22. April 2007
Vielen jungen Müttern wird während der Geburt ein "Dammschnitt" gemacht, in Bayern etwa jeder dritten. Das bedeutet, der Geburtskanal wird durch einen gezielten Schnitt erweitert. Damit soll unkontrollierten Einrissen vorgebeugt werden. Doch offenbar wird der Schnitt viel häufiger als nötig vorgenommen.
Studien zeigen: Wenn der Damm von alleine reißt, entsteht kein nachweisbarer Nachteil. Die Wunde verheilt im Einzelfall sogar besser. Nach Meinung von Professor Klaus Vetter, Leiter des Perinatalzentrums im Krankenhaus Berlin-Neukölln, gibt es nur zwei Situationen, die einen Schnitt rechtfertigen: Wenn es dem Kind schlecht geht und die Geburt beschleunigt werden muss, und wenn größere Rissverletzungen an Stellen drohen, wo die Narben Probleme bereiten. "Damit kämen wir zu einer Schnittrate von etwa zehn Prozent", rechnet er im Apothekenmagazin Baby und Familie vor. Tröstlich: Auch wenn die Zahlen heute noch viel zu hoch sind – sie sind bereits rückläufig.
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