Benzodiazepine gegen Angststörungen: Bei Patientinnen steigt die Gefahr für Eileiterschwangerschaft

Frauen mit Kinderwunsch sollten auf Benzodiazepine als Therapeutikum verzichten

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  • von Paradisi-Redaktion
Grafik Frauenkörper, Eierstöcke, Gebärmutter und Eileiter hervorgehoben

Benzodiazepine sind Wirkstoffe, die unmittelbar auf die Erregbarkeit von Nervenzellen einwirken. Daher werden sie an Patienten mit Angststörungen aber auch mit Krampfanfällen herausgegeben. In den USA haben Forscher nun ermittelt, dass die Einnahme für Frauen mit einem bisher unbekannten Risiko verbunden ist: Die Gefahr für eine Eileiterschwangerschaft steigt.

An der Stanford Universität analysierten die Forscher eine Datenmenge von 1.691.366 Schwangerschaften. 1,78 Prozent der Frauen hatten bis zu 90 Tage vor der Empfängnis ein Rezept für Benzodiazepin eingelöst. Was wenig klingt, betraf in der Studie immerhin 17.990 Personen. Stellte man diese Teilgruppe nun den übrigen Frauen gegenüber, zeigte sich ein klares Bild.

Auf 10.000 Schwangerschaften gerechnet, traten 80 Eileiterschwangerschaften auf. Eine eingehende Analyse zeigte außerdem, dass Angst- und Schlafstörungen als Krankheiten an sich nicht in einem Zusammenhang mit Eileiterschwangerschaften stehen. Es ist daher sehr wahrscheinlich, dass es die eingenommenen Medikamente sind, die das Risiko erhöhen.

Nervenberuhigende Wirkung stoppt vermutlich die Eileiter-Wanderung

Wie genau die Wirkstoffe die Gefahr steigern, kann eine reine Beobachtungsstudie nicht sagen. Die Forscher gehen aber der Theorie nach, dass die sprichwörtlich nervenberuhigende Wirkung der Stoffe das Problem ist. Bei einer gesunden Frau wandert die monatlich reife Eizelle von den Eierstöcken über die Eileiter abwärts und bis zur Gebärmutter. Die Benzodiazepine sind vermutlich daran schuld, dass die für diese Reise notwendigen Muskelkontraktionen ausbleiben. Mit anderen Worten: Es fehlt die Muskelkraft, um die Eizelle bis zur Gebärmutter zu tragen. Sie verbleibt im Eileiter und kann dort von einer Samenzelle befruchtet werden.

Die Forscher raten aufgrund ihrer Ergebnisse allen Frauen mit Kinderwunsch, auf Benzodiazepine als Therapeutikum zu verzichten. Tritt eine ungeplante Schwangerschaft auf, sollte besonders gut auf Frühwarnsignale wie starke Schmerzen oder auch Blutungen geachtet werden.

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  • Bildnachweis: Eisprung, Eileiter und Gebärmutter © lom123 - www.fotolia.de

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