14. Juli 2010
Für eine so genannte Risikogeburt gibt es eigentlich keine einheitliche Definition. Gemeint sind Geburten, die mit Symptomen einhergehen, die eine Gefährdung für Mutter und Kind bedeuten.
So wird etwa bei jeder festgestellten Risikoschwangerschaft auch von einer Risikogeburt ausgegangen. So zählen sowohl die Frühgeburt, als auch die Übertragung zu den Risikogeburten. Frühzeitige Wehentätigkeit weist auf eine Risikogeburt hin, auch wenn das Ungeborene sich nicht in der richtigen Geburtslage befindet, wie zum Beispiel bei der Beckenendlage. Hinweise auf eine Risikogeburt können sich schon in der Anamnese ergeben oder sie treten erst während der Geburt auf. Mehrlingsgeburten zählen zu den Risikogeburten. Während der Entbindung kann sich ein mangelnder Geburtsfortschritt zeigen, dies kann zu Komplikationen führen. Während der Entbindung kann es auch zu Nabelschnurkomplikationen kommen, wie zum Beispiel der Nabelschnurvorfall. Es können Blutungen unter der Geburt auftreten oder es wird eine vaginal-operative Geburtshilfe nötig. Daher zählen auch Zangen- und Saugglockenentbindungen zu den Risikogeburten. Eine Kaiserschnittentbindung (Sectio caesarea) ist den Risikogeburten zuzuordnen. Auch nach der Geburt können noch Blutungen auftreten.
Manche Erkrankungen und Komplikationen während der Schwangerschaft, bedeuten auch ein erhöhtes Risiko für die Entbindung. Dazu zählen: Diabetes und Schwangerschaftsdiabetes bei der Mutter, zu hoher Blutdruck, eine Gestose während der Schwangerschaft, Auffälligkeiten der Gebärmutter (Uterus) und des Mutterkuchens (Plazenta) und vermehrte oder verminderte Fruchtwasserbildung. Auch ältere Frauen über vierzig Jahren oder junge Mütter unter achtzehn Jahren gehören zu den Risikogruppen. Auch während der Geburt kann es zu weiteren Risikofaktoren kommen, wie zum Beispiel: Fieber bei der Mutter, ein vorzeitiger Blasensprung, auffällige Herztöne während der Wehen, ein sehr langer Geburtsverlauf, der länger als sechzehn Stunden dauert und eine Unverträglichkeit des Rhesusfaktors von Mutter und Kind. Auch die Erfahrungen aus vorangegangenen Schwangerschaften können Hinweise auf ein mögliches Risiko geben. Zum Beispiel, wenn es schon Fehl- oder Totgeburten gab. Bei einer Risikogeburt muss die Intensivüberwachung von Mutter und Kind gegeben sein. Eine Risikogeburt ist praktisch jede Geburt, bei der mit Risiken zu rechnen ist, diese müssen aber nicht zwangsläufig zu Komplikationen führen. Bei einer Risikogeburt kann normalerweise keine Hausgeburt oder Geburt in einem Geburtshaus gemacht werden. Neben der Hebamme muss auch ein Arzt oder eine Ärztin anwesend sein.
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