17. Oktober 2007
Von Annett Matiran
Für einen guten Geburtsverlauf ist es sehr wichtig, dass Sie sich sicher und geborgen fühlen. Da, wo Sie sich emotional am sichersten fühlen, wird die Geburt auch besser verlaufen. Sie selbst können und müssen entscheiden, wo Sie Ihr Kind auf die Welt bringen wollen. Hierbei gilt: High-Touch ist oft besser als High-Tech!

Eine gesunde Schwangere kann sich von einer Haus- bis zur Uniklinikgeburt für alles entscheiden. Liegt ein Problem vor, ist die Entscheidungsfreiheit aus medizinischen Gründen eher eingeschränkt. Obgleich Sie grundsätzlich natürlich zu nichts verpflichtet sind.
Frauen, die sich für eine außerklinische Geburt entscheiden, können zwischen einer Hausgeburt, einer Praxisgeburt und einer Geburtshausgeburt wählen. Sie haben die Gewissheit, dass es im Sinne jeder freiberuflichen Hebamme ist, dass die Geburt für Mutter und Kind gut und zur vollen Zufriedenheit ausgeht.
Bei einer Hausgeburt ist die Hebamme im Vorfeld bekannt, sodass durch die gemeinsame Schwangerenvorsorge und Kurse ein Vertrauensverhältnis entstehen konnte, wodurch die Hebamme die Möglichkeit hat, bei sich in der Schwangerschaft abzeichnenden Problemen einen anderen Geburtsort empfehlen oder unter der Geburt auf Sie abgestimmt handeln zu können. Es gibt keinen Hebammenwechsel unter der Geburt. Bei einer Hausgeburt haben Sie durch Ihre eigenen "vier Wände" die intimste Atmosphäre und sind Hausherrin. Sie müssen weder vor noch nach der Geburt den Ort wechseln und kommen mit keinen Fremdkeimen in Kontakt. Einige Frauen, die zwar eine schöne wohnliche Atmosphäre wünschen, sich aber eine Geburt in ihrer Wohnung nicht vorstellen können, ziehen ein Geburtshaus oder eine Praxis vor. Hier haben sie die Hausgeburtsbedingungen, aber einen Ortswechsel vor und nach der Geburt.
Wichtig zu wissen ist, dass Sie bei einer Hausgeburt keiner Klinikroutine und keinem Schichtwechsel ausgesetzt sind. Ihr Partner ist stärker beteiligt und zieht sich nicht so schnell wie in den gewohnten Kreißsälen in die Rolle eines Zuschauers zurück. Nach der Geburt wird er nicht heimgeschickt, sondern kann rund um die Uhr das unbeschreibliche Glück genießen.
Sie können sich frei bewegen, Ihre Gebärposition frei wählen, essen und trinken nach Bedarf, die ersten Stunden ungestört mit Ihrem Kind verbringen und hören nicht gleichzeitig andere Geburten mit. Es wird seltener ein Dammschnitt gemacht, weniger vaginal untersucht und es werden keine Wehenmittel verabreicht. Sie bestimmen den Rhythmus.
Bedauerlich ist nur die sehr unsachliche, emotionale Diskussion zum Thema Hausgeburt, die bunte Blüten treibt. Das kann die Entscheidung schwer machen. Es besteht außerdem das (geringe) Risiko, dass die Hausgeburt in einer Klinik beendet werden muss – ein Ortswechsel, der für eine Frau in den Wehen immer Stress bedeutet. Verlegt in eine Klinik wird aber nur circa jede 50. Frau. Am Informationsabend zeigt sich natürlich jede Klinik von ihrer besten Seite. Es ist eine Werbeveranstaltung. In der Regel hängt das gute Gefühl nicht von der Farbe der Wände ab, vielmehr von dem geburtshilflichem Team. Auch wenn Sie sich mit einer freiberuflichen Hebamme treffen, entscheidet das Gefühl. Die Chemie muss stimmen.
Am sinnvollsten ist es, dies alles vor Ort mit einer Hebamme abzuklären, da auch die Hebammen unterschiedliche Kriterien haben, nach denen sie einer Hausgeburt zustimmen oder nicht. Manchmal lohnt es sich auch, etwas weiter zu fahren. So häufig im Leben werden Sie vermutlich nicht mehr gebären!
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