23. Februar 2011
Viele Fehlbildungen eines Babys werden bereits während der Schwangerschaft diagnostiziert. Etliche Fehlbildungen können behandelt und korrigiert werden.
Wenn der Frauenarzt feststellt, dass das ungeborene Baby eine Fehlbildung hat, ist dies immer ein Schock für die werdenden Eltern. Gleiches gilt auch, wenn die Fehlbildung erst nach der Geburt diagnostiziert wird. Die Eltern fragen sich dann sofort: Kann die Fehlbildung behandelt werden? Kann mein Kind ein normales Leben führen?
Wann und ob eine angeborene Fehlbildung therapiert werden kann, hängt davon ab, wo sich die Fehlbildung befindet und wie stark sie ausgeprägt ist. Ein Baby, das aufgrund einer Fehlbildung schlecht hört, kann z.B. mit einem speziellen Hörgerät behandelt werden. Durch ein kleines implantiertes Gerät kann der Schall von außen nach innen geleitet werden und das Baby trotz seiner Fehlbildung hören.
Babys, die eine Fehlbildung an einem Ohr haben und die Ohrmuschel entweder gänzlich fehlt oder auch nur teilweise vorhanden ist, können ebenfalls meist erfolgreich operiert werden. Fehlt nur ein Teil der Ohrmuschel so können die Ärzte aus einem anderen Bereich des Körpers einen winzigen Knorpel entnehmen und zusammen mit einem kleinen Stück eigene Haut die Ohrmuschel formen. Fehlt die Ohrmuschel ganz, so können auch Implantate verwendet werden.
Babys, die unter einer Lippen-Kiefer-Gaumenspalte leiden, können ebenfalls meist erfolgreich behandelt werden. Die Lippe wird hier operativ verschlossen, eine Gaumenplatte angefertigt, der Kieferknochen stabilisiert und/oder ein ästhetisches Aussehen geformt. Meist sind dazu mehrere Eingriffe verteilt über mehrere Monate oder Jahre notwendig.
Babys, die einen angeborenen Herzfehler haben, werden oftmals kurz nach der Geburt von Kinderherzchirurgen operiert. Je nach Art des Herzfehlers benötigt das Baby z.B. eine künstliche Herzklappe. Am Herz sind viele verschiedene Fehlbildungen möglich, die alle unterschiedlich behandelt werden. Oftmals können sie auch medikamentös therapiert werden. In einigen Fällen ist eine Operation nicht notwendig, da sich der Herzfehler mit den Jahren von alleine verwächst. Ein angeborener Herzfehler bedeutet heutzutage keinesfalls, dass das Kind nicht lebensfähig ist.
Babys, die eine angeborene Fehlbildung der Hüfte haben, werden oft mit einer so genannten Spreizhose behandelt, bei der die Beinchen nach außen gespreizt werden und die Hüfte gestützt wird und dadurch richtig wächst.
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