(dgk) Marzipan, Schokoladennikolaus und Christstollen oder lieber Apfel, Nuss und Mandelkern? Bei Letzterem dürfen Sie um die Feiertage ruhig eine Handvoll mehr nehmen. Besonders Walnüsse verbergen hinter ihrer harten Schale viel Gesundes und Wertvolles.

Hinter der harten Schale von Walnüssen verbirgt sich viel Gesundes
Walnüsse sind wegen ihres hohen Fettgehalts von 65 Prozent zwar regelrechte Kalorienbomben, aber dennoch sehr gesund. Sie unterscheiden sich von anderen Nussarten besonders dadurch, dass sie eine größere Menge mehrfach ungesättigter Fettsäuren enthalten, unter anderem auch die Alpha-Linolensäure. Diese gehört zu den Omega-3-Fettsäuren, die der menschliche Organismus unter anderem für die Entwicklung des Gehirns und der Nervenzellen benötigt. Walnüsse enthalten außerdem eine ganze Reihe gesundheitsförderlicher Substanzen wie Vitamin E, Folsäure, Pflanzenfasern, Polyphenole und weitere Gerbstoffe.
Die in den Nüssen enthaltenen Omega-3-Fettsäuren schützen das Herz-Kreislauf-System vor Ablagerungen in den Blutgefäßen. Die Nussfette sind in der Lage, den Gehalt an schlechtem LDL-Cholesterin zu senken und damit Arterienverkalkungen vorzubeugen. Der cholesterinsenkende Effekt der Walnuss ist wissenschaftlich belegt. Zahlreiche Studien haben auch immer wieder den positiven Effekt des Walnuss-Konsums auf die Herzgesundheit festgestellt. Diese Ergebnisse haben nun die amerikanische Gesundheitsbehörde FDA (Behörde zur Überwachung von Lebensmitteln und Medikamenten) dazu veranlasst, offiziell zu bestätigen, dass der tägliche Verzehr von etwa 50 Gramm Walnüssen, das entspricht etwa einer Handvoll, das Risiko von Herzerkrankungen senken kann. Sie sollten allerdings wegen des Fettgehalts nicht zu spät am Abend verzehrt werden.
Nach einer Studie der Marshall University verlangsamt der Genuss von Walnüssen in Snackportionen sogar das Krebswachstum, das ergaben zumindest Versuche bei Mäusen. Untersucht wurde die Entwicklung von Brustkrebs bei Mäusen, deren Kalorienbedarf teilweise mit Walnüssen gedeckt wurde, und bei Mäusen, deren Ernährung eher den in Industrienationen üblichen Essgewohnheiten entspricht. "Als wir die Mäuse mit Walnüssen fütterten, verlangsamte sich das Wachstum der Tumore in ihrem Körper erheblich", fasst Dr. W. Elaine Hardman zusammen. Die Tiere wurden so ernährt, dass 18,5 Prozent ihres täglichen Kalorienbedarfs durch Walnüsse gedeckt wurden. Ergebnis: Die Tumorgröße in der mit Walnüssen gefütterten Gruppe verdoppelte sich nur halb so schnell wie in der Vergleichsgruppe. Nach Angaben der Wissenschaftlerin enthalten Walnüsse mindestens drei Bestandteile, die möglicherweise für die verlangsamte Krebsentwicklung verantwortlich sind. "Zunächst sind Walnüsse reich an Omega-3-Fettsäuren, die nachweislich das Tumorwachstum hemmen. Zudem enthalten sie Antioxidantien und Phytosterole, deren den Krebs verlangsamende Wirkung ebenfalls in anderen Studien belegt ist", so Hardman. Während die Pilotstudie lediglich untersuchen sollte, ob und nicht warum Walnüsse eine Tumor hemmende Wirkung haben, weist die Forschung laut Dr. Hardman insgesamt darauf hin, dass die Menschen einen größeren Anteil ihrer Fettkalorien mit Fetten, die reich an Omega-3-Fettsäuren sind, zu sich nehmen sollten. Neben Walnüssen sind fetter Seefisch, Raps- und Leinsamenöl gute Quellen für Omega-3-Fettsäuren.
Unser Tipp: Nüsse lassen sich auch außerhalb der Weihnachtszeit leicht in die tägliche Nahrung einbauen, etwa ins Müsli, in Joghurt oder als Nussbrot. Allerdings werden sie wegen ihres hohen Fettgehalts auch schnell ranzig. Zerkleinerte oder gemahlene Nüsse sollten daher am besten umgehend verzehrt oder vorübergehend luftdicht verpackt im Kühlschrank oder Gefrierschrank gelagert werden. Selbst geerntete Nüsse halten sich an einem kühlen Ort in luftdurchlässigen Netzen dagegen etwa ein Jahr.
Quellen:
W. Elaine Hardman, Hyeong-Chan Jo, and Gabriela Ion: Effect of Walnut Consumption on Cancer Growth. Department of Biochemistry and Microbiology, Marshall University School of Medicine, Hunt-ington, WV. Nutr Cancer. 2008; 60(5): 666-74. www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/18791931
Russel J. Reiter, L.C. Manchester , Dun-xian Tan: Melatonin in walnuts: Influence on levels of mela-tonin and total antioxidant capacity of blood. Nutrition. 2005 Sep; 21(9): 920-4. www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/15979282
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