17. Juni 2010
Das Thema Fehlgeburt gehört immer noch zu den Tabuthemen. Oft wird eine Fehlgeburt verschwiegen und die betroffenen Frauen trauen sich nicht darüber zu reden. Auch ein Großteil der Gesellschaft weiß nicht, wie er auf dieses Thema reagieren soll. Dabei kommen die betroffenen Frauen in eine echte Trauerreaktion.
Eine Fehlgeburt ist ein harter Schicksalsschlag und will erst einmal verarbeitet werden. Hoffnungsfroh hatte sich die Frau auf die Schwangerschaft und die Geburt des Kindes gefreut. Pläne wurden geschmiedet und das Kind schon als Teil des eigenen Lebens betrachtet. Egal in welcher Schwangerschaftswoche die Frau das Kind verliert, die Trauer ist immer groß. Dabei trauert jede Frau anders und die Reaktionen sind ganz unterschiedlich. Es ist normal, dass man weinen muss, auch Depressionen, Druck, Erschöpfung und Schuldgefühle können auftreten. Vielleicht hat die Mutter keinen Appetit mehr, kann nur schlecht schlafen und kann sich kaum noch konzentrieren. Der Schmerz tut weh und die Trauer überwältigt. Durch die hormonelle Umstellung erlebt die Frau eine zusätzliche emotionale Achterbahnfahrt. Oft ist sie in ihrer Trauer allein gelassen, und bekommt lediglich gut gemeinte Ratschläge, die aber eher verwunden anstatt zu helfen.
Für die betroffenen Frauen kann es eine große Hilfe sein, wenn sie psychologische Betreuung in Anspruch nehmen. Auch Selbsthilfegruppen, Internetforen und Frauen mit einem ähnlichen Schicksal können eine Hilfestellung geben. Es hilft sehr zu erfahren, dass man mit diesem Schicksal nicht alleine ist. Die Trauerarbeit muss die Frau allerdings alleine bewältigen. Eine gute Partnerschaft kann dabei eine stabilisierende Unterstützung sein. In jedem Fall braucht die Frau in dieser Zeit viel Verständnis und Einfühlungsvermögen.
Theoretisch kann die Frau sofort wieder schwanger werden, sie sollte ihrem Körper aber Schonung geben und Zeit zum regenerieren und erholen. Die Ärzte und Hebammen raten dringend, mindestens zwei bis drei Monate zu warten. Auch auf Geschlechtsverkehr sollte die Frau in dieser Zeit verzichten. Von Tamponbenutzung und Vollbädern wird abgeraten. Eine erneute, erfolgreiche Schwangerschaft wäre wahrscheinlich die beste Therapie. Aber den meisten Frauen fällt es schwer, wieder ein normales Leben aufzunehmen und es bleibt die Angst, dass es wieder passieren könnte. Nach einer Fehlgeburt sind die Risiken auf eine weitere Fehlgeburt nicht höher als vorher.
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