17. Dezember 2009
(pgk) Sicherheitsmängel bei Spielzeug für Kleinkinder können gefährliche Folgen haben. Die häufigsten Schwachstellen sind Kleinteile wie Räder an Fahrzeugen oder Verzierungen, die sich leicht vom Spielzeug lösen lassen. Ein weiteres Problem sind gesundheitsschädliche Stoffe wie Weichmacher, Schwermetalle oder Formaldehyd in Beschichtungen, Lackierungen oder im Pressholz.
"Gerade wenn es um Spielzeug geht, sollten übereilte Käufe zur Weihnachtszeit vermieden werden", rät Martina Abel, Geschäftsführerin der Bundesarbeitsgemeinschaft (BAG) "Mehr Sicherheit für Kinder" e.V. in Bonn.
Die BAG hat eine Liste mit Hinweisen erstellt, die Eltern, Paten und Großeltern beim Weihnachtseinkauf beachten sollten.
Auf Gütesiegel und Kennzeichen achten
Die gängigsten Prüfzeichen sind: GS-Zeichen, Proof-Zeichen und "LGA Tested Quality"-Zertifikat. Für Elektrospielzeug ist das VDE-Siegel entscheidend. Darüber hinaus stehen auch die Gütesiegel "Der blaue Engel" und "spiel gut" für getestete, umweltfreundliche und sichere Produkte.
Testergebnisse lesen
Eltern sollten sich vor dem Kauf informieren, ob bereits Testergebnisse der gängigen Verbraucherschützer über das jeweilige Produkt vorliegen. Stiftung Warentest prüft Produkte und veröffentlicht die Ergebnisse in einer monatlich erscheinenden Zeitschrift. Gerne hilft auch die örtliche Verbraucherzentrale weiter.
Anschauen, anfassen, riechen, ausprobieren
Vor dem Kauf sollten Eltern das Spielzeug erst einmal selbst in der Hand gehalten haben. Einzelhandel und Kaufhäuser sind für die Weihnachtseinkäufe daher besser geeignet als Internetshops. Nur im direkten Kontakt mit der Ware ist es möglich, sich ein umfassendes Bild über Qualität und Sicherheit zu machen. Ein wahrnehmbarer Geruch kann zum Beispiel auf gesundheitsschädigende Lösungsmittel hinweisen. Auch parfümierte Spielzeuge (Allergierisiko) lieber im Laden lassen.
Auf die Verarbeitung achten
Spielzeug für Kleinkinder darf keine scharfen oder spitzen Kanten aufweisen. Holzspielzeug sollte glatt und gut verarbeitet sein, damit sich keine Splitter lösen. Klappbare Einzelteile müssen vermieden werden, hier kann es zu Quetschungen kommen. Ist das Produkt stabil? Besitzt es kleine oder leicht ablösbare Einzelteile wie Augen oder Knöpfe? Ist bei diesen Fragen keine Sorgfalt zu erkennen, lässt das negative Rückschlüsse auf die Qualität des Spielzeugs zu.
Problembereich lackierte Oberflächen
Lackierte Spielwaren müssen schweiß- und speichelfest sein. Bei Produkten für kleinere Kinder darauf achten, dass sie abwaschbar sind. Tipp: Bleibt beim Rubbeln mit angefeuchtetem Finger Farbe an der Hand hängen: Finger weg!
Thema Kunststoff
Plastikteile sollten nicht aus PVC bestehen, das oft schädigende Weichmacher enthält. Spielwaren aus ABS-Kunststoff hingegen sind unbedenklich. Ein Blick auf das Spielzeug selbst hilft: Ein auf dem Plastik aufgebrachtes Dreieck gibt Auskunft über die Zusammensetzung. An der 03 erkennen Sie das gefährliche PVC.
Ohren auf
Finger weg von Rasseln und Instrumenten, die schon ein Erwachsener als zu laut empfindet. Kinderohren sind empfindlich. Bei solchen Produkten unbedingt die Altersangabe beachten.
Kleinteile
Spielzeug, das kleiner ist als ein Tischtennisball, ist ungeeignet für Kleinkinder unter drei Jahren. Ebenso sollte das Spielzeug keine verschluckbaren Kleinteile oder herausnehmbare Batterien besitzen. Bei Geschenken mit Kleinteilen im Inneren, zum Beispiel Rasseln, sollte Wert auf eine gute Verarbeitung gelegt werden. Unbedingt die Altersangabe "Nicht geeignet für Kinder unter drei Jahren" beachten!
Vorsicht bei Billigprodukten
Beim Kauf von Kinderspielzeug gilt: Günstige Produkte sind oft weniger gut verarbeitet und damit auch weniger sicher. Bei sehr billigen Produkten ist die Gefahr, auf gefälschte Prüfsiegel zu stoßen, ebenfalls größer. Gefälschte Siegel lassen sich aber in vielen Fällen leicht erkennen: Das GS-Siegel etwa ist immer mit dem Zeichen des jeweiligen Prüfinstituts angebracht. Fehlt dieses Zeichen, ist das Siegel gefälscht.
Quelle: Bundesarbeitsgemeinschaft Mehr Sicherheit für Kinder e.V.
im Netz: www.kindersicherheit.de
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