Späte Durchtrennung der Nabelschnur verhindert Eisenmangel

Zwischen Geburt und Durchtrennen der Nabelschnur noch ein paar Minuten zu warten ist für den Säugling vorteilhafter

Von Cornelia Scherpe
18. November 2011

In den meisten Krankenhäusern wird unmittelbar nach der Geburt die Nabelschnur durchtrennt. Das Neugeborene hat also keine Verbindung mehr zur Plazenta der Mutter.

Dieses Vorgehen ist offenbar gar nicht so gut, wie eine Studie nun ergeben hat. Kurz nachdem die Geburt erfolgte, ist die Plazenta noch stark mit Blut angefüllt.

Trennt man die Nabelschnur nicht sofort, sondern lässt das Kind noch für circa drei Minuten mit dem Mutterkörper in direkter Verbindung, erhält das Neugeborene eine Art Bluttransfusion. In diesem Blut ist noch einmal eine gehörige Menge an

enthalten. Das Blutvolumen im Kinderkörper steigt durch diese Bluttransfusion stark an, jedoch besteht keine gesundheitliche Gefahr.

Zeitlich verzögertes Durchtrennen der Nabelschnur führt zu besseren Eisenwerten

Im Gegenteil: 400 Babys wurden kurz nach der Entbindung noch eine halbe Minute bei intakter Nabelschnur von der Hebamme gehalten und zwar circa 20 Zentimeter unter dem Bauch der Mutter, damit das Blut leichter fließen konnte. Dann verblieb das Kind noch zwei Minuten und dreißig Sekunden auf einer Höhe mit der Mutter. Die Kontrolluntersuchung der Babys zeigte später, dass die Kinder deutlich höhere Eisenwerte hatten.

Im Vergleich zu einer Kontrollgruppe besaßen sie im Alter von vier Monaten fast die doppelten Werte. Nur ein Kind von 193 hatte einen Eisenmangel. In der Kontrollgruppe waren es zehn von 189 Kindern.