Nach einem Kaiserschnitt kommt es seltener zu Beckenbodenschwäche

Frauen, die per Kaiserschnitt gebären, haben weniger Probleme mit Inkontinenz und Reizblase

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  • von Paradisi-Redaktion
Blaue 3-D-Grafik einer Frau mit leuchtend hervorgehobener und eingekreister Harnblase

Nicht wenige Mütter haben nach der Entbindung ihres Kindes mit Problemen wie Urin- und Stuhlinkontinenz zu kämpfen. Grund dafür ist ein stark geschwächter Beckenboden, der durch intensives und ausdauerndes Training wieder in Form gebracht werden muss. Um Beckenbodenstörungen gar nicht erst zu entwickeln, könnte ein Kaiserschnitt theoretisch von Vorteil sein. Zu diesem Schluss kommt zumindest eine aktuelle Studie.

Studie zum Einfluss der Geburtsart auf den Beckenboden

Ein Team aus Ärzten und Forschern begleitete 1.528 Frauen, die entweder vaginal oder via Kaiserschnitt entbunden hatten. Über mehrere Jahre hinweg wurde die Gesundheit der Frauen erfasst, wobei die letzte Untersuchung neun bis 14 Jahren nach der Entbindung erfolgte.

Von den Müttern, die sich für eine natürliche Geburt entschieden, hatten 34,3 Prozent eine Stressinkontinenz und 21,8 Prozent eine Reizblase nach der Entbindung entwickelt. Bei 30,6 Prozent war es zur Stuhlinkontinenz gekommen und 30 Prozent hatten einen sogenannten Uterusprolaps. Dabei geben die Bänder der Gebärmutter so stark nach, dass ein Teil des Uterus durch die Scheide sichtbar wird.

15 Jahre später litten noch 17,5 Prozent an ihrer Stressinkontinenz und 14,6 Prozent an einer Reizblase. Zur Stuhlinkontinenz kam es noch in 25,8 Prozent der Fälle und 9,4 Prozent hatten weiterhin ein Durchdrücken der Gebärmutter.

Anders sah es bei den Frauen aus, die einen Kaiserschnitt erhalten hatten. Sowohl die Stressinkontinenz, die Reizblase als auch der Uterusprolaps traten deutlich seltener auf. Nur bei der Stuhlinkontinenz gab es keinen Unterschied zwischen den Gruppen.

Kaiserschnitt schont den Beckenboden

Den Grund für weniger Beckenbodenstörungen sehen die Ärzte im Pressen bei der natürlichen Geburt. Beim Kaiserschnitt wird der Säugling von oben entnommen, was Pressen unnötig macht. Das Kind muss nicht durch den natürlichen Geburtskanal, was den Beckenboden schont, da es nicht zu einer (oft stundenlangen) Dehnung kommt.

Die Forscher betonen dennoch, dass ein Kaiserschnitt keine Garantie darstellt, Beckenbodenschädigungen komplett zu vermeiden. Da die natürliche Geburt außerdem für das Immunsystem des Babys wichtig ist, sollte sie nach Möglichkeit weiterhin bevorzugt werden.

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