1. Juli 2010
Wenn die Nabelschnur durchtrennt wird, bleibt ein kleiner Nabelschnurrest stehen. Dieser fällt normalerweise in den ersten zehn Lebenstagen des Säuglings ab. Die Hebammen entscheiden, wie der Nabel gepflegt werden soll.
Es gibt eine offene und eine geschlossene Nabelpflege. Bei der so genannten geschlossenen Nabelpflege werden sterile Kompressen, eine Nabelbinde oder ein Nabelnetz verwendet und der Nabel wird mit Nabelpuder behandelt. Wenn der Nabelschnurrest schnell austrocknet, wird die Entstehung eines Nabelgranuloms verringert. Die Höschenwindeln und auch Stoffwindeln können umgeklappt werden, damit der Rand nicht am Nabel reibt. So kann eine Rötung oder gar Entzündung vermieden werden. Manche Mütter träufeln Muttermilch auf den Nabel, dies gilt als altbewährte Methode und soll den Heilungsprozess unterstützen. Auch eine häufige Luftzufuhr soll die Heilung beschleunigen. Auf keinen Fall soll der Nabel nass werden, zum Beispiel durch Urin, wenn doch muss er vorsichtig gereinigt und trocken getupft werden. Man reinigt am besten mit abgekochtem und lauwarmem Wasser und einem Wattebausch. Calendula-Essenz wird empfohlen, weil sie gut reinigt und Entzündungen vorbeugt. Man soll mit ihr einen Wattebausch tränken und vorsichtig abtupfen. Auf gar keinen Fall darf die sehr empfindliche Haut mit alkoholhaltigen Mitteln behandelt werden. Hat sich Grind gebildet, darf dieser nicht gelöst werden, um die empfindliche Haut nicht zu verletzen. Allenfalls kann man probieren, in mit einem feuchten Wattebausch aufzuweichen, aber ohne zu reiben.
Es kann passieren, dass der Nabel noch ein bis zwei Wochen nässt. Das ist kein Grund zur Beunruhigung, in der Regel heilt er von alleine aus. Aber die Hebamme kann ihn sich anschauen und weitere Empfehlungen zur Behandlung geben. Die Eltern sollten den Nabel und dein Heilungsverlauf gut beobachten. Bei den ersten Anzeichen einer Nabelentzündung ist unbedingt ein Arzt zu konsultieren. Er kann vielleicht durch eine antiseptische Behandlung und einem sterilen Verband die Entzündung stoppen, dadurch kann eine Antibiotikabehandlung oder ein Klinikaufenthalt vermieden werden. Auch wenn sich der Nabel vorwölbt oder Blutströpfchen austreten, muss man das Kind einem Arzt vorstellen. Wenn sich ein Nabelgranulom gebildet hat, kann es der Kinderarzt entfernen. Ein Nabelgranulom tut nicht weh, an der kleinen Wunde hat sich wildes Fleisch gebildet, oft geht es auch von selbst zurück.
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