Allgemeines über Insekten - Arten, Gesundheitswert und Verwendung als Nahrungsmittel

Nahaufnahme Biene am Weidenröschen

Zu den bekanntesten essbaren Insekten zählen Heuschrecken

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  • von Paradisi-Redaktion

Als Insekten bezeichnet man Kerbtiere. Sie lassen sich auch als Nahrungsmittel nutzen.

Unter Insekten (Insecta) versteht man Kerbtiere, welche die artenreichste Klasse der Gliederfüßler (Arthropoda) sind. Sie bilden zugleich auch die artenreichste Klasse von allen Tieren auf der Erde.

Honigbiene

Obwohl rund 80 Prozent aller Tierarten zu den Insekten gehören, werden nur wenige von ihnen als Nahrungsmittel genutzt. Das wohl bekannteste und beliebteste Insekt ist die Honigbiene. Diese liefert dem Menschen den schmackhaften und zugleich nahrhaften Honig.

Heuschrecken

In verschiedenen Gegenden der Welt schätzt man jedoch Insekten auch als Nahrung und betrachtet sie sogar als Delikatesse. So wurden beispielsweise Heuschrecken bereits während des Altertums in Mesopotamien und von den alten Israeliten verzehrt. Auch in der heutigen Zeit bevorzugt man sie in

Essbare Insekten

Weitere essbare Insekten sind

  • Zikaden, die man vor allem in Zentralafrika und Südafrika schätzt
  • Hirschkäfer
  • die Larven der Maikäfer
  • Palmkäfer, die auf Java verzehrt werden
  • Seidenspinner
  • Honigameisen sowie
  • der Bugong, ein australischer Schmetterling.

Vorteile

Der Verzehr von Insekten hat – neben dem gesundheitlichen Aspekt, auf den weiter unten noch eingegangen wird - auch noch einen anderen Vorteil: Viele Tiere sterben aus, weil der Mensch sie wegen des Fleisches tötet. Insekten hingegen sind in riesigen Mengen vorhanden und können oftmals sogar leichter nachgezüchtet werden als manche Tiere.

Auf der Erde werden Berechnungen zufolge immer mehr Menschen leben, die immer mehr Nahrung benötigen. Fleisch könnte dann knapp werden. Gleiches gilt natürlich auch für den Fisch. Eine Alternative zum Konsum von Fleisch und Fisch sind somit die Insekten, auch wenn sich viele Menschen mit diesem Gedanken (noch) nicht anfreunden können.

Wer sich nicht vorstellen kann, Insekten zu essen, der sollte einmal darüber nachdenken, wie viele Insekten er schon unfreiwillig in seinem Leben gegessen hat: Wem ist nicht schon einmal beim Radfahren eine Fliege in den Mund geflogen oder man hat sie durch die Nase eingeatmet. Wer hat nicht schon (unbewusst) Insekten zusammen mit dem gemischten Salat gegessen - geschadet hat uns dies nicht.

Insekten als Delikatesse

Rein statistisch betrachtet gehören die westlichen Kulturen mit ihrer Abneigung, Insekten auf den Teller als Nahrung zu betrachten, zu einer Minderheit. David Gordon, ein in Seattle lebender Wissenschaftler, behauptet, dass Insekten zu den nährstoffreichsten und zugleich in unserer Kultur beinahe völlig unbenutzten Tieren gehört.

Die National-Universität von Mexiko hat 1.700 Insektenarten katalogisiert, die für den Menschen zum Verzehr geeignet wären.

  • In der Auflistung kann man erfahren, dass in Kolumbien Ameisen gegessen werden. Zumindest in der Region Santander.

  • Auf den Philippinen ist der Genuss von Grashüpfern und Grillen keine Seltenheit.

  • Grashüpfer werden in gebratener Form auch in Mexiko gegessen. Dort weiß man auch Schmetterlingslarven in kulinarischer Hinsicht zu schätzen.

Inhaltsstoffe und Gesundheitswert

Insekten wurden schon vor Jahrtausenden von Menschen verzehrt. Erstaunlicherweise haben Forscher herausgefunden, dass der Mensch weit über 1.000 verschiedene Insekten essen kann und diese ihm nicht schaden.

Ganz im Gegenteil: Insekten sind reich an

und enthalten sehr viel

Hinzu kommt, dass Insekten sehr fettarm sind. Wer also Probleme mit seinem hohen Cholesterinspiegel hat, sollte theoretisch lieber zu Insekten als zu Fleisch greifen. Viele Insektenarten enthalten sogar mehr Nährstoffe als Fleisch und sind somit sehr gesund, auch wenn wir uns davor ekeln. Heuschrecken beispielsweise enthalten deutlich mehr Proteine als Schweinefleisch.

Nährwerte anhand von Beispielen

  • 100 Gramm Grashüpfer bringen es auf 20,6 Gramm Protein und nur 6,1 Gramm Fett.
  • Feuer-Ameisen versorgen den Körper mit soliden 13,9 Gramm Protein und haben nur 3,5 Gramm Fett.

Aber auch Mineralien lassen sich in Spinne und Co. finden.

  • Grillen liefern mehr als 1.500 Milligramm an Eisen, 25 Milligramm Zink und 340 Milligramm Kalzium.

Wenn man kulinarisch offen für neue Entdeckungen ist, sollte man als Fitness-Enthusiast Insekten einmal ausprobieren. Vielen Völkern dienen Insekten zur Aufrechterhaltung ihres Proteinhaushalts, da oftmals ein Mangel an Fleisch besteht. Während sich manche Insektenarten problemlos roh verzehren lassen, müssen andere zuerst verarbeitet und zubereitet werden, damit keine gesundheitlichen Probleme entstehen.

Verwendung von Insekten in der Küche

In zahlreichen Ländern der Erde gelten Insekten als Delikatesse. Ihre Zubereitung ist von Art zu Art verschieden. Darüber hinaus gibt es auch regionale Unterschiede. Die Zubereitung ist meist relativ einfach. Man kann daraus unzählig viele verschiedene Gerichte zaubern. Vom einfachen Snack bis hin zum aufwändigen Hauptgericht, alles kann man aus Insekten kochen.

Heuschrecken

  • Heuschrecken werden in Palästina sowohl von armen als auch von reichen Menschen geschätzt. Dort siedet man sie in Sesamöl. Dabei verwendet man aber nur den Leib der Heuschrecke. Dieser ist angefüllt mit feinzernagten Pflanzenteilen, die durch den Magensaft einen säuerlichen und pikanten Geschmack aufweisen.

  • Die Araber trocknen die Heuschrecken zunächst in der Sonne, dann zermahlen sie sie zu Mehl und backen aus ihnen kleine Kuchen.

  • Im Kongo bereitet man aus den Insekten eine braune, dicke Suppe zu, die dort sehr geschätzt wird.

  • Auf Madagaskar werden die Heuschrecken in Fett gebraten und mit Reis vermischt.

  • In Nordafrika ist es üblich, sie in der Sonne zu dörren oder in Butter zu rösten. Oftmals mischt man sie zudem unter Kamelkäse.

  • Auch in Südrussland verzehren die Bauern gelegentlich Heuschrecken. Dabei werden sie wie Fisch geräuchert und als Zubrot genossen.

Zikaden

Zikaden, die schon von den alten Griechen geschätzt wurden, werden heute noch von den Eingeborenen Südamerikas und Afrikas verzehrt. Dabei hüllt man sie in Blätter und röstet sie über einem Feuer.

Larven

Als schmackhafte Speise gilt in Südfrankreich der so genannte Ver blanc, bei dem es sich um die Larve des Maikäfers, den Engerling, handelt. Dieser wird auch als Weißwurm bezeichnet.

  • Zur Zubereitung werden die Larven in Mehl gewälzt, gesalzen und gepfeffert sowie mit Butter bestrichen. Anschließend lässt man sie gut zwanzig Minuten in heißer Asche schmoren.

  • Darüber hinaus werden sie auch in Eierkuchen verbacken.

  • Auf Java und in Westindien bevorzugt man die Larven des Palmkäfers. Diese werden gut gewürzt und an dünnen Spießen geröstet.

Grundinformationen zu Insekten

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Quellenangaben

  • Bildnachweis: Biene und Weidenröschen © Heinz Waldukat - www.fotolia.de

Autor:

Paradisi-Redaktion - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

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