Tipps zur Pflege und zum Verhalten nach einem Dammschnitt

Nahaufnahme Frau nimmt homöopathisches Medikament ein

Informationen zur Nachsorge und zum Beschleunigen des Heilungsprozesses nach einem Dammschnitt

Wenn der Muttermund vollständig geöffnet ist, beginnt die so genannte Austreibungsperiode. In dieser Phase wird der Damm sehr belastet. Die Geburt des Köpfchens nennt man auch "Durchschneiden", dabei kann ein Dammschnitt (Episiotomie) nötig werden.

Mit dem Dammschnitt will man einen Dammriss verhindern. Der Dammschnitt wird ohne Betäubung, in der Regel während einer Presswehe ausgeführt. Eine Weile nach der Entbindung wird er mit einer örtlichen Betäubung vernäht. Wenn es nicht zu Komplikationen kommt, verheilt der Dammschnitt gut.

Früher wurde der Dammschnitt oft präventiv durchgeführt. Heutzutage versuchen Hebammen ihn möglichst zu vermeiden.

Den Heilungsprozess beschleunigen

Ist ein Schnitt unvermeidbar oder kommt es zu einem Riss, so wird dieser nach der Entbindung zugenäht. Generell gilt, dass ein Schnitt besser verheilt, wenn er gerade zum After hin gesetzt wird.

Je nach Verletzungsgrad kann sich die Wundheilung aber über mehrere Wochen hinziehen und mitunter zu diversen Beschwerden führen. Um diese zu lindern und den Heilungsprozess zu beschleunigen, gibt es einige Möglichkeiten.

Sitzring

Der Dammschnitt, beziehungsweise die Naht, kann der Frau nach der Entbindung Schmerzen bereiten. Sie sollte zumindest die ersten drei Tage liegen und nicht auf der Naht sitzen. Ein Sitzring kann das Sitzen später unterstützen und erträglicher machen.

Kühlung

Treten Schwellungen und Blutergüsse auf, können diese leicht gekühlt werden. Die Naht muss unbedingt trocken gehalten und sollte nicht belastet werden.

Eine Möglichkeit, den Damm zu kühlen, ist die Verwendung eines Kondoms, in das man Eiswürfel füllt. Nun knotet man es zu und wickelt ein Tuch darum. Dieses kalte Kondom kann man nun zwischen die Schamlippen legen.

Sitzbad oder Spülung mit Heilkräutern

Calendulaessenz und Eichenrinde wirken heilend. Ein kurzes Sitzbad damit, höchstens ein paar Minuten, dass die Naht nicht aufweicht, kann sehr wohltuend sein.

Alternativ lässt sich die Wunde auch lediglich spülen; neben Eichenrindenextrakt aus der Apotheke hat sich zu diesem Zweck auch Kamillenoder bewährt. Man füllt die Wanne etwa zehn Zentimeter hoch mit Wasser und gibt die Zusätze hinzu. Anschließend spült man die Wunde vorsichtig und föhnt sie danach trocken, sodass die Substanzen auf der Naht verbleiben.

Homöopathische Mittel

Auch homöopathische Mittel können eine Wundheilung fördern. Besonders Arnika (D4) hat sich zu diesem Zweck bewährt.

Ballaststoffreiche Nahrung

Es ist wichtig, für einen weichen Stuhlgang zu sorgen; dies gelingt besonders durch ausreichende Flüssigkeitszufuhr und eine ballaststoffreiche Ernährung. Empfehlenswert:

Beim Stuhlgang sollte man möglichst nur vorsichtig pressen, um die frische Naht nicht zu belasten. Aufplatzen kann sie jedoch auch bei größerem Druck nicht so einfach.

2 Liter Wasser am Tag helfen für einen weichen Stuhlgang zu sorgen
2 Liter Wasser am Tag helfen für einen weichen Stuhlgang zu sorgen

Gegen Schmerzen beim Pinkeln

Ein brennendes Gefühl beim Wasserlassen ist nach einem Dammschnitt- oder riss nicht selten. Um die Schmerzen zu lindern, kann man während des Wasserlassens mithilfe eines Bechers warmes Wasser über die Wunde laufen lassen. Alternativ kann man sich auch in die Dusche stellen und mit der Brause arbeiten.

Geschlechtsverkehr unterlassen

Auf Geschlechtsverkehr muss nach einem Dammschnitt verzichtet werden. Es besteht ja auch noch der Wochenfluss und dieser ist hochinfektiös für den Partner.

Ein komplikationsloser Dammschnitt braucht so etwa sechs Wochen bis er heilt. Dann lösen sich die Fäden auf und die Schwellung geht zurück. Erst nach der Heilung ist ein schmerzloser Geschlechtsverkehr möglich.

Hygiene und Spülungen

Mehrfach täglich durchgeführte Spülungen unterstützen den Heilungsprozess. Salben und ähnliches sollten zur Pflege des Dammschnitts nicht verwendet werden. Aus hygienischen Gründen ist es wichtig, den Bereich um den Dammschnitt regelmäßig abzuduschen.

Vorbeugung

Um einem Dammschnitt vorzubeugen, machen manche Frauen schon zu Beginn der Schwangerschaft einmal wöchentlich eine Dammmassage, zum Ende der Schwangerschaft täglich. Hierfür verwendet man am besten ein natürliches und hochwertiges Massageöl; dies soll den Damm geschmeidiger und elastischer machen.

Wie die Dammmassage am besten ausgeführt wird, kann man sich von einer Hebamme erklären lassen. Meistens findet dies im Rahmen eines Vorbereitungskurses statt. Mehr Infos zur Massage und weiteren Vorbeugemöglichkeiten erhalten Sie hier.

Grundinformationen und Hinweise zum Dammschnitt

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Autor:

Paradisi-Redaktion - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

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