1. November 2006
Das Stillen ist für Mutter und Kind eine intensive Erfahrung. Das Abstillen führt zu einer tief greifenden Veränderung und wird daher häufig von gemischten Gefühlen begleitet. Wann ist der richtige Zeitpunkt fürs Abstillen und wie sollte das Baby entwöhnt werden?
Viele Frauen empfinden das Abstillen als eine Art des Abschiedes. Je länger die Mutter ihr Kind gestillt hat, desto schwerer fällt dieser Abschied. Daher wird empfohlen, dass Kind sechs Monate voll zu stillen und dann nach und nach die Brustmahlzeiten durch Beikost zu ersetzen.
Es gibt Kinder, die sich gewissermaßen selbst abstillen - andere müssen aktiv entwöhnt werden.
Zunächst sei bemerkt, dass es den richtigen Zeitpunkt zum Abstillen nicht gibt. Manche Mütter entwöhnen das Kind bereits nach vier Monaten, andere geben ihrem Kind bis über das zweite Lebensjahr hinaus die Brust. Den richtigen Zeitpunkt bestimmen letztendlich Frau und Kind. Wenn sich die Frau wohl fühlt beim Stillen und das Kind die Milch gern annimmt, spricht kaum etwas dagegen, dass Kind länger als die empfohlenen sechs Monate zu stillen. Auf der anderen Seite kann das Verhältnis zwischen Kind und Mutter belastet werden, wenn die Frau nur aus Pflichtgefühl stillt und die Gabe der Brust eine große Last für sie darstellt.
Ein guter Anhaltspunkt für den "richtigen" Zeitpunkt ist die Bereitschaft des Kindes, feste Nahrung aufzunehmen. Wenn das Baby von der Milchmahlzeit allein scheinbar nicht mehr satt wird und neugierig feste Nahrung beäugt und dabei Kaubewegungen zeigt, kann die Mutter versuchen, allmählich Beikost zuzufüttern.
Es gibt Mütter, die sich unterschiedlichen Gründen, wie Überforderung oder Druck von außen, genötigt sehen, das Baby abrupt abzustillen. Das plötzliche Abstillen bedeutet jedoch für Mutter und Kind eine immense seelische und körperliche Belastung. Für das Baby bricht von einem Tag zum anderen die vertraute Quelle für Nähe, Geborgenheit und Trost weg. Die Mütter leiden häufig unter Hormonschwankungen, die Depressionen auslösen oder verstärken können. Zudem produziert die Brust der Frau auch nach dem Abstillen Milch. Wird das Stillen abrupt beendet, besteht die Gefahr einer Brustdrüsenentzündung.
Weniger belastend ist das allmähliche Abstillen des Babys. Zunächst sollte eine Brustmahlzeit pro Woche weggelassen werden. So hat nicht nur das Baby genug Zeit, sich umzustellen. Denn die Brustdrüsen können nur so langsam und beschwerdefrei die Milchmenge vermindern.
Nach und nach können die Brustmahlzeiten durch gutverträgliches Gemüse wie Brokkoli oder Karotten ersetzt werden. Die Stillmenge sollte auf maximal 500 ml am Tag reduziert werden. Milchpumpen sollten in dieser Zeit nicht verwendet werden, da sie die Milchbildung anregen.
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