Zwei Herzen, vier Nieren - Gedoppelte Organe kommen öfter als gedacht vor

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  • von Paradisi-Redaktion
Bunte Grafik der menschlichen Organe vom Hals bis zum Unterleib

Viele Menschen haben davon noch nie gehört, aber tatsächlich kommt es immer wieder vor, dass jemand mehr Organe hat als von der Natur vorgesehen. Einzelorgane wie Herz, Darm oder auch Penis und Gebärmutter sind doppelt vorhanden und paarige Organe wie Nieren entsprechend 3-fach oder 4-fach.

Solche Fehlbildungen können im besten Fall ganz harmlos sein. Sind beispielsweise alle vier Nieren funktionstüchtig, lebt der Betroffene normal und hat sogar einen Überlebensvorteil.

Doch die Fehlbildungen können auch Krankheiten triggern. Nicht selten kommt es zu Krebs. Frauen mit zwei Uteri (doppelter Gebärmutter) leiden meist unter starken Blutungen und Mehrfachorgane sind oft der Angriffspunkt für Infektionen.

Mehrfachorgane sind keine Seltenheit

Bisher gibt es in Deutschland kein allgemeines Register, in das Ärzte ihre Diagnosen dieser Art der Fehlbildungen eintragen. Eine Datensammlung, die alle Informationen codiert verwahrt, gibt es in Deutschland bislang nur im Bundesland Hessen.

Genau das macht es jedoch für Forscher schwer, dem Phänomen weiter auf den Grund zu gehen. Die Mehrfachorgane kommen öfter vor, als man denkt. Allein gedoppelte Nieren werden von der Deutschen Gesellschaft für Kinderchirurgie jedes Jahr auf 20 Fälle geschätzt. Bis zu 3,2 Millionen Deutsche haben eventuell doppelte Nieren und das ohne es zu wissen. Zwei Därme in einem Körper kommen nach Schätzung bei jedem 4.500sten Neugeborenen vor. Noch seltener kommt es zur Herausbildung von zwei Penisen bei einem Jungen. Hiervon ist schätzungsweise eines von 5,5 Millionen Babys betroffen. Insgesamt dokumentiert wurden in den letzten Jahren rund 100 Jungen, die entsprechend behandelt werden mussten.

Eine eingerichtete Meldestelle würde aus vielen Schätzungszahlen Gewissheit machen. In Europa kümmert sich bislang nur die Sammlung "Eurocat" um die Erhebung solcher Daten. Das Kürzel steht für "European registration of congenital anomalies".

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