22. März 2011
Das Kindbettfieber war früher eine gefürchtete Erkrankung, die sehr vielen jungen Müttern das Leben gekostet hat. Erst der Arzt Ignaz Semmelweis konnte die Ursache herausfinden.
Früher erlitten sehr viele Mütter das Kindbettfieber. Dieses trat sowohl nach einer normalen Geburt als auch nach einer Fehlgeburt auf und keiner wusste, weshalb so viele Frauen kurz nach der Geburt versterben.
Das Kindbettfieber trat zu dem Zeitpunkt auf, zu dem Entbindungen in den Krankenhäusern immer üblicher wurden. Früher, als die Frauen ihre Kinder immer zu Hause geboren haben, kannte man diese oft lebensgefährliche Erkrankung nicht. Im Gegensatz zu einer Hausgeburt arbeiteten in den Krankenhäusern natürlich auch viele Ärzte, die die Frauen bei der Geburt untersuchten und betreuten. Erst zu diesem Zeitpunkt trat das Kindbettfieber derart gehäuft auf, dass eine Vielzahl junger Mütter kurz nach der Geburt verstarb.
Die Ärzte untersuchten natürlich nicht nur die frischgebackenen Mütter sondern auch Mütter, die bei der Geburt verstorben waren. Zwischen der Untersuchung der Leichen und der Untersuchung der Mütter gab es früher keine Händedesinfektion, so dass die Keime weiterverbreitet wurden. Auch die benötigten Instrumente wurden früher nicht desinfiziert. Dies erklärt, weshalb sich bei einer Geburt im Krankenhaus so viele junge Mütter mit dem Kindbettfieber infizierten. Die Ärzte betreuten viele verschiedene Patientinnen und wuschen sich zwischendurch nur selten die Hände. Hebammen, die früher die Hausgeburten betreuten, kümmerten sich hingegen nur um eine Frau.
Erst Ignaz Semmelweis fand einen Zusammenhang heraus zwischen der mangelnden Hygiene und dem Versterben der jungen Mütter. Diese Erkenntnis wurde jedoch erst nach langer Zeit von den anderen Ärzten anerkannt. Sobald sich die Ärzte nach jedem Patienten die Hände desinfizierten und auch die Instrumente gründlich gereinigt wurden, minimierte sich das gefürchtete Kindbettfieber drastisch.
Frauen, die unter dem Kindbettfieber litten, bekamen hohes Fieber, hatten Blutungen und Schmerzen im Unterbauch. Die Frauen hatten einen erhöhten Puls und atmeten sehr schnell. Nach wenigen Wochen waren auch die Organe mit den Bakterien befallen und die jungen Mütter verstarben an einer Blutvergiftung.
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