12. November 2004
Von Britta Josten
Von Asien gelangte der Brokkoli dank der alten Seefahrer nach Italien, wo er bis heute eine der beliebtesten Gemüsesorten ist. Aber auch hierzulande hat man in den letzten Jahrzehnten den wunderbar zarten Geschmack und die überaus gesunde Wirkung dieses nährstoffreichen Gemüses zu schätzen gelernt.
Der Brokkoli gehört zur botanischen Familie der Kreuzblütler. Seinen Namen hat der Brokkoli aufgrund der baumverwandten Struktur bekommen. Das Wort "Brokkoli" ist nämlich eine Ableitung des lateinischen Wortes "brachium", was für "Arm" oder "Zweig" steht. Brokkoli ist mit dem Blumenkohl nah verwandt. Beide Arten bestehen aus Knospen, Blütenstielen und Blättern, wobei die Blätter nur eine nebensächliche Rolle spielen, in Italien aber ebenfalls zum Verzehr verarbeitet werden. Der Brokkoli bildet jedoch im Gegensatz zum Blumenkohl keine Einheit, sondern besteht aus vielen einzelnen Köpfen und Blütenknospen und besitzt wesentlich mehr Seitentriebe und Stiele. Noch eher als beim Blumenkohl werden beim Brokkoli auch die langen Stiele mitverzehrt, der wichtigste Teil sind allerdings die vielen herzhaften Blütenknospen.
Brokkoli enthält viele wichtige Nährstoffe. Vor allem Kalzium ist in besonders großer Menge vorhanden. Menschen die aufgrund ihrer Milchzuckerunverträglichkeit auf die vielen kalziumhaltigen Milchprodukte wie Joghurt und Käse verzichten müssen, können ihren Kalziumbedarf wunderbar mit Brokkoli stillen, um Krankheiten wie Osteoporose vorzubeugen. Für die Muskeln wichtiges Magnesium und Kalium sind ebenso vorhanden wie Zink und Kalium. Für Schwangere und die, die es in naher Zukunft werden wollen, ist Brokkoli dank seines hohen Gehalts an Folsäure besonders gesund, wird Folsäure doch bekanntlich für die Entwicklung des Embryos benötigt.
Einen besonderen Stellenwert nimmt Brokkoli in der Vorbeugung von Krebs ein. US-Forscher entdeckten nämlich, dass Brokkoli den sekundären Pflanzenstoff "Sulforaphan" enthält, der die Produktion von Entgiftungsenzymen ankurbelt und somit mögliche krebserregende Stoffe, die sogenannten Kanzerogene, bekämpft. Brokkoli enthält außerdem Carotinoide (z.B. Beta-Carotin bzw. Provitamin A) sowie Lutein, die zur Bekämpfung von zellschädigenden Sauerstoffradikalen dienen.
Die Carotinoide sind außerdem hilfreich bei Hautproblemen. Der hohe Gehalt an Vitamin C und Eisen macht Brokkoli zu einem Energiespender bei chronischer Müdigkeit, hilft bei Blutarmut und ist gut für das Herz-Kreislaufsystem.
Beim Einkauf sollten Sie natürlich darauf achten, einen möglichst frischen Brokkoli zu erwischen. Achten Sie darauf, dass er knackig und rundum grün ist. Gelbliche Knospen und Blätter sowie bereits geöffnete Blüten sind ein schlechtes Zeichen und zeugen nicht gerade von Frische. Häufig ist Brokkoli in eine Folie eingewickelt, welche den Brokkoli schneller alt aussehen lässt. Kaufen Sie ihn daher "nackt", wenn Sie die Möglichkeit dazu haben. Kaufen Sie nur so viel, wie Sie auch wirklich benötigen, denn Brokkoli lässt sich nicht lange lagern und bleibt nur etwa zwei Tage frisch. Sie können Brokkoli allerdings auch einfrieren und somit bis zu einem Jahr lang sicher lagern. Dazu putzen Sie den Brokkoli zunächst und blanchieren ihn schließlich wenige Minuten.
Nun geht es an die Zubereitung. Zunächst heißt es, den Brokkoli gründlich zu waschen. Entfernen Sie die Blätter und kürzen Sie den Strunk. Den Brokkoli können Sie natürlich auch am Stück garen, es empfiehlt sich aber, den Kopf in mehrere etwa gleichgroße Stücke zu teilen. Besonders dicke Stiele sollten leicht eingeschnitten werden. Um nicht die wunderbar grüne Farbe des Brokkoli zu verlieren, sollte er niemals dampfgegart werden. Beim Garen muss bedacht werden, dass die Stiele mit ca. 10 Minuten doppelt so lange brauchen, wie die Knospen.
Vermeiden Sie es, den Brokkoli mit Gewürzen zu überhäufen. Am besten passt immer eine priese Muskat. Die Italiener kochen den blanchierten Brokkoli meist in Olivenöl mit Knoblauch. Zu einem Salat mit Brokkoli eignen sich besonders gut Walnüsse oder Pinienkerne, dazu ein Dressing aus Nussöl und Weißwein. Brokkoli eignet sich auch hervorragend für Suppen und Aufläufe.
1 Portion Brokkoli wird in der Regel mit 200 g berechnet
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