14. Juli 2010
Als Reis bezeichnet man eines der wichtigsten Grundnahrungsmittel. Er wird aus der Reispflanze gewonnen.
Unter Reis versteht man ein Lebensmittel, das aus der Reispflanze (Oryza sativa) gewonnen wird. Er gehört zu den bedeutendsten Grundnahrungsmitteln.
Bei Reis handelt es sich um eine Pflanzengattung, die zur Familie der Süßgräser (Poaceae) zählt. Neben der Kulturreispflanze gibt es noch zwei Wildformen, die als Oryza rufipogon und Oryza nivara bezeichnet werden. Diese Arten können sich sowohl untereinander als auch mit dem kultivierten Reis kreuzen. Wilder Reis kommt vor allem in den tropischen und subtropischen Gebieten Asiens vor. So findet man ihn u.a. in Südchina, Südkorea, Thailand, Laos und Birma.
Eine Kulturreispflanze ist in der Lage bis zu dreißig Halme auszubilden. Diese erreichen Höhen von 50–160 Zentimetern. Darüber hinaus tragen die Halme jeweils eine überhängende schmale Rispe, an der sich zwischen 80 und 100 einblütige Ährchen befinden. Eine Reispflanze ist imstande, bis zu 3000 Früchte zu tragen. Zusammengesetzt wird die Frucht aus dem Keimling, dem Mehlkörper, der Samenschale, der Fruchtwand und der Aleuronschicht. Durch die Aleuronschicht, die Samenschale und die Fruchtwand wird das Silberhäutchen gebildet.
Reis gehört zu den wichtigsten Getreidesorten und wird bereits seit Jahrtausenden von den Menschen kultiviert. Vor allem in Asien ist Reis so wichtig, wie das Brot in Europa. Der Ursprung des Reises liegt in China, genauer gesagt im Mündungsdelta des Jangtse-Flusses, wo das Rispengras schon vor siebentausend Jahren angebaut wurde. Es dauerte jedoch rund 3000 Jahre, bis sich der Reis nach Norden verbreitete und von dort aus weiter in die Gebiete von Vietnam, Thailand, Laos, Kambodscha und Malaysia gelangte. Schließlich fand der Reis auch seinen Weg nach Westen, wo man ihn in Persien und Ägypten anpflanzte. Über Ägypten wurde er dann nach Griechenland und Rom importiert. Gegen Ende des 9. Jahrhunderts verbreiteten die Mauren den Reisanbau auf der iberischen Halbinsel. Durch die Entdeckung Amerikas im Jahre 1492 durch Christoph Columbus gelangte der Reis schließlich auch in die neue Welt.
In der heutigen Zeit kann Reis auf beinahe allen Kontinenten angebaut werden. Mit einem Anteil von 90 Prozent an der Weltmarktproduktion befinden sich die wichtigsten Anbauländer in Asien. Davon werden rund 145 Millionen Tonnen Reis im Jahr allein in China produziert. Ebenfalls von Bedeutung ist die Reisproduktion in den USA.
Ursprünglich ist Reis keine Wasserpflanze. Im Laufe der Zeit passte er sich jedoch durch Kultivierung und natürliche Selektion an die Überflutung der Felder an. Ein wichtiger Grund für den Anbau von Reis in Wasser ist der Umstand, dass viele Unkräuter und Schädlinge, die auf dem Boden leben, durch Flutung an ihrem Wachstum gehindert werden. Je nach vorherrschendem Ökosystem wird Reis auf vier verschiedene Arten angebaut. So unterscheidet man zwischen regenabhängigen Niederungsreisanbau, regenabhängigen Bergreisanbau, Nassreisanbau und Tiefwasserreisanbau. Eine Unterart von Reis ist Trockenreis, der vorwiegend im Gebirge oder in Gebieten mit geringem Niederschlag angebaut wird. Allerdings gilt der Anbau von Trockenreis als höchst aufwendig.
Für den Anbau von Nassreis werden spezielle Terrassen angelegt, die dann künstlich geflutet und mit Jungpflanzen bebaut werden. In einem Zeitraum von drei bis neun Monaten stehen die Rispen im Wasser. Kommt es zur Blütezeit, erfolgt die Trockenlegung der Reisfelder und die anschließende Ernte. Zum Trocknen breitet man den Reis in der Sonne aus. Nachdem er getrocknet ist, wird er gedroschen, damit die Körner aus den Ähren gelöst werden können.
Bei der weiteren Verarbeitung kommt es zum Abschleifen der Spelzen. Schließlich bleiben nur die Körner, die vom Silberhäutchen umhüllt werden, übrig. Diese Art von Reis wird als Naturreis oder Braunreis bezeichnet. Bei der Weiterverarbeitung von Weißreis poliert man die Reiskörner. Genauer gesagt werden die Aleuronschicht und der Keim abpoliert. Auf diese Weise erhält der Reis ein ästhetischeres Aussehen, büßt allerdings an Nährstoffen ein. Mithilfe des so genannten Parboiling-Verfahrens behandelt man den Reis jedoch so, dass die Mineralien und Vitamine in der Aleuronschicht erhalten bleiben. Dabei werden die wertvollen Inhaltsstoffe durch Druck in das Innere des Reiskorns gepresst, bevor der Reis poliert wird.
Insgesamt gibt es mehr als 8000 verschiedene Reissorten, aber nur zwei verschiedene Hauptarten, die man als Oryza sativa und Oryza glaberima bezeichnet. Letztere ist nicht ganz so ertragsreich wie Oryza sativa, dessen Grundsorten wiederum in zwei Gruppen aufgeteilt werden. Dabei handelt es sich um die Indica-Gruppe, die ausschließlich Langkornreis beinhaltet sowie die Japonica-Gruppe, die Rundkornreis und Mittelkornreis beinhaltet. Zur Indica-Gruppe gehören u.a. Duftreis, Basmatireis sowie Patna-Reis und zur Japonica-Gruppe zählen Milchreis, Klebereis, Mochireis, Roter Reis, Ribereis, Sushireis, Schwarzer Reis und Nishikireis. Darüber hinaus teilt man Reis in Naturreis, Braunreis, Schnellkochreis und Bio-Reis ein. Bei Schnellkochreis handelt es sich um bereits vorgekochten und getrockneten Reis, der nur wenige Minuten benötigt, bis er gar ist. Bio-Reis stammt aus kontrolliertem ökologischem Anbau.
Hier ist Platz für Ihre Meinung zu diesem Artikel.
Lesermeinung schreiben |
26.03.12 | |
![]() | REIS |
25.02.12 | |
![]() | REIS |
09.10.11 | |
![]() | REIS |
26.08.11 | |
![]() | REIS |
27.07.09 | |
![]() | REIS |
Stellen Sie eine Frage oder lesen Sie mehr im Reis Forum

