9. November 2011
Zum Thema Spinat wird viel erzählt. Wie oft bekommen Kinder z.B. zu hören: Iss Spinat, dann wirst Du stark! Doch was ist dran an den Spinat-Mythen?
Beim Verzehr von Spinat muss wohl jeder an den starken Popeye denken. Diese Figur öffnet eine Dose Spinat, isst sie und bekommt postwendend extreme Kräfte. Mythos oder Wirklichkeit? Sicher bekommt man keine übermenschlichen Kräfte, wenn man eine Portion Spinat isst. Dennoch ist es zwischenzeitlich erwiesen, dass im Spinat ein Wirkstoff enthalten ist, der mit Anabolika vergleichbar ist. Regelmäßiger Verzehr von Spinat trägt also zum Muskelwachstum bei. Und das auf eine deutlich gesündere Art und Weise als beim Schlucken chemisch hergestellter Muskelaufbaumittel. Damit dem Menschen jedoch ähnlich große Muskeln wachsen wie bei der Comicfigur Popeye, genügt es nicht, nur hin und wieder Spinat zu essen. Man müsste ihn schon täglich verzehren und zwar in sehr großen Mengen. Der Mythos, dass Spinat stark macht, ist somit wissenschaftlich erwiesen.
Spinat ist gesund, weil er Vitamine, Eiweiß und Mineralstoffe enthält. Ein weiterer Mythos um den Spinat besagt, dass er einen sehr hohen Eisenanteil besitzt. Eisen ist im Spinat definitiv enthalten, jedoch nicht in besonders hohen Mengen. Frischer Spinat enthält bei einer Menge von 100 Gramm nur 3,5 Milligramm Eisen. Dass der Mythos um den hohen Eisengehalt im Spinat überhaupt entstanden ist, hat folgenden Grund: Ein Wissenschaftler hat vor etwa hundert Jahren eine Nährwerttabelle erstellt. Hier hat er sich jedoch beim Spinat um eine Kommastelle vertan, so dass dem Spinat ein deutlich höherer Eisenwert bescheinigt wurde, als er tatsächlich hat. Spinat ist also in jedem Fall gesund, aber dennoch kein besonders guter Eisenlieferant.
Neben den Superkräften und dem hohen Eisengehalt kursiert auch das Gerücht, dass Spinat nicht aufgewärmt werden darf. Grundsätzlich darf Spinat nochmals aufgewärmt werden, ohne dass hier gesundheitliche Bedenken bestehen. Dies gilt jedoch nur dann, wenn der Spinat nach dem ersten Kochen schnell abgekühlt und bis zum Wiederaufwärmen in den Kühlschrank gestellt wird. Der Spinat kann am nächsten Tag bei großer Hitze erwärmt und bedenkenlos gegessen werden. Je länger der Spinat jedoch bei Raumtemperatur gelagert wurde, desto mehr gesundheitsgefährliches Nitrit wurde gebildet.
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