Sprossen ziehen - Verschiedene Anbaumethoden für Sprossen zu Hause

Wer gerne Keime und Sprossen isst, kann sie zu Hause selbst anbauen. Für die Aufzucht von Sprossen ist nicht unbedingt viel Equipment notwendig. Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten, die Sprossen anzubauen. Wichtig ist, in Sachen Standort und Pflege ein paar Punkte zu beachten. Lesen Sie über verschiedene Anbaumethoden für Sprossen zu Hause.

Von Claudia Haut

Aufzucht der Sprossen - Generelle Tipps

Frische Keimlinge können im Haushalt leicht selbst hergestellt werden. Für die Aufzucht der Sprossen benutzt man lediglich ein simples Einmachgerät. Dieses wird mit einem Stück Mull oder Gaze bespannt. Dabei befestigt man die Gaze oder den Mull mit einem Einmachgummi.

Im Handel werden auch spezielle Keimgeräte aus Kunststoff oder Ton angeboten. Diese bieten die Möglichkeit, Sprossen auf mehreren Etagen zu ziehen. Im weiteren Verlauf gehen wir genauer auf die unterschiedlichen Aufzuchtmöglichkeiten ein.

Damit die Samen nicht übereinander liegen und noch über genügend Platz zum Quellen und Keimen verfügen, sollte der Boden des Keimgeräts nicht völlig bedeckt werden. Bevor man die Samen in das Einmachgerät legt, ist es ratsam, sie mit klarem Wasser abzuspülen.

  • Vor allem bei größeren Samen wird das Einweichen empfohlen. Durch das Einweichen quellen die Samenschalen hervor und können besser auskeimen. Bei ganz kleinen Samen wie Alfalfa ist ein Einweichen hingegen nicht nötig.

  • Wie lange die Einweichzeit dauert, hängt von der Größe der Samenkörner und der Härte der Schale ab. Bei Getreide und Hülsenfrüchten ist die Dauer länger als bei Ölsaaten. In der Regel genügt es aber, die Samen während der Nacht einzuweichen.

Temperatur, Licht und Co. - Standort und Pflege der Sprossen

Damit der Keimvorgang eingeleitet werden kann, sind Wärme und Feuchtigkeit für die Samen erforderlich. Zu Beginn genügt ein dunkler Ort, der eine Temperatur von 20-21 Grad Celsius aufweist.

Nach zwei Tagen benötigen die Keimlinge jedoch Licht, damit sie gut wachsen können. Dies sollte aber kein direktes Sonnenlicht sein.

Zudem darf man die Samen nicht zuviel Flüssigkeit aussetzen, da ansonsten die Gefahr von Fäulnis oder der Bildung von Schimmelpilzen besteht. Um Schimmelpilzen entgegenzuwirken, muss man die Samen regelmäßig spülen.

Wichtige Pflegetipps auf einen Blick:

  • Sprossen niemals in die pralle Sonne stellen - sie neigen zum Schimmeln
  • Für eine gleichmäßige Keimtemperatur von etwa 21 Grad Celsius sorgen
  • Samen im Dunkeln keimen lassen
  • Keimlinge an einen hellen Ort stellen
  • Die Sprossen regelmäßig, bestenfalls zwei bis drei mal am Tag, waschen
  • Nach drei bis vier Tagen sind die meisten Sprossen erntereif - Vor der Verwendung gut waschen

Geeignete Pflanzen für die Aufzucht von Sprossengemüse

Zu den Pflanzen, die sich für die Aufzucht von Sprossengemüse eignen, gehören

Sprossen selber ziehen - Verschiedene Anbaumethoden für Sprossen zuhause

Im Folgenden geben wir einen Überblick über unterschiedliche Methoden, Sprossen zu ziehen.

Sprossen im Sprossenturm ziehen

Keime und Sprossen sind bei gesundheitsbewussten Menschen sehr beliebt. Wenn man sie gerne zur Verfeinerung von Salaten, Quark, Eintöpfen und anderen Gerichten verwendet, so kann man die Keimlinge selbst zu Hause anbauen.

Wer es perfekt machen möchte, kann sich ein Keimgerät aus Glas oder Ton kaufen. Für den normalen Hausgebrauch handelt es sich hierbei um kleine Gefäße, in denen das Saatgut - je nach Sorte - nach zwei bis sieben Tagen austreibt und wächst, so dass man bereits wenige Tage später die Keime und Sprossen ernten kann.

Unten befindet sich jeweils eine Schale, in die Wasser gefüllt wird. Dazwischen finden sich ein oder mehrere Gefäße, die als Sieb dienen, und oben wird ein Deckel aus Ton oder Glas daraufgelegt. Häufig wird dieses Prinzip auch als "Sprossenturm" bezeichnet.

Ton-Keimgerät

Bei einigen Herstellern ist das Keimgerät vollständig aus Ton bzw. Terracotta und sieht ähnlich aus wie ein Römertopf, nur viel kleiner. Das Prinzip ist aber das Gleiche: Der Ton kann sich mit einer großen Menge Wasser vollsaugen und diese nach und nach an das Saatgut abgeben. Jedes Keimgerät besteht dabei aus verschiedenen Teilen.

Beim Keimgerät aus Ton ist die unterste Schale innen mit einer Glasur überzogen, da hier Wasser eingefüllt wird. Dann kommt eine Schale, die innen wie ein Sieb aussieht und zum Schluss wird oben ein Deckel aus Ton darauf gelegt. Von den "Sieb-Schalen" können auch mehrere übereinander gelegt werden.

Die Samenkörner werden gewaschen sowie je nach Sorte eine gewisse Zeit eingeweicht, ehe sie in das Sieb des Keimgerätes gelegt werden. Täglich müssen sie gewaschen werden und das Wasser erneuert werden.

Optimale Wachstumsbedingungen

Ton bietet optimale Wachstumsbedingungen für die Sprossen. Die Luftfeuchtigkeit wird konstant gehalten und eine Schimmelbildung durch eine permament stattfindende Durchlüftung kann verhindert werden. Bei diesen Keimgeräten ist meist eine offene sowie geschlossene Verwendung möglich, je nachdem, in welcher Weise man die Schalen übereinander legt.

  • Setzt man sie auf deren Stützen auf den Rand der darunter liegenden Schale, kann Licht an die Keimlinge gelangen.
  • Dreht man sie so, dass die Stützen in der darunter liegenden Schale verschwinden, ist die Aufzucht im Dunkeln bei mehr Feuchtigkeit möglich, die z.B. für Bohnen zu empfehlen ist.

Sprossen im Glas-Keimgerät ziehen

Neben Ton-Keimgeräten gibt es auch Keimgeräte komplett aus Glas. Hier kann man den Sprossen und Keimen beim Wachsen zusehen, was besonders auch den Kindern Spaß macht. Glas-Keimgeräte sind im Prinzip genauso aufgebaut wie die Keimgeräte aus Ton.

Die unterste Schale wird auch hier mit Wasser gefüllt, welches täglich gewechselt werden muss. Darauf kommt ein Sieb, in das das gewaschene Saatgut gelegt wird.

Das Keimgerät wird mit dem Glasdeckel verschlossen und an einen hellen Ort gestellt. Die meisten Keimgeräte sind relativ preisgünstig, so dass sich eine Anschaffung sicher lohnt, wenn man oft Keime oder Sprossen isst.

Sprossen im Gurkenglas ziehen

Ein derartiges Keimgerät kann man sich jedoch auch selbst basteln. Man kann dazu zum Beispiel ein leeres Gurkenglas verwenden. Der Deckel des Glases dient dabei als Sieb.

Mit einem spitzen Gegenstand (z.B. mit einem Nagel) muss man dazu viele kleine Löcher in den Deckel stechen. Die Samen werden dann auf den Boden des Gurkenglases gegeben. Dabei darf man nicht zu viele Samen hineinstreuen, damit sie gut wachsen können.

Nun wird das Gurkenglas mit Wasser aufgefüllt und schräg in eine Schüssel gestellt, so dass das Wasser langsam wieder durch den selbstgemachten Siebdeckel fließen kann. Wenn kein Wasser mehr im Glas ist, kann man es auch wieder normal hinstellen und den Samen und Sprossen beim Keimen zusehen.

Ein derartiges Glas kann auch fertig im Handel als so genanntes "Sprossenglas" gekauft werden. Der Deckel ist aus Metall oder Plastik und hat bereits viele kleine Löcher.

Sprossen im Küchensieb ziehen

Eine besonders kostengünstige Möglichkeit der Sprossenaufzucht sieht so aus: Man legt die Samen in ein herkömmliches Küchensieb und wäscht sie gut. Sobald das Wasser vollständig abgetropft ist, legt man die Samen in eine kleine Schüssel und deckt sie zu. Diesen Vorgang muss man regelmäßig wiederholen.

Anzucht auf Küchenpapier

Der Anbau von Kresse ist denkbar einfach, teure Hilfsmittel sind dazu nicht notwendig. Man benötigt lediglich eine kleine Schale sowie Watte, Küchenpapier oder ähnliches.

Die Unterlage wird mit Wasser befeuchtet und in die Schale gelegt. Darauf werden die Samen gestreut und täglich regelmäßig gegossen, bis nach wenigen Tagen die Kresse geerntet werden kann.