswoche durchgeführt werden.

Durchführung

  • Im Vorfeld des Eingriffes klärt man, ob möglicherweise eine Infektion besteht. Darüber hinaus erfolgt eine gründliche Desinfektion der Vagina. Einige Kliniken verabreichen zusätzlich Antibiotika.

  • Vor der Operation erhält die Patientin eine Vollnarkose, in manchen Fällen genügt auch eine Peridural-Anästhesie.

  • Zu Beginn des Eingriffes entfernt der Operateur vorsichtig die Gewebeoberfläche. Anschließend näht er den Muttermund in mehreren Schichten zu.

  • Nach der Operation bleibt die Patientin noch einige Tage in der Klinik.

Normalerweise öffnet sich der Muttermund im Verlauf des natürlichen Geburtsprozesses spontan etwas von selbst. Geschieht dies nicht, öffnet man ihn spätestens in der 37. Schwangerschaftswoche durch einen kleinen Schnitt, der in der Regel ambulant und mit einer örtlichen Betäubung erfolgt. Die Geburt findet dann meist auf normalem Wege statt.

Bei rund 80 Prozent aller Schwangeren führt der Muttermundverschluss zu einer erfolgreichen Geburt.

Trotz des Muttermundverschlusses kann eine Frau danach weiterhin schwanger werden. Es wird jedoch empfohlen, dann einen weiteren Verschluss vornehmen zu lassen.

Risiken

Ernsthafte Risiken für Mutter und Kind sind bei einem totalen Muttermundverschluss nicht zu befürchten. Manchmal entstehen am Muttermund stärkere Narben als nach einer normalen Schwangerschaft. Verletzungen des Muttermundes durch den Eingriff treten nur selten auf. Ansonsten bestehen die üblichen Operationsrisiken.

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