Steckrüben - Gesundheitswert und Verwendungsmöglichkeiten

Als Steckrüben oder Kohlrüben bezeichnet man eine Unterart des Rapses. Man verwendet sie als Gemüse und kann sie auch im eigenen Garten anbauen. Steckrüben können auf vielfältige Art zubereitet werden; beliebt ist beispielsweise das Steckrübenmus. Lesen Sie über den Gesundheitswert der Steckrüben und holen Sie sich Tipps zur Zubereitung.

Wissenswertes zu Steckrüben

Steckrüben - Wirkung und Inhaltsstoffe

Steckrüben führen heutzutage eher ein Schattendasein, aber auch hier gibt es in den regionalen Küchen spezielle Rezepte, bei denen die Steckrübe verwendet wird. Die Steckrübe nennt man auch Kohlrübe, Erdkohlrabi, Butterrübe, Wruke, Schwedische Rübe oder Bodenkohlrabi.

Es gibt unterschiedliche Sorten und je nachdem unterscheidet sich die Farbe der Schale und des Fleisches. Die Schale kann rötlich-braun bis grünlich-braun, das Fleisch gelb, orange oder weißlich sein.

Die Steckrübe hat im Herbst Saison und wird dann im Handel angeboten. Eine Knolle kann bis zu einem Kilogramm wiegen, oft wird sie auch in Stücken verkauft. Typisch ist der etwas süßliche, aber sehr würzige Geschmack.

Bei Steckrüben (Brassica napus subsp. rapifera) handelt es sich um eine Unterart des Rapses (Brassica napus). Sie gehören zur Familie der Kreuzblütengewächse (Brassicaceae).

Steckrüben gelten als gesunde Naturkost. So sind sie überaus kalorienarm, da ihr Wassergehalt sehr hoch ist. Zu den wichtigsten Inhaltsstoffen der Steckrübe gehören

Auch Vitamine wie

kommen in ihr vor. Darüber hinaus enthält die Rübe auch wertvolle Mineralstoffe wie

Gesundheitliche Vorzüge von Steckrüben

Steckrüben gelten als verdauungsfördernd. Sie senken den Lipidgehalt im Blut und haben zudem einen antioxidativen Effekt. Vor allem bei Kindern kann die Steckrübe das Immunsystem stärken.

Verwendung von Steckrüben in der Küche

Für die Verwendung in der Küche benutzt man lediglich einen Teil der Steckrübe, nämlich die Wurzelknolle, die bis zu 1,5 Kilogramm schwer ist. Für die Zubereitung schneidet man die Rübe zumeist in Würfel oder kleine Streifen. Danach werden diese mit Flüssigkeit und Fett gedünstet.

  • Besonders gut eignen sich Steckrüben für Eintöpfe mit Kartoffeln.
  • Aber auch zu anderen Gemüsesorten passen sie sehr gut.
  • Zudem lassen sich die Kohlrüben auch als Püree servieren.
  • Geraspelt und mit Apfelstücken, Nüssen oder Rosinen vermischt, schmeckt die Rübe auch als Rohkost.

Als geeignete Gewürze für Steckrüben gelten

Steckrübenmus - ein traditionelles Gericht

Mit dem Beginn der Wirtschaftswunders wurde die Steckrübe nicht mehr zeitgemäß. Und seit es Silofutter gibt, hatte sie auch als Winterfutter für das Vieh ausgedient. Jetzt erlebt die Steckrübe eine ungeahnte Renaissance, denn traditionelles Essen ist "in". So findet man Steckrübengerichte immer häufiger auf den Speisekarten renommierter norddeutscher Landgasthöfe.

Zutaten für 6 Personen

  • 1,5 kg Steckrübe,
  • 800 g Kartoffeln,
  • 200 g Karotten,
  • 2 Schinkenknochen,
  • 50 g Schmalz,
  • 1 Bund Suppengemüse,
  • 80 g durchwachsenen, geräucherten Speck,
  • 80 g Zwiebeln,
  • Salz und Pfeffer.

Zubereitung

  1. Die Schinkenknochen mit dem Suppengemüse etwa 30 min kochen.
  2. Währenddessen die Steckrübe, Kartoffeln und Karotten putzen, schälen und in Würfel schneiden.
  3. Die Schinkenknochen und das Suppengemüse aus der Brühe nehmen und stattdessen das gewürfelte Gemüse in die Brühe geben und 45 min kochen lassen.
  4. Jetzt Speck und Zwiebeln fein würfeln und mit Schmalz in der Pfanne zu einer Speckstippe anschwenken.
  5. Steckrüben-, Kartoffel- und Karottenwürfel mit dem Stampfer nicht zu fein zerdrücken und mit Pfeffer und Salz würzen.
  6. Auf dieses Rübenmus beim Anrichten die Speckstippe geben.

Dazu gehören Kasseler und Kochwurst.

Steckrübeneintopf

Hausmannskost und traditionelle deutsche Küche sind wieder gefragt. Eine echte Renaissance erlebt zur Zeit die Steckrübe, in der gehobenen Gastronomie oft mit Variationen von Entenbrust angeboten. Zum Einstieg erinnert man sich gern an "Mutters beliebte Steckrübensuppe". Das Rezept ist auf 6 Personen ausgelegt, denn Eintopf schmeckt aufgewärmt mindestens genau so gut.

Zutaten

  • 1 kg Steckrüben,
  • 500 g Schweinenacken,
  • 3 Zwiebeln,
  • 2 Knoblauchzehen,
  • 1 kg Kartoffeln,
  • Pfeffer,
  • Salz,
  • etwas Zucker,
  • Schweineschmalz,
  • 1 l Fleischbrühe.

Zubereitung

  1. Steckrüben und Kartoffeln schälen und in Würfel schneiden, Zwiebeln und Knoblauch fein hacken und auch das Fleisch in Würfel schneiden.
  2. Das Fleisch rundherum von allen Seiten anbraten und Steckrüben, Kartoffeln, Zwiebeln und Knoblauch dazugeben und anschwitzen.
  3. Dann mit der Fleischbrühe auffüllen und würzen, den Pfeffer aber immer erst kurz vor dem Anrichten hinzufügen.
  4. Der Eintopf sollte ca. 1 Stunde auf kleiner Flamme vor sich hinköcheln.

Rezepte für köstlichen Steckrübengratin

Aus Steckrüben kann man viele Gerichte zubereiten, so dass es wie zu Omas Zeiten schmeckt. Beliebt sind die Steckrübengratins.

Variante Nr. 1

Für ein Steckrübengratin benötigt man neben den Steckrüben für Variante 1 noch

Die Sahne, der Apfelsaft und die Gewürze werden miteinander verrührt. Der Knoblauch wird kleingehackt und in die Apfelsaft-Sahne-Mischung gerührt. Die Äpfel, die Kartoffeln und die Steckrüben werden in Scheiben geschnitten und abwechselnd in eine gefettete Auflaufform geschichtet. Jede Schicht wird gewürzt, ehe zum Schluss die Apfelsaft-Sahne-Mischung darüber gegossen wird.

Nun wird das Steckrübengratin in den Ofen geschoben und kann nach einer knappen Dreiviertelstunde serviert werden. Wer möchte, kann kurz vor Ende der Backzeit noch Käse darüber streuen.

Variante Nr. 2

Wer ein Steckrübengratin ohne weiteres Gemüse oder Obst kochen und essen möchte, der benötigt neben den Steckrüben noch Sahne und Brühe sowie Gewürze und Bergkäse.

Die Steckrüben werden in dickere Scheiben geschnitten und vor dem Gratinieren noch in Gemüsebrühe weichgekocht. Sobald sie weich sind, schichtet man sie in eine gefettete Auflaufform. Der Bergkäse wird geraspelt und zur Hälfte mit der Sahne und den Gewürzen verrührt.

Diese Sauce wird dann über die Steckrübenscheiben gegossen, der restliche Käse wird über das Steckrübengratin gestreut. Die Backzeit beträgt eine knappe halbe Stunde.

Variante Nr. 3

Aller guten Dinge sind drei: Wer ein Steckrübengratin zubereiten möchte, kann die Steckrüben auch in Salzwasser weichkochen, bevor sie in eine Auflaufform geschichtet werden. Die Kochzeit beträgt bei etwas dicker geschnittenen Scheiben etwa eine halbe Stunde.

In der Zwischenzeit schneidet man Lauchzwiebeln in Röllchen und bereitet die Sauce aus Emmentaler und Brühe zu. Dazu lässt man Butter in einem Topf zerlaufen und stellt eine Mehlschwitze her. Die Brühe wird eingerührt und der Käse hineingelegt. Unter ständigem Rühren lässt man den Käse schmelzen.

Die Steckrübenscheiben werden nach dem Kochen zusammen mit den Lauchröllchen in eine Auflaufform gelegt und mit der Käsesauce übergossen. Die Backzeit beträgt hier nur eine Viertelstunde, da bei dieser Variante des Steckrübengratins die Steckrüben zuvor länger weichgekocht wurden als bei dem zuvor beschriebenen Gratin Nummer 2.

Merkmale und Anbau der Steckrüben

Steckrüben, die man von den Speiserüben abgrenzt, sind unter vielen verschiedenen Namen bekannt. So bezeichnet man sie auch als Kohlrüben, Bodenkohlrabi, Wruken, Unterkohlrabi, Erdkohlrabi, Untererdkohlrabi oder Ramanken. Sie werden als Gemüse verwendet.

Die Form der Steckrüben ist beinahe rund. Die derbe Schale weist eine grüne bis gelbe oder auch rötliche Farbe auf. Die Färbung des Fleisches ist weiß bis gelb. Sein herbsüßes Aroma erinnert an den Geschmack von Kohl.

Herkunft der Steckrüben

Im 17. Jahrhundert gelangten die Steckrüben von Skandinavien nach Deutschland, wo man sie zunächst als Schwedische Rüben bezeichnete. Woher die Steckrübe tatsächlich stammt, ließ sich bis heute nicht klären. Es wird angenommen, dass sie aus einer Kreuzung aus einer Kohlrübenart und einer Futterrübe hervorging.

In Notzeiten dienten die Steckrüben als letzte Nahrungsmittelreserve für große Teile der deutschen Bevölkerung. Im 1. Weltkrieg gelangte der Steckrübenwinter 1916/17 zu trauriger Berühmtheit.

Aufgrund der Kartoffelmissernte im Herbst 1916 diente die Steckrübe als Ersatz. Vorher baute man sie vorwiegend als Schweinefutter an.

Während des Steckrübenwinters wurden die verschiedensten Steckrübengerichte kreiert. So gab es

Sogar spezielle Steckrüben-Kochbücher wurden herausgebracht. Da die Rüben trotz allem nicht sonderlich beliebt waren, blieben zum Ende des Winters rund 80 Millionen Zentner übrig, die man zu Rübenmehl oder Dörrgemüse verarbeitete. Während des 2. Weltkrieges kamen die Streckrüben-Rezepte jedoch erneut zum Einsatz.

Steckrüben im eigenen Garten ziehen - so klappt der Anbau

In der heutigen Zeit baut man die Steckrüben in sämtlichen gemäßigten Klimazonen der Erde an. In Europa verläuft die Erntesaison in den Monaten September bis Mai.

Auch im eigenen Garten lässt sich die Steckrübe anbauen.

Wer einen eigenen Garten hat und hier Obst und Gemüse anbauen möchte, muss einige Dinge beachten, damit auch eine reiche Ernte eingefahren werden kann. Bevor man Steckrüben anbaut, sollte man sich ebenfalls umfangreich informieren, damit die Pflanzen auch gut wachsen.

Saat

Ab Juli können die Steckrüben in die Erde eingepflanzt werden. Zuvor sät man sie in Töpfen an, ehe sie dann im Sommer umgepflanzt werden können. Steckrüben sind relativ anspruchslos, so dass sie nicht auf einen frisch gedüngten Boden bestehen. Im Gegenteil: Sie wachsen deutlich besser, wenn der Boden nicht frisch gedüngt ist.

Gepflanzt werden die Steckrüben mit einem Abstand von vierzig Zentimeter nach allen Seiten. Direkt nach dem Einpflanzen und in der Zeit danach sollte man die Pflanzen regelmäßig gießen. Sobald sie gut angewachsen sind, braucht man sie nur noch zu gießen, wenn es lange Zeit nicht regnet.

Erntezeit

Geerntet werden die Steckrüben ab Mitte September. Sie können aber auch noch bis in den Oktober hinein oder sogar noch später geerntet werden, wenn man größere Rüben möchte. Steckrüben sind relativ unempfindliche Pflanzen.

Auch eine sehr kalte Nacht mit bis zu minus 10 Grad macht der Pflanze nichts aus. Wird es jedoch kälter als minus 10 Grad oder bleibt es dauerhaft frostig, so sollte man die Steckrüben vorher ernten.

Dazu zieht man die Rübe kräftig aus der Erde heraus. Je kälter es draußen wird, desto süßlicher schmecken die Steckrüben.

Schutzmaßnahmen gegen Schädlinge

Gegen Schädlinge kann man Schutznetze über die Pflanzen legen. Zusätzlich sollte man beachten, dass man Steckrüben nicht jedes Jahr am selben Ort pflanzen sollte, wenn man einen reichen Ertrag erzielen möchte. Nur alle drei oder vier Jahre dürfen die Steckrüben im gleichen Beet gepflanzt werden.

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