18. November 2009
Nicht jede Schwangerschaft, Entbindung und die Zeit nach der Geburt verlaufen wie im Bilderbuch. Oft sind diese Zeiten auch geprägt von Ängsten und Sorgen. Damit stehen viele Frauen oft allein da.
Denn seit Generationen hält sich die Märe, dass diese Zeiten die glücklichsten der Frau wären und diese Haltung wird von Frauen auf Frauen tradiert. Schon die Schwangerschaft ist eine belastete Zeit voller Sorgen, ob alles gut geht und vielleicht auch Angst vor der Entbindung und ob das Kind gesund ist. Die Liebe zu dem Kind entsteht nicht auf Knopfdruck, sondern sie muss reifen und sich entwickeln. Viele Frauen bekommen Schuldgefühle wenn diese innige Verbundenheit nicht schon während der Schwangerschaft zu spüren ist. Aber die werdende Mutter hat mit einigem zu kämpfen, eine ganz neue Situation, die hormonelle Umstellung und vielleicht noch Zukunftsängste, je nach persönlicher Lage. In der Schwangerschaft erfährt die Frau vor allen Dingen auch Strapazen und es ist oft alles andere als eine glückliche Zeit und das ist auch normal. Schwangerschaften verlaufen nun einmal unterschiedlich und sie müssen nicht von jeder Frau gleich erlebt werden. Das darf sich die werdende Mutter auch zugestehen.
Auch die Entbindung ist nicht nur ein schöner und beglückender Vorgang, sondern kann eine höchst belastete körperliche und psychische Situation sein, in der die Frau überfordert ist und nicht gleich mütterlich liebende Empfindungen nach der Entbindung hat, auch das ist normal und kann vorkommen. Die Zeit nach der Entbindung, die Stillzeit ist wieder geprägt von Anstrengung. Vielleicht will es mit dem Stillen nicht so richtig klappen oder das Kind schreit viel und wieder ist die Mutter mit der Situation überfordert und vielleicht noch allein. Man kennt den berühmten Babyblues, eine Traurigkeit, welche die Mutter befällt und Tränen, die oft fließen und dann noch die Schuldgefühle, weil eigentlich sollte sie doch glücklich sein.
Hebammen können hier zumeist helfen und auch gute Literatur empfehlen, die weiterhilft. Denn wichtig für die betroffenen Frauen ist es zu wissen, dass sie mit ihren Gefühlen nicht allein sind. Liebe braucht manchmal Zeit und entsteht nicht immer von jetzt auf nachher, auch die Angst keine Mutterliebe zu verspüren hat ihre Berechtigung.
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