Eingeschränkte Fruchtbarkeit - Wo liegen die Ursachen und was kann man dagegen tun?

Paare, die sich Nachwuchs wünschen, versuchen oft mit allen Mitteln, die fruchtbaren Tage "auszunutzen". Der Mann kann dabei einige Dinge tun, um seine Fruchtbarkeit zu steigern, denn es gibt einige Faktoren, die bei einer eingeschränkten Fruchtbarkeit eine Rolle spielen. Auch die Fruchtbarkeit der Frau kann durch unterschiedliche Einflüsse eingeschränkt, beeinträchtigt oder gar verhindert werden. Dabei besteht meist ein unerfüllter Kinderwunsch. Lesen Sie alles Wissenswerte zum Thema eingeschränkte Fruchtbarkeit.

Faktoren, die die fruchtbaren Tage negativ beeinflussen können

Eingeschränkte Fruchtbarkeit - Woran kann es liegen?

Eine Frau kann nur an wenigen Tagen im Monat schwanger werden. Wenn ein Paar an diesen Tagen ungeschützten Geschlechtsverkehr hat, so kann es zu einer Schwangerschaft kommen. Oft versuchen die Paare jedoch schon seit Monaten oder Jahren, ein Baby zu bekommen - immer erfolglos.

Im weiblichen Zyklus gibt es nur ein paar fruchtbare Tage und nicht jeder fruchtbare Tag hat die gleiche Chance auf eine Schwangerschaft. Mit fortschreitendem Alter der Frau sinkt auch die Fruchtbarkeit, bis zu den Wechseljahren (Klimakterium) nimmt sie immer mehr ab.

Hormonelle Störungen beeinflussen beispielsweise die Fruchtbarkeit. Ebenso einen Einfluss auf die Fruchtbarkeit haben:

Auch folgende Umstände können sich ungünstig auf die Fruchtbarkeit auswirken:

Weitere Faktoren sind Genussmittel, hier ganz besonders Alkohol, Nikotin und natürlich auch Drogen.

Ungesunder Lebensstil mit Auswirkung auf die Fruchtbarkeit

Die Ernährung und die Gesundheitsvorsorge sind wichtige Faktoren, um die Fruchtbarkeit zu beeinflussen. Ungünstige Lebensumstände, soziale und zivilisatorische Einflüsse spielen für die Frau eine große Rolle.

Nikotionkonsum

Starke Raucherinnen beispielsweise beeinflussen ihre fruchtbaren Tage negativ, d.h. eine Raucherin wird in der Regel nicht so schnell schwanger wie eine Nichtraucherin. Dies liegt daran, dass sich die Eizelle durch das regelmäßig aufgenommene Nikotin nicht so leicht im Körper der Frau einnisten kann. Je mehr Zigaretten eine Frau raucht, desto mehr sinkt ihre Wahrscheinlichkeit, schwanger zu werden.

Alkoholkonsum

Der Alkohol schädigt den Körper ebenfalls und beeinflusst die fruchtbaren Tage somit genauso wie das Nikotin. Kommen Alkohol und Nikotin zusammen, so erschwert sich das Schwangerwerden nochmals um ein Vielfaches.

Bleikonzentration

Frauen, die über die Nahrung (z.B. einige Fisch- und Muschelsorten oder Pilze), die Luft, das Rauchen (z.B. Cannabis) oder z.B. auch das Geschirr zu hohe Bleikonzentrationen aufnehmen, können unter einer Bleivergiftung leiden. Auch diese beeinflusst die fruchtbaren Tage negativ, so dass Frauen mit einer zu hohen Bleikonzentration im Körper oft nicht schwanger werden können.

Ungesunde Ernährung

Natürlich spielt auch die Ernährung der Frau eine Rolle. Frauen, die sich überwiegend ungesund (z.B. von Fast Food) ernähren, können sich zwar aufgrund ihres Zyklus ihre fruchtbaren Tage errechnen lassen, dennoch ist ihr Körper nicht bereit dafür, eine befruchtete Eizelle einzunisten. Wie sich die Ernährung auf die Fruchtbarkeit auswirken kann, lesen Sie hier.

Stress

Auch Stress und andauernder Ärger wirken sich negativ auf die Fruchtbarkeit der Frau aus. Der Körper der Frau ist dann nicht bereit für eine Schwangerschaft, auch wenn das Paar an den errechneten fruchtbaren Tagen der Frau Geschlechtsverkehr hat.

Studien: Bierbauch steht Vaterglück im Weg

Immer mehr Studien weisen darauf hin, dass bereits leichtes Übergewicht zu erheblichen Einschränkungen bei der Fruchtbarkeit von Männern führen kann. Die folgenden zwei Studien sollten Männer mit Vatergedanken aufhorchen und in die Laufschuhe springen lassen.

Weniger Bauchfett führt zu einem besseren Liebesleben

Eine Studie, die an der amerikanischen Universität von Adelaide durchgeführt wurde, hat gezeigt, dass Fettabbau bei Männern zur Verminderung von Erektionsproblemen führen kann.

Die Forscher setzten mehr als 30 übergewichtige Männer, die von Erektionsschwierigkeiten betroffen waren, für acht Wochen auf eine kalorienreduzierte Diät. Im Schnitt mussten die Probanden dabei auf 600 Kalorien pro Tag verzichten.

  • Fast alle Männer berichteten am Ende der Diät über eine Verbesserung ihres Liebeslebens.

Die Wissenschaftler sehen darin den Beweis erbracht, dass die Folgen von Übergewicht nicht nur Auswirkungen auf die Blutgefäße im Herzen hat, sondern auch die Blutversorgung im Lendenbereich beeinträchtigen kann.

Übergewicht des Vaters wirkt sich auch aufs Kind aus

Wer sich als Mann mit den Gedanken trägt, Nachfahren in die Welt zu setzen, muss ebenso auf seine Figur achten wie die zu schwängernde Dame. Eine irische Studie hat gezeigt, dass übergewichtige Babys meist auch einen übergewichtigen Vater haben. Bisher galt nur das Gewicht der Mütter als maßgeblicher Faktor für adipöse Säuglinge.

Die Wissenschaftler des Universitätskrankenhauses in Dublin kamen außerdem zu der Erkenntnis, dass fitte Männer nicht nur normalgewichtige Babys in die Welt setzen, sondern auch allgemein eine größere Chance haben, überhaupt Nachkommen zu zeugen.

Und das liegt nicht nur am Sixpack, sondern schlicht an der Tatsache, dass ein hohes Übergewicht zu einer geringeren Spermienqualität führen kann.

Männer, die einen Kugelbauch für akzeptabel halten, sollten spätestens bei dieser Meldung die Notwendigkeit eines Fitness-Lebensstils und regelmäßigen Trainings erkennen.

Die Ursache für eine eingeschränkte Fruchtbarkeit ärztlich abklären lassen

Bleibt eine Schwangerschaft längere Zeit nach Absetzen von Verhütungsmittel aus, sollten sich sowohl Frau als auch Mann ärztlich untersuchen lassen, um die Unfruchtbarkeit abzuklären. Dabei sollte das Paar aber mindestens zweimal die Woche über einen längeren Zeitraum, man spricht oft von einem Jahr, ungeschützt Geschlechtsverkehr gehabt haben.

Erkrankungen, die die Fruchtbarkeit beeinträchtigen können

Der Arzt kann Krankheiten diagnostizieren, die sich negativ auf die Fruchtbarkeit auswirken, wie zum Beispiel:

  • Endometriose
  • eine Schilddrüsenfehlfunktion
  • Anomalien
  • starke psychische Belastung

Bestimmte Faktoren muss der Arzt ausschließen, wie zum Beispiel:

  • blockierte Eileiter, die verklebt, unterbrochen oder verengt sind
  • anatomische Veränderungen der Scheide
  • angeborene oder erworbene Veränderungen der Gebärmutter
  • Veränderungen im kleinen Becken
  • Ovulationsschwierigkeiten (Eisprung)
  • Follikelreifungsstörungen
  • andere gynäkologische Befunde mit einer beeinträchtigenden Wirkung
Infektionen und Vitamin-B-12-Mangel mit Auswirkung auf die Fruchtbarkeit

Ebenso können genetische Defekte als auch Infektionen eine Schwangerschaft verhindern. Ebenso sollte ein Vitamin-B12-Mangel im Laufe der Untersuchungen ausgeschlossen werden.

Weitere Faktoren, die die Fruchtbarkeit einschränken können

Neben einem ungesunden Lebensstil sowie einigen Erkrankungen gibt es auch noch andere Faktoren, die eine eingeschränkte Fruchtbarkeit zur Folge haben können.

Das Alter

So ist es beispielsweise ab einem bestimmten Alter ganz normal, dass die Fruchtbarkeit nachlässt. Dies gilt für die Frau als auch für den Mann. Informieren Sie sich hier genauer zu dem Thema.

Medikamenteneinnahme

Auch bestimmte Medikamente können sich negativ auf die Fruchtbarkeit auswirken. So können sie in den Hormonhaushalt eingreifen oder etwa die Spermienqualität mindern.

Nicht immer lässt sich die Einnahme von Arzneimitteln verhindern; natürlich gibt es auch Fälle, in denen eine regelmäßige Versorgung dieser Art nötig ist. Informieren Sie sich hier genauer über dieses Thema.

Gleitmittel

Gleitmittel stellt ein beliebtes Hilfsmittel und Spielzeug beim Sex dar. Herkömmliches Gleitmittel steht allerdings in der Kritik, die Befruchtungsfähigkeit der Spermien zu beeinflussen. Mehr dazu lesen Sie hier in unserem separaten Artikel.

Wer nicht auf Gleitgel verzichten möchte, kann sich für ein spezielles Mittel entscheiden, welches speziell für Paare mit Kinderwunsch konzipiert ist: es soll die Befruchtungsfähigkeit der Spermien verbessern.

Eine hohe körperliche Belastung

Ebenso wie Stress und Schlafmangel können auch starke körperliche Belastungen negative Auswirkungen auf die Fruchtbarkeit haben. Dazu zählen sowohl sportliche Einheiten als auch schwer köperliche Arbeit.

In Maßen betrieben, hat Sport allerdings einen positiven Effekt auf die Fruchtbarkeit. Frauen mit Kinderwunsch sollten jedoch auf Leistungssport verzichten.

Hilfreiche Maßnahmen - Was tun bei eingeschränkter Fruchtbarkeit?

Es gilt, die erwähnten Risikofaktoren möglichst einzuschränken. Dazu sind unterschiedliche Maßnahmen zu empfehlen.

Auf das Rauchen verzichten

Wie auch bei den Frauen so reduziert das Rauchen von Zigaretten auch bei Männern die Fruchtbarkeit. Untersuchungen haben gezeigt, dass die Spermien von rauchenden Männern nicht so beweglich sind und dass auch nicht so viele Spermien vorhanden sind wie bei einem Nichtraucher.

Ein Normalgewicht anstreben

Besonders dicke oder besonders dünne Männer haben Untersuchungen zufolge schlechtere Spermien als Männer mit Normalgewicht. Männer, die demnach ihre Fruchtbarkeit steigern möchten, sollten - je nach Ausgangsgewicht - versuchen zu- oder abzunehmen. Frauen mit Normalgewicht können die Regelmäßigkeit ihres Zyklus unterstützen.

Auf gesunde Ernährung und Bewegung achten

Die Ernährung spielt natürlich ebenfalls eine entscheidende Rolle. Männer, die sich vitaminreich ernähren, kaum Alkohol trinken und sich ausreichend bewegen, können leichter Kinder zeugen als andere Männer.

Zusätzlich sollten Männer darauf achten, Produkte, die Soja enthalten, nur hin und wieder und in Maßen zu verzehren. Sojaprodukte beeinflussen die Fruchtbarkeit negativ.

Dies gilt natürlich auch für Frauen. Und wie bereits erwähnt, sollte auf zu intensiven Sport verzichtet werden.

Regelmäßig Sex haben

Regelmäßiger Geschlechtsverkehr verbessert die Qualität der Spermien. Paare, die sich Nachwuchs wünschen, sollten also regelmäßig "üben", besonders an den fruchtbaren Tagen der Frau.

Für ausreichend Ruhe und Schlaf sorgen

Da sich Stress und Schlafmangel negativ auf Spermien und Hormonhaushalt auswirkeln, gilt es, beide Faktoren möglichst zu vermeiden. Ausreichend Schlaf und regelmäßige Ruhephasen sind somit fest einzuplanen.

Was Mann tun kann: eine Überwärmung der Hoden vermeiden

Damit die Spermien im Hoden des Mannes eine gute Qualität haben, darf der Hoden nicht zu warm sein:

  • Enge Kleidung wie zum Beispiel enganliegende Hosen sollte ein Mann daher vermeiden, wenn er seine Fruchtbarkeit verbessern möchte.

  • Männer, die regelmäßig mit ihrem Laptop auf dem Schoß arbeiten, erhöhen dadurch die Körpertemperatur und auch die Temperatur des Hodens.

  • Auch zu langes und regelmäßiges Sitzen vermindert die Fruchtbarkeit des Mannes, da sich auch hier die Hoden erwärmen.

Wenn es sich hierbei auch nur um eine geringfügige Erhöhung der normalen Temperatur handelt, so kann dies dennoch dazu führen, dass die Spermien nicht mehr so beweglich sind und eine Befruchtung des Eies dadurch schwieriger wird.

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  • 3d spermie © Sebastian Kaulitzki - www.fotolia.de

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