22. Februar 2011
Wenn Frauen aus unterschiedlichsten Gründen nicht stillen können, sind sie bei der Ernährung ihrer Kinder auf Ersatz angewiesen. Für die Säuglinge ist das nur die zweitbeste Variante. Darum versucht man die nachempfundene Muttermilch der richtigen Muttermilch so ähnlich wie möglich zu machen.
Julio José Ochoa Herrera von der Universität Granada ist mit seinem Team von Wissenschaftlern einen Schritt in diese Richtung weiter gekommen. Bei einer Studie wurden 30 Mütter untersucht. Die Hälfte der Frauen hatte Frühgeburten, die andere Kinder nach einer normalen Schwangerschaft auf die Welt gebracht. Es zeigte sich, dass beide Gruppen unterschiedliche Inhaltsstoffe in der Muttermilch aufwiesen.
Untersucht wurde jeweils die Erstmilch, die besonders gehaltvoll an immunstärkenden Bestandteilen ist und in den ersten fünf Tagen nach der Geburt gebildet wird. Außerdem nahm man Proben der Übergangsmilch, die bis zum zehnten Tag nach der Geburt vorhanden ist und der anschließenden Muttermilch. Alle Frauen befragte man zudem zu ihren Essgewohnheiten. Bei den Müttern von Frühchen war in der Erstmilch deutlich weniger Coenzym Q10 zu finden. Es fanden sich nur 25 Prozent der „normalen“ Menge. Ähnlich war es mit dem Vitamin E.
Für Ochoa geben diese Erkenntnisse wichtige Hinweise zur Zusammensetzung von Muttermilch-Ersatz. Noch nicht geklärt ist jedoch, ob bei der Frühchenmilch Coenzym Q10 und Vitamin E zugesetzt werden müssen. Das sollen weitere Untersuchungen ergeben.
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