Tipps für einen kindersicheren Haushalt - mögliche Gefahren und wie man diese beseitigt

Steckdosen, kantige Möbel, Herdplatten - im Haushalt lauern für kleine Kinder etliche Gefahren. Damit sich Ihre Kleinsten zu Hause so sicher und frei wie möglich bewegen können, sollten Sie Ihren Haushalt einmal mit unserer Checkliste überprüfen.

Ein sicherer Haushalt sollte einige Kriterien erfüllen - doch wo lauern mögliche Gefahren und welche Kindersicherungen sind empfehlenswert?

Mögliche Gefahren für Baby und Kind

Die Sicherheit des Babys muss an erster Stelle stehen, deshalb ist ein kinderfreundliches Zuhause so wichtig. Überall lauern für so ein kleines Kerlchen Gefahren, wo es sich ernsthaft verletzen könnte.

Jeder Haushalt birgt solche, denn den absolut sicheren Haushalt gibt es nicht. Früher hat man kleine Kinder in die Laufgitter gesetzt und sie damit aus dem Verkehr gezogen. Dies schränkt den Bewegungs- und Aktionskreis des Kindes aber ungemein ein und schadet eher seiner Entwicklung.

Heute bewegen sich Kinder frei in ihrem Zuhause, dabei sollten Kleinkinder eigentlich immer beaufsichtigt sein. Aber man kann auch nicht dauernd ein Auge auf sie werfen und ist durch das Telefon oder etwas anderes auch mal abgelenkt.

Babyunfälle im Haushalt - Praxistipps für Eltern

Plötzlich ist es passiert: Das Kind ist vom Wickeltisch gestürzt und hat sich schwer verletzt. Verunglückt ihr Baby im Haushalt, ist das für die Eltern ein extremer Schock. Besonders hoch ist die Gefahr für Unfälle durch

Worauf sollten Mütter und Väter achten, um das Unfallrisiko zu reduzieren?

Verbrennungen durch Bügeleisen und Heißgetränke

Bis zum vierten Lebensjahr ist das Risiko für Kinderunfälle im Haushalt besonders hoch. Vor allem Verbrennungen durch Bügeleisen und heiße Getränke zählen zu den größten Unfallgefährdungen. Die Haut von Säuglingen ist überaus empfindlich und weitaus dünner als die von Erwachsenen, daher verbrennen sich Babys viel leichter.

Untersuchungen zeigen, dass Verletzungen vorwiegend entstehen, weil sich heiße Gegenstände oder Heißgetränke in Reichweite der Babys befanden. Schon eine Tasse heißer Kaffee oder Tee kann bei einem Säugling zu schweren Verbrühungen führen, von denen bis zu dreißig Prozent der Hautoberfläche betroffen sind.

Stehen heiße Getränke für Kinder erreichbar auf einem Tisch, können sie sehr leicht umgeworfen werden und sich über die Haut ergießen. Tipps zum Vermeiden von Gefahren für Verbrühungen und Verbrennungen:

  • Sitzt das Kind auf dem Schoß, keine Heißgetränke in der Hand halten oder auf einer erreichbaren Tischdecke abstellen.
  • Fläschchen besser im Wasserbad statt in der Mikrowelle erhitzen. Auf lauwarme Temperaturen achten.
  • Elektrische Geräte auch zum Abkühlen kindersicher unterbringen.
  • Wärmflaschen in ein Tuch wickeln und kein kochendes Wasser einfüllen.

Unfallgefahren beim Baden

Babys plantschen liebend gerne im warmen Badewasser. Doch gerade hier lauern etliche Gefahren wie Verbrühungen durch zu heißes Wasser. Das Badewasser sollte deshalb Temperaturen von maximal 37 Grad nicht übersteigen. Auch das Ertrinkungsrisiko ist hoch, da Babys und Kleinkinder schon bei einem wenige Zentimeter hohen Wasserstand ertrinken können.

Besonders gefährlich ist es, wenn der Kopf unter Wasser gerät. Eltern hören dann weder Wimmern noch Schreie, da die Kleinen ihren Kopf nicht mehr selbst aus dem Wasser befreien können. Auch wenn Kinder schon alleine sitzen, sollten sie beim Baden nie alleine gelassen werden.

Um das Risiko des Ertrinkens zu reduzieren, ist eine rutschfeste Matte zum Einlegen in die Kinderbadewanne und in den Kinderwannen-Aufsatz sinnvoll. Im Handel werden Baby-Badesitze angeboten, die in großen Badewannen schwimmen. Diese Badesitze gelten als besonders gefährlich, da unbeaufsichtigte Kinder umkippen könnten und möglicherweise ertrinken. Tipps zum Babybaden:

  • Die Badewassertemperatur stets mit einem Badethermometer oder am Handgelenk kontrollieren.
  • Babys erst in die Kinderbadewanne setzten, wenn die richtige Badetemperatur erreicht ist.
  • Babys beim Baden grundsätzlich festhalten.

Hohes Unfallrisiko durch Wickeltische

Stürze vom Wickeltisch stellen die größte Unfallursache im Elternhaus dar. Schwere Kopfverletzungen oder lebensgefährliche Schädel-Hirn-Traumen können die Folgen sein. Auch Knochenbrüche und innere Blutungen werden häufig durch einen Sturz vom Wickeltisch verursacht.

Besonders gefährdet sind Kinder ab dem 5. Lebensmonat, da sie in dem Alter lernen, sich zu drehen. Oft geschieht das von einem Tag auf den anderen und Eltern sind sich dessen gar nicht bewusst. Daher darf der Nachwuchs auch für kurze Zeit nicht alleine auf einem Wickeltisch bleiben.

Wickelkommoden mit extra hohen Seitenwänden und abgerundeten Ecken sind besser geeignet als Wickeltische. Noch sicherer ist es, Babys auf einer weichen Babydecke am Boden oder auf einem niedrigen Bett zu wickeln und anzuziehen. So haben Kinder viel Platz zum Strampeln und es besteht kein Risiko, dass sich die Kleinen an scharfen Kanten verletzen oder herunterstürzen. Elterntipps zum Wickeln:

  • Kinder beim Wickeln auf dem Tisch immer mit einer Hand festhalten.
  • Zusätzlichen Schutz bieten Wickeltische, die in einer Raumecke platziert werden.
  • Wickelkommoden mit mindestens drei extra hohen Seitenwänden nutzen.
  • Wickelutensilien in greifbare Nähe stellen.
  • Für noch mehr Sicherheit Babys auf dem Boden wickeln.
  • Bei weiteren Entfernungen Kinder auf den Arm nehmen.

Broschüre der BZgA zur Unfallverhütung

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) hat einen Elternratgeber zur Unfallverhütung in den ersten Lebensjahren herausgegeben, um Eltern gezielt Informationen zur Verfügung zu stellen. Die Broschüre wurde auch zur Nutzung im Internet aufbereitet, sodass sich die Alltagstipps zu zahlreichen Themen bequem herunterladen lassen.

Für Eltern eine hilfreiche Quelle, um Gefahren schneller zu erkennen und zu beseitigen. Die Informationen unterstützen Mütter, Väter und Betreuer insbesondere dabei, mehr Verständnis für die altersabhängigen Unfallgefährdungen zu entwickeln.

Gefahren im Haushalt für Kinder: welche Kindersichungen sind sinnvoll?

Besonders Kinder bis zum Kindergartenalter wollen in ihrem Zuhause die Welt entdecken. Dabei lauern viele Gefahren, die dem Kind ernsthaft schaden könnten. Oft kann man schon mit wenigen Maßnahmen die Hauptgefahrenquellen ausschalten.

Die Hersteller haben diesen Bedarf schon längst erkannt und dementsprechend groß ist das Angebot an Kindersicherungen. Doch man muss das Zuhause jetzt nicht in einen Hochsicherheitstrakt verwandeln. Kleine Kinder sind ja in der Regel unter ständiger Beaufsichtigung.

Strom

Kinder brauchen ein sicheres Umfeld, damit sie sich frei und gesund entwickeln können. Um Gefahren richtig erkennen zu können, muss man mit den Augen der Kinder sehen.

Sie können Gefahren noch nicht einschätzen, und stecken die Finger oder Gegenstände auch schon einmal in Steckdosen. Ein Steckdosenschutz ist durchaus sinnvoll, denn Strom ist für die Kleinen eine der größten Gefahrenquelle im Haushalt.

Steckdosen haben leider eine Höhe, die für krabbelnde Kinder leicht zu erreichen ist. Aus diesem Grund sollte man sämtliche Steckdosen in der Wohnung mit Steckdosensicherungen versehen. Auch an Verlängerungskabel ist dabei zu denken.

Kindersicherungen:

  • Steckdosenschutz
  • Herdschutzgitter
  • Treppengitter
  • Türstopper
  • Fenstersicherungen
  • Verschlussstreifen
  • Eckenschutz

Hitze

Darüber hinaus ist es besser, Elektrogeräte so umzuräumen oder zu sichern, dass sie von den Kindern nicht erreicht werden können.

  • Wasserkocher mit kochendem Wasser dürfen für Kinder nicht erreichbar sein, da sie ihn herunterziehen könnten und es zu schwerwiegenden Verbrühungen führen kann.
  • Der Herd sollte mit einem Herdschutzgitter versehen sein, damit die Kleinen nicht auf die heiße Fläche greifen können.
  • Um den Backofen zu sichern, kann man einen Backofentürstop finden.
  • Auch Waschmaschine, Spülmaschine und Trockner können für kleine Kinder eine Bedrohung darstellen. Viele Modelle sind schon ab Werk mit einer Kindersicherung versehen.

Putzmittel, Medikamente und Sturzgefahren

Putzmittel und ähnliches muss so verschlossen sein, dass es für Kinder unzugänglich ist. Hier kann es zu Vergiftungen und Verätzungen kommen. Auch Medikamente müssen für Kinder unerreichbar aufbewahrt werden.

Treppen oder Stufen stellen eine Stolper- und Sturzgefahr dar und sollten mit einem Treppengitter oder einem Gitter versehen sein. Glatte Treppenstufen lassen sich zudem mit Antirutschstreifen versehen.

Sind Glastüren in der Wohnung vorhanden, macht man diese durch das Anbringen von Aufklebern sichtbar. Außerdem lassen sich Glastüren mit Splitterschutzfolie präparieren.

Ist das Kind schon groß genug, um Türen zu öffnen, empfiehlt es sich, ein Glockenspiel an der Wohnungstür anzubringen, das immer dann erklingt, wenn die Tür geöffnet wird. Auf diese Weise hört man, ob das Kind alleine an die Tür geht.

Fenster in oberen Stockwerken können für Kinder gefährlich werden, wenn sie diese unbeaufsichtigt öffnen und abstürzen könnten. Auch Türen können mit Türstoppern gesichert werden und für Fenster gibt es Fenstersicherungen, damit das Kind das Fenster nicht mehr öffnen kann.

Gefahren durch bestimmte Gegenstände

Gefährliche Gegenstände wie

oder ähnliches müssen immer außer Reichweite sein, genau wie alle Elektrogeräte nicht in die Hand von Kindern gehören. Plastiktüten dürfen nicht von Kindern erreicht werden, sie könnten sich diese über den Kopf ziehen und ersticken.

In Schubladen kann sich ein kleines Kind leicht die Finger einklemmen und Türen können ihm zum Verhängnis werden. Hier helfen die Sicherheitsriegel, die eine geschützte Lösung bieten. Ein geschärfter Blick hilft zudem, Gefahren zu vermeiden.

Mit den so genannten Verschlussstreifen können Glastvitrinentüren, Elektrogeräte oder WC-Deckel abgesichert werden. Ein dezentes Multischloss, welches transparent ist, passt sich optimal dem Mobiliar an.

Eckige Kanten, an denen sich das Kind verletzen könnte, wie scharfe Tischkanten, Fenstersimse und Möbelkanten, können mit einem Eckenschutz versehen werden. Dieser rundet die Kanten ab und nimmt ihnen ihren Schrecken.

Des Weiteren gilt:

  1. Verzichten Sie nach Möglichkeit auf niedrige Wohnzimmertische mit Glasplatte.

  2. Machen Sie Ihrem Kind jegliche Heizkörper unzugänglich, zum Beispiel durch Verkleidungen oder indem Sie Möbel davor stellen.

  3. Möbel nicht direkt unter einem Fenster platzieren, damit das Kind nicht auf das Fenster hinauf klettern kann.

  4. Besitzen Sie einen Kamin, so ist dieser mit Schutzgittern zu sichern.

  5. Achten Sie auf rutschfesten Boden. Parkettböden oder Fliesen sollten mit einer speziellen Politur behandelt werden. Vor allem kleinere Teppiche rutschfest verlegen. Ihr Kind sollte zu Hause immer Hausschuhe mit rutschfesten Sohlen oder so genannte Stoppersocken (ABS-Socken) tragen.

  6. Lassen Sie heiße Herdplatten, den Ofen und gefüllte Töpfe nicht unbeaufsichtigt.

  7. Verstauen Sie Tabakwaren, Feuerzeuge, Alkohol, Putzmittel und Kosmetika in für Ihr Kind unerreichbaren oder abgeschlossenen Schränken.

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