6. Oktober 2008
Von Andreas Hadel
Auf paradisi.de haben wir schon mehrfach über die negativen Effekte von sogenannten Transfetten gesprochen. Nun deutet eine aktuelle Studie an, dass der häufige Verzehr von Transfetten zu Fehlgeburten führen kann.
Transfette sind künstlich gehärtete Fette und werden häufig in Fertiggerichten und bei der Zubereitung von Fast Food verwendet. Obwohl sie chemisch betrachtet, den gesättigten Fettsäuren gleich sind, haben sie doch einen deutlich schlechteren Einfluss auf unsere Gesundheit. Mediziner konnten zweifelsfrei nachweisen, dass Transfette zu Arterienverstopfungen und Herzbeschwerden führt. Die Beweise waren so erdrückend, dass sich die Stadt New York gezwungen sah, die Verwendung von Transfetten in Restaurants und Schnellimbissen zu verbieten.
Dr. Charles J. Glueck vom "Jüdischen Krankenhaus und Cholesterin-Zentrum" in Cincinnat, Ohio, konnte nun vor kurzem auch nachweisen, dass Transfette bereits für das ungeborene Leben gefährlich sind. Seine Untersuchungen haben gezeigt, dass Frauen, die vergleichsweise viel Transfette konsumieren, mit einer höheren Wahrscheinlichkeit einen fötalen Abgang erleben könnten.
Frühere Studien haben ebenfalls gezeigt, dass es einen Zusammenhang zwischen einer hohen Transfettzufuhr und Insulinresistenz gibt. Die Insulinresistenz führt wiederum zu einem vermehrten Aufkommen von plasminogenen Hemmstoffen, was ebenfalls Fehlgeburten begünstigen kann.
Um die potentiellen Zusammenhänge von Transfetten und Fehlgeburten besser verstehen zu können, untersuchten Dr. Glueck und seine Mitarbeiter den Transfettkonsum von Frauen, die von ihrer Kindheit bis zum Erwachsenenalter an einer Studie für kardiovaskuläre Risikofaktoren beteiligt waren.
Das Wissenschaftlerteam konzentrierte sich dabei auf 104 Frauen, die mindesten einmal schwanger waren. Von all diesen Frauen hatten 57 Prozent noch nie eine Fehlgeburt, 24 Prozent berichteten von einer Fehlgeburt und die übrigen Probandinnen hatten zwei oder mehr fötale Abgänge.
Nachdem sie die Frauen alle hinsichtlich ihres durchschnittlichen Transfettkonsums kategorisiert hatten, wurde deutlich, dass die Fehlgeburtenrate bei den Frauen mit einer gemäßigten Zufuhr von Transfetten bei 30 Prozent lag. Bei Frauen, die vergleichsweise viele Transfette aßen, lag die Fehlgeburtenrate bei 52 Prozent.
Je mehr Kalorien aus Transfetten stammten, um so größer wurde die Fehlgeburtenwahrscheinlichkeit. Dieser Zusammenhang ist unabhängig von der Körpermasse, Insulin, Glukoselevel und anderen möglichen Faktoren, die zu einem fötalen Abgang führen können.
Auf welchen biochemischen und physiologischen Prozessen dieser Zusammenhang basiert, muss durch weitere Untersuchungen herausgefunden werden. Dr. Glueck und seine Kollegen sprechen sich für die Empfehlung aus, Transfette so weit es geht aus der Ernährung zu verbannen, und so das Riskio, eine Fehlgeburt zu erleiden, zu verringern. Aktuelle Ernährungsrichtlinien geben an, dass Transfette nicht mehr als ein Prozent der gesamten Kalorienaufnahme ausmachen sollten.
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