Arten, Reinigung und empfohlene Nutzungsdauer von Saugern und Saugflaschen

Die Saugerflasche gehört für viele Kleinkinder zur Grundausstattung, ob sie sitzen, liegen oder herumlaufen: immer wird an Saft, Tee oder Milchnahrung genuckelt. Oft dient dieses Verhalten nicht mehr nur der Nahrungsaufnahme, sondern das Dauernuckeln hat eine beruhigende Wirkung.

Wir informieren über verschiedene Saugermodelle und geben Tipps zur Nutzungsdauer, Entwöhnung und Reinigung

Arten von Saugern

Sauger begleiten das Kind in den ersten Lebensjahren. Für unterschiedliche Bedürfnisse gibt es auch ganz verschiedene Arten von Saugern. Ein Baby wird schon mit dem Saugreflex geboren, bereits im Mutterleib nuckelt es und unmittelbar nach der Entbindung sucht es instinktiv die Brust der Mutter und beginnt zu saugen.

Sauger - ja, oder nein?

  • Wenn voll gestillt wird, raten die meisten Hebammen von einem Sauger ab, da es zu der so genannten Saugverwirrung kommen kann und die Babys dann nicht mehr richtig an der Brust trinken.

  • Zumeist wird empfohlen, bis zum sechsten Lebensmonat des Kindes voll zu stillen und auch keine Tees oder Säfte zu verabreichen.

  • Das richtige und gute Saugen ist für das Baby lebensnotwendig, es sichert nicht nur die Nahrungsaufnahme, sondern setzt Hormone frei, die beruhigen und die Verdauung des Kindes fördern.

Der Mutterbrust nachempfunden

Wenn nicht mehr gestillt oder nicht mehr ausschließlich gestillt wird, gibt es Flaschensauger, die der Mutterbrust nachempfunden sind. Sie sind klein und rund. Diese Sauger versuchen dem Stillen so nah wie möglich zu kommen, um dem Kind die Umstellung zu erleichtern.

Ein Ventil ersetzt beim Trinken das entstehende Vakuum durch Luft und ermöglicht einen gleichmäßigen Nahrungsfluss, wodurch sich das Kind weniger häufig verschluckt. So kann es ununterbrochen saugen, ohne absetzen zu müssen. Luft im Bauch ist hauptsächlich für Unbehagen und Bauchschmerzen verantwortlich.

Der Kieferform des Kindes nachempfunden

Andere Sauger sind ergonomisch der Form des Kiefers des Kindes nachempfunden. Die Sauger besitzen verschiedene Lochgrößen, die auf die jeweilige Nahrung abgestimmt sind. So gibt es Sauger

Die Sauger haben auch unterschiedliche Größen, sind mit oder ohne Ventil und bestehen aus verschiedenen Materialien.

Verschiedene Materialien und mögliche Zusatznutzen

Es gibt Sauger

  • aus Latex
  • aus Silikon und
  • aus dem natürlichen Naturkautschuk.

Manche Sauger haben auch eine unterschiedliche Anzahl an Löchern, die auf das Alter und die Nahrung abgestimmt sind. Die Anzahl der Löcher oder der Schlitz regulieren den Nahrungsfluss.

Von Nuby gibt es einen patentierten Sauger, der mit Noppen versehen ist und während des Saugens das Zahnfleisch massiert. Er verfügt ebenfalls über ein Ventil und seine besondere Konstruktion verhindert ein Auslaufen der Nahrung.

Beim Kauf sollte man unbedingt sicherstellen, dass die Sauger keine schädlichen Weichmacher enthalten.

Den Sauger richtig reinigen

Wenn Flaschennahrung gefüttert wird, müssen nicht nur die Flaschen, sondern auch die Sauger gründlich gereinigt werden, damit sich keine schädlichen Keime bilden. Babys haben noch ein schwaches Immunsystem und sind deshalb durch Bakterien gefährdet.

Flasche und Sauger reinigen

Es reicht nicht aus, die Flaschen und Sauger zu reinigen; sie müssen auch regelmäßig, das heißt täglich, desinfiziert werden, um eine gesunde Ernährung des Babys zu gewährleisten.

Bevor der Sauger desinfiziert wird, muss er gründlich gereinigt werden. Er muss frei von fettigen Milchresten und Nahrungsmittelresten sein. Manche Hersteller empfehlen, den Sauger

  • innen und außen mit Salz zu bestreuen
  • dann kräftig durchzukneten und
  • gut mit heißem Wasser auszuspülen,

denn auch das Saugerloch muss sauber sein. Den Sauger immer gleich nach den Mahlzeiten reinigen.

Finger weg von Spülmaschine, Mikrowelle und chemischer Desinfektion

Manche Mütter benutzen zum Reinigen die Spülmaschine, diese Methode ist nicht geeignet.

  • Erstens sind die meisten Spülmaschinenreiniger so aggressiv, dass sie das Material des Saugers angreifen und
  • zweitens reicht die Temperatur der Spülmaschine nicht aus, um den Sauger zu desinfizieren.

Auch die Mikrowelle ist zum Desinfizieren nicht zu empfehlen. Der Werkstoff des Saugers kann ungünstig beeinflusst werden und die genauen Auswirkungen der Mikrowellenstrahlung sind noch nicht ausreichend erforscht.

Auch die chemische Desinfektion ist zum einen aufwendig und zum anderen nicht immer verlässlich, um den Sauger hygienisch einwandfrei zu desinfizieren.

Auskochen

Die Auskochmethode ist ein bisschen aufwendig, aber zuverlässig.

  1. Hier wird ein Topf mit Wasser erhitzt, dieses muss sprudelnd kochen, dann den Sauger hinein geben.
  2. Er muss vollständig mit Wasser bedeckt sein, eine Auskochzeit von drei Minuten reicht aus, da sonst das Material klebrig und porös werden kann.

Desinfektion mit einem Vaporisator

Die schnellste, einfachste und zuverlässigste Methode ist das Desinfizieren mit einem Vaporisator. Hier wird das Gut eingelegt und mittels Wasserdampf desinfiziert.

  • Die Heiß-Desinfektion ist umweltfreundlich und verzichtet vollkommen auf chemische Mittel.
  • Sie tötet zuverlässig mit Wasserdampf alle schädlichen Keime ab.

Funktionsprinzip

Das Vaporisieren funktioniert mit normalem Leitungswasser. Das Reinigungsgut wird in das Körbchen gelegt und dann muss man das Gerät nur einschalten. Bei 95°C ist es nach etwa 10 Minuten auf ganz natürliche Art und Weise keimfrei.

Das Gerät schaltet automatisch ab und der geringe Stromverbrauch sorgt dafür, dass sich ein Vaporisator schnell bezahlt macht. Ein Dampf Sterilisator funktioniert ähnlich.

Nutzungsdauer und Entwöhnung

Das Dauernuckeln kann, vor allen Dingen bei zuckerhaltigen Getränken, die Zähne der Kleinen nachhaltig schädigen. Es kann auch zu Zahnfehlstellungen und Kieferdeformationen führen. Daher sollte das Kind daran gewöhnt werden, mit dem Löffelchen zu essen und aus einem Glas oder Becher zu trinken.

Das Baby langsam entwöhnen

Wenn das Kind aber an der Flasche dauernuckelt, so zeigt dies auch Bedürfnisse an, die gestillt werden wollen. Man sollte in jedem Fall darauf eingehen und ihm Alternativen bieten und nicht die Flasche von jetzt auf gleich entziehen.

So etwa ab dem zehnten bis zwölften Lebensmonat kann man das Kind an das normale Trinken gewöhnen. Es braucht noch ein bisschen Geduld und Ausdauer, denn das erforderliche feinmotorische Geschick muss erst noch erlernt werden.

  • Solange das Kind die Flasche noch erhält, sollte man darauf achten, dass es diese zügig leer trinkt und nicht bis zu dreißig Minuten daran herumnuckelt. Wenn die Flasche leer ist, soll sie an die Eltern zurückgegeben werden.
  • Zuckerhaltige Getränke sollte man vermeiden, auch Fruchtsäfte am besten immer nur verdünnt anbieten.

Das Baby mitentscheiden lassen

Die beste Ernährung für das Kind ist immer noch das Stillen, aber es gibt auch viele gute Gründe, um Flaschennahrung zu füttern. Genauso gut hat die Flaschennahrung auch entscheidende Nachteile.

Oft signalisiert das Kind, wenn es von der Milchnahrung nicht mehr satt wird und es Zeit ist, Beikost zu füttern. Oft wird die Flasche dann aber vor dem Einschlafen etwa noch gebraucht, das ist in der Umstellungsphase völlig normal.

Spätestens ab dem zweiten Lebensjahr ist die Ernährung des Kindes der Erwachsenenernährung angepasst, ab da braucht es eigentlich keine Flasche mehr. Es gibt keine klare Richtschnur, wie lange eine Flasche gegeben werden soll.

Aus pädagogischer Sicht soll man

  • die Bedürfnisse des Kindes erkennen
  • es nicht zwingen und
  • ihm die Flasche so lange lassen, wie es sie braucht.

Wichtig ist es, immer wieder Alternativen anbieten.

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