22. Februar 2012
Von Andreas Hadel
Bereits den Kindern gibt man mit auf den Weg, dass Fisch gesund ist. Immer lauter wird die Meinung vertreten, dass man gar nicht genug Fisch in den wöchentlichen Essensplan mit aufnehmen kann. Die in Fisch enthaltenen Omega-3-Fettsäuren wirken nachweislich präventiv gegen Herzerkrankungen. Die neuesten Forschungen belegen, dass zudem der Alterungsprozess verlangsamt wird. Das Essen von Fisch kann also von nun an als Geheimtipp zum Jüngerbleiben verstanden werden.

Im Rahmen einer Studie wurden Männer mit einer diagnostizierten koronaren Herzerkrankung beobachtet. Männer, bei denen in den Blutwerten ein hoher Anteil an Omega-3-Fettsäuren vorgefunden wurde, hatten nachweislich eine niedrigere Menge an verkürzten Telomeren, dem Indikator für die Feststellung des biologischen Alters.
Telomere sind DNA-Sequenzen, die die Enden der Chromosomen schützen, ähnlich wie die Plastikenden der Schnürsenkel. Telomere tragen zur Zellteilung bei und stellen sicher, dass in den neuen Zellen die wesentlichen genetischen Informationen erhalten bleiben. Mit jeder Zellteilung lassen die Telomere nach und werden immer kürzer bis die Zelle bei der nächsten Teilung ganz stirbt.
Es wird vermutet, dass die äußeren Einflüsse auf den Körper wie Fettleibigkeit, zu wenig essen, fehlende Bewegung oder Rauchen diesen Ablauf des Alterns beschleunigen können, indem die Telomere schwächende Entzündungen im Körper hervorgerufen werden.
Die Verkürzung der Telomere wird mittlerweile eng mit der Beschleunigung des Alterungsprozesses, Krebs und der drastischen Verschlechterung des allgemeinen Gesundheitszustandes in Verbindung gesetzt. Es besteht die These, dass ein Schützen und stärken der Telomere dazu führt, dass man gesünder und länger leben kann.
In einer Studie, die an über 600 Männern mit diagnostizierten Herzerkrankungen über sechs Jahre lang durchgeführt wurde, wurde festgestellt, dass diejenigen, die regelmäßig Omega-3-Fettsäuren zu sich nahmen nachweislich eine geringere Menge an sich verkürzenden Telomeren aufzuweisen hatte. Omega-3-Fettsäuren können Stresssymptome bekämpfen, die durch freie Radikale die DNA, Proteine und Lipide schädigen können. Omega-3-Fettsäuren können zudem die Produktion und Wirkung des Enzyms Telomerase erhöhen. Dieses Enzym trägt zur Stabilisierung der Länge der Telomeren bei und zur Zellfunktion.
Es stellt sich demnach die Frage, ob es richtig ist, dass durch die Aufnahme von Omega-3-Fettsäuren die Lebensdauer der Körperzellen verlängert werden kann.
Zunehmende Beobachtungen bestätigen, dass die in Fisch enthaltenen Omega-3-Fettsäuren direkte positive Effekte auf den Alterungsprozess haben. Die wichtigsten Quellen, um Omega-3-Fettsäuren mit der Nahrung aufzunehmen, sind Lachs, Sardinen, Regenbogenforelle, Hering, Sardellen, Makrelen. Da die Omega-3-Fettsäuren zu einem gewissen Anteil vom Körper gespeichert werden können, kann die wöchentlich empfohlene Menge bereits durch den Verzehr von 170 Gramm Sardinen abgedeckt werden. Alternativ können Sie sich auch Nahrungsergänzungsprodukte oder Fischöl besorgen. Den größten Anteil an Omega-3-Fettsäuren erhalten Sie allerdings über den Verzehr natürlicher Lebensmittel.
Weitere Ratschläge zur Unterstützung der länger anhaltenden Telomerfunktion stellt die Bekämpfung von Fettleibigkeit dar. Eine Studie, die an Männern durchgeführt wurde, wies nach, dass nach der Beendigung einer einjährigen Diät die Telomere länger waren und ein geringerer DNA-Schaden nachgewiesen wurde. Fettleibigkeit ist nachweislich ein Motor dafür, dass sich die Telomere aufgrund von auftretenden Entzündungen schneller verkürzen.
Eine weitere Studie lieferte das Ergebnis, dass Menschen mit einem höheren Vitamin-D-Wert im Blut längere Telomere besitzen. Es wird vermutet, dass der Grund dafür in der das Immunsystem stärkenden Funktion des Vitamin D liegt. Weitere Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass Menschen, die an Arteriosklerose leiden und die pro Tag mindestens eine Fertigmahlzeit mit Fleisch zu sich nehmen, nachweislich kürzere Telomere besitzen. Zu Menschen, die sich gesünder ernähren, kann daraufhin ein ungefährer Altersunterschied von bis zu 3 Jahren bestehen.
Oft wird empfohlen sich zu guter Ernährung auch ausreichend zu bewegen. Nachweislich weisen Menschen, die sich in der Woche 2-3 Mal regelmäßig bewegen, längere Telomere und einen höheren Anteil des Enzyms Telomerase auf, als diejenigen, die sich in der Woche gar nicht bewegen. Forscher fanden heraus, dass Menschen, die sich in der Woche insgesamt 200 Minuten sportlich betätigten, Telomere der Länge von 10 Jahre jüngeren Menschen aufweisen konnten.
Sportliche Übungen erhöhen die Produktion des Enzyms Telomerase und bauen psychischen Stress ab, der nachweislich zur Verkürzung von Telomeren beiträgt. Suchen Sie sich eine sportliche Betätigung, die Ihnen Spaß macht, damit Sie sicher sein können, dass Sie Ihre 20-30 Minuten am Tag tatsächlich regelmäßig absolvieren werden.
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