6. April 2011
Im Bereich der Pränataldiagnostik gibt es viele verschiede Untersuchungen. Nicht alle sind auch sinnvoll.
Unter Pränataldiagnostik versteht man Untersuchungen meist zu Beginn einer Schwangerschaft, um evtl. Behinderungen und Erkrankungen des ungeborenen Babys feststellen zu können. Die meisten pränatalen Untersuchungen werden zu einem Zeitpunkt durchgeführt, zu dem noch eine Abtreibung möglich wäre, wenn das Kind z.B. schwerstbehindert wäre. Etliche Untersuchungen aus dem Bereich der Pränataldiagnostik sind sinnvoll, auf andere wiederum können werdende Eltern auch verzichten.
Werdende Eltern müssen sich immer überlegen: Was bringt mir das Ergebnis einer Pränataldiagnostik? Wenn eine Frau ihr Kind austrägt, egal ob es behindert ist oder nicht, so ist eine Pränataldiagnostik nicht unbedingt notwendig. Eltern, die sich jedoch ggfs. zu einer Abtreibung entschließen würden, finden eine genaue Untersuchung des Babys absolut notwendig und wichtig.
Zur Pränataldiagnostik gehört z.B. die Nackenfaltenmessung. Der Arzt misst hier per Ultraschall die Dicke des Nackens. Auffällige Werte sprechen für ein Baby, das z.B. am Down-Syndrom leidet. Diese Nackenfaltenmessung wird oft zusammen mit einer speziellen Blutabnahme durchgeführt, dem Triple-Test. Erhöhte bzw. auffällige Werte sprechen für ein Baby mit einem Chromosomenschaden. Junge Eltern müssen diese Diagnostik nicht zwingend durchführen lassen, wenn in der Verwandtschaft nichts Auffälliges vorkommt. Viele Ärzte sehen sich die Nackenfalte zudem sowieso während der normalen Vorsorgeuntersuchung per Ultraschall an, so dass auf diese spezielle Diagnostik verzichtet werden kann, wenn die Eltern dies möchten.
Sofern auffällige Befunde vorliegen, nimmt der Arzt mehr Ultraschalluntersuchungen vor, als dies normal üblich ist. Auch diese zusätzlichen Ultraschalluntersuchungen werden zur Pränataldiagnostik gezählt. Besonders bei auffälligen Befunden sind diese zusätzlichen Untersuchungen sicherlich sinnvoll. Auch die Blutwerte der Mutter können öfter kontrolliert werden, wenn sich Auffälligkeiten ergeben.
Auch eine Fruchtwasseruntersuchung kann im Rahmen der Pränataldiagnostik durchgeführt werden. Diese Untersuchung ist mit Risiken verbunden, so dass sie nur dann erfolgen sollte, wenn es einen medizinischen Grund gibt. Besonders Frauen, die in relativ hohem Alter schwanger werden, lassen diese Untersuchung häufig durchführen, um abzuklären, ob das Baby einen Chromosomenschaden hat. Ob diese Untersuchung in diesem Fall sinnvoll ist, müssen die Eltern selbst entscheiden. In jedem Fall kann es sinnvoll sein, einen unklaren Befund der Nackenfaltenmessung durch die Fruchtwasseruntersuchung weiter abzuklären.
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