30. März 2011
Die Plazenta löst sich meist innerhalb von dreißig Minuten nach der Geburt von selbst ab. Geburtshelfer überprüfen die Plazentaablösung mit fünf Plazentaablösungszeichen.
Normalerweise löst sich die Plazenta von selbst innerhalb von dreißig Minuten nach der Geburt des Babys. Die frischgebackene Mutter hat dann nochmals Wehen, durch die die Plazenta ausgeschieden werden kann. Für Hebammen und Frauenärzte ist es wichtig zu kontrollieren, ob die Plazenta komplett abgelöst und ausgeschieden wurde, da sich sonst eine Infektion im Bauchraum der Mutter entwickeln kann. Dazu unterscheiden die Geburtshelfer fünf verschiedene Plazentaablösungszeichen.
Mit dem "Straßmann-Zeichen" überprüfen die Geburtshelfer, ob sich die Plazenta bereits gelöst hat. Sie halten die Nabelschnur, die bereits zwischen Baby und Mutter durchtrennt wurde, straff und klopfen von außen auf die Bauchdecke der Mutter. Wenn sich die Plazenta noch nicht gelöst hat, übertragen sich diese Schwingungen auf die Nabelschnur, die die Hebamme oder der Frauenarzt in der einen Hand hält. Hat sich die Plazenta jedoch gelöst, ist von diesen Schwingungen an der Nabelschnur nichts zu spüren.
Beim "Schröder-Zeichen" tastet der Geburtshelfer den Bauch der frischgebackenen Mutter ab. Eine abgelöste Plazenta kann von außen ertastet werden. Die leere Plazenta ist dann als hartes "Organ" über die Bauchdecke zu tasten. Sie kann sich auch rechts oder links von der Stelle befinden, an der sie zuvor - noch mit dem Baby darin - war. Die Plazenta hat nach der Geburt des Babys die Form einer Sanduhr.
Ein weiteres Plazentaablösungszeichen ist das so genannte Küstner-Zeichen. Die Hebamme drückt auf die Schambeinfuge (Symphyse) und kann bei einer Plazentaablösung feststellen, dass sich die Nabelschnur nicht wieder in Richtung Gebärmutter zurückzieht.
Wenn die frischgebackene Mutter nach der Geburt erneut einen massiven Druck auf den Enddarm bemerkt, so wie dies zuvor bei den Wehen der Fall war, dann ist dies ein Zeichen für eine Plazentaablösung. Geburtshelfer bezeichnen dies als "Afterbürde".
Anhand des "Ahlfeld-Zeichens Typ II" beobachtet die Hebamme, ob die Nabelschnur weiter nach außen gleitet. Dies kann sie dadurch erkennen, dass sie an der Scheide der Frau eine Klammer um die Nabelschnur macht. Ist die Klammer nach einiger Zeit zehn Zentimeter nach außen gerutscht, hat sich die Plazenta gelöst.
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