11. November 2009
Das Laufenlernen ist für das Kind ein anstrengender Prozess, viele verschiedene Fähigkeiten müssen dabei geschult und beherrscht werden. Das Laufen gehört zu den kompliziertesten Bewegungsabläufen.
Nachdem das Kind sich an Möbeln hochgezogen hat und einigermaßen frei stehen kann, macht es auch bald die ersten wackligen Schritte. Dabei sind manche Kinder schneller und andere lassen sich noch ein bisschen mehr Zeit. In jedem Fall sollten die Eltern Geduld haben und nichts forcieren, das Kind soll aus eigenem Antrieb handeln. Ob man ihm dabei Laufhilfen anbieten soll, da gehen die Meinungen sehr weit auseinander. Die Gegner raten von Laufhilfen ab mit der Begründung, dass das Kind nur eine halb stehende Position hat und dadurch die Hüften zu stark belastet werden. So lernt das Kind nicht den ganzen Fuß zu belasten und geht eher zehenbetont. Außerdem geben Gegner zu bedenken, dass durch die Laufhilfen eine erhöhte Unfallgefahr besteht. Die altersentsprechende motorische Entwicklung der Kinder soll durch solche Lauflernhilfen eher behindert werden. Wichtige und natürliche Bewegungsabläufe werden stark eingeschränkt. Gehfrei, Babywalker, Lauflernhilfe und Lauflernschule all diese Lauflerngeräte werden auch von den meisten Kinderärzten und Hebammen abgelehnt. Auch die Stiftung Warentest hat die meisten Modelle aus Sicherheitsgründen für mangelhaft befunden. Wenn ein solches Gerät eine Prüfplakette wie TÜV- oder GS-Zeichen hat so ist das lediglich ein Hinweis, dass das Gerät technisch einwandfrei ist. Es lässt keine Rückschlüsse zu, ob es gesund, gefahrlos und dienlich ist als Lauflernhilfe. Experten scheinen sich einig zu sein, dass die Laufhilfen der Entwicklung des Kindes schaden und die Ausbildung des Stützapparates beeinträchtigt wird. Das Kind ist mit einer Laufhilfe mobiler als es seinen altersgemäßen Fähigkeiten entspricht, der Bewegungsradius vergrößert sich und das Kind wird schneller, damit erhöhen sich auch die Gefahrenquellen. Das Kind kann Treppen und Stufen leichter erreichen, kommt an Dinge leichter ran, die es zum Beispiel vom Tisch ziehen kann, Türschwellen, Leisten, Teppiche und herumliegendes Spielzeug können zu gefährlichen Stolperfallen werden.
Lediglich die Hersteller preisen eine sinnvolle Förderung an und einige Menschen glauben daran, dass diese Lauflernhilfen das Kind unterstützen würden. Da sie im Handel erhältlich sind, geht man auch nicht davon aus, dass sie gefährlich sein könnten.
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