Sport macht Spermien fit? Vorsicht: nicht jede sportliche Betätigung ist gleich gut

Untersuchung klärt, welches Sportpensum besser und welches weniger gut für die Spermienqualität ist

Von Cornelia Scherpe
13. Dezember 2016

Eine allgemeine Fitness ist für das gesunde Leben wichtig, da sind Ärzte sich einig. Auch die Beobachtung, dass die Qualität der Spermien durch ausreichend Sport im Alltag zunimmt, wurde durch diverse Studien belegt. Allerdings darf man dabei nicht verallgemeinern und jede Sportart als "spermienfreundlich" bezeichnen. Eine aktuelle Untersuchung hat geklärt, welcher Sport besser und welcher weniger gut ist.

Spermienfreundlicher Sport

Die Forscher untersuchten nicht etwa einzelne Sportarten und verglichen diese gegeneinander, sondern teilten die sportliche Betätigung in vier Bereiche ein:

  1. Wer leicht aber regelmäßig trainiert, fällt in die Gruppe MICT ("Moderate intensity continuous training").
  2. Darüber stehen die Gruppe HICT ("High intensity continuous training") und
  3. HIIT (High intensity interval training).
  4. Die vierte Gruppe treibt überhaupt keinen Sport und wird als "Non-Ex" für "Non exercise" bezeichnet.

Die Forscher arbeiteten mit 261 Teilnehmern zwischen 25 und 40 Jahren. Alle wurden in eine der vier Gruppen eingeteilt und absolvierten ein Sportprogramm passend zur Gruppe. In der Grundverfassung waren die Männer sich ähnlich:

Der Einfluss von Sport in Zahlen

Trotz vergleichbarem Gesundheitszustand unterschied sich die Qualität der Spermien jedoch stark. Der Unterschied stand in direktem Zusammenhang zur Sportlichkeit. Am fittesten waren die Spermien in der MICT-Gruppe. Moderater und kontinuierlicher Sport ist demnach am besten.

  • Im Vergleich zu einer Kontrollgruppe stieg das Volumen der Samenflüssigkeit um 8,3 Prozent und die Konzentration von Spermien pro Milliliter sogar um 14,1 Prozent.
  • Auch die Beweglichkeit der Samenzellen nahm zu und zwar um 12,4 Prozent.
  • Die Morphologie, also der Aufbau eines Spermiums, verbesserte sich; hier direkt um 17,1 Prozent.

Die Männer in der HICT- und der HITT-Gruppe lagen zwar hinter denen mit moderatem Sport, sie waren aber immer noch fitter als Männer, die gar keinen Sport betrieben. Die Studie zeigte zudem, wie kurzfristig der Einfluss von Sport ist. Beendeten die Teilnehmer ihr jeweiliges Sportprogramm, sanken die Werte binnen 30 Tagen wieder auf den Durchschnitt herab. Die Spermienkonzentration war sogar nach nur einer Woche wieder gesunken.