Bildschirmkonsum bremst bei Kindern die Entwicklung der Vorstellungskraft

Nur Bücher, Hörbücher und Hörspiele regen die Kreativität an

  • ,
  • von Paradisi-Redaktion
Bruder und Schwester sitzen gemütlich mit einer großen Schüssel Popcorn auf der weißen Couch und gucken Fernsehen

Wer gebeten wird, die Augen zu schließen und sich eine ganz bestimmte Szene vorzustellen, etwa einen Strand mit Sandburgen, leise rauschende Wellen an der Küste, Möwen am Himmel etc., hat meist ein ziemlich klares Bild vor dem inneren Auge. Diese Fähigkeit wird als Vorstellungskraft bezeichnet und ist für den menschlichen Verstand eine wichtige Eigenschaft. Diese Fantasie erlaubt nicht nur eine innere Reise zu schönen Erinnerungen oder Wunschorten, sondern befähigt das Gehirn zur kreativen Problemlösung.

Entwickelt wird die Vorstellungskraft von früher Kindheit an und wie stark sie ausgeprägt ist, wird von vielen Faktoren beeinflusst. Welche Rolle dabei moderne Bildschirmmedien spielen, hat eine aktuelle Studie untersucht und ein hartes Urteil gefällt.

Vorstellungskraft und Kreativität bleiben beim Bildschirmkonsum auf der Strecke

Der häusliche Bildschirmkonsum eines Kindes steht im direkten Zusammenhang mit seiner Entwicklung der Vorstellungskraft. Je stärker der Konsum, desto langsamer reift sie. Zu diesem Ergebnis kamen die Wissenschaftler beim Experiment mit 266 Jungen und Mädchen. Die Kinder waren mindestens drei und maximal neun Jahre alt. Es wurde festgehalten, wie viele Minuten oder Stunden am Tag diverse Bildschirmmedien konsumiert wurde. Dazu zählten passive Medien wie das Anschauen von Bildern und Videos, aber auch aktive Medien wie Spiele am PC, Tablet und Ähnlichem. Mit kleinen Tests wurde im Anschluss erhoben, wie gut die Vorstellungskraft der Kinder war. Tatsächlich taten sich die Kinder im Vergleich mit Gleichaltrigen umso schwerer, je länger ihr Medienkonsum war. Aktive Medien waren dabei nicht besser als reines Bild- und Filmschauen.

Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass die fertig präsentierten Inhalte dafür sorgen, dass keinerlei Kreativität angeregt wird. Anders als bei beispielsweise Hörbüchern muss ein Kind sich keinen Wald oder ein Schloss im Kopf vorstellen. Es bekommt die Bilder auf dem Monitor präsentiert.

Passend zum Thema

War der Artikel hilfreich?

Fehler im Text gefunden?

Bitte sagen Sie uns, warum der Artikel nicht hilfreich war:

Um die Qualität unserer Texte zu verbessern, wären wir Ihnen dankbar, wenn Sie uns den/die konkreten Fehler benennen könnten:

Historie:
Erstellt am
So arbeiten wir
Autor:

Mehr über uns
Warum kein namentlicher Autor?
Quellenangaben
  • Bildnachweis: Cute children watching TV on sofa at home © Africa Studio - www.fotolia.de

Weitere News zum Thema

Fussball

O-Beine vom Fussballspielen

Wer schon als Kind und Jugendlicher viel Fußball spielt, muss damit rechnen, O-Beine zu bekommen. Das hat der belgische Sportwissenschaftler D...

Traditionelle Chinesische Medizin

Babys lieben fernöstliche Massagen

Manuelle Therapien zum Heilen und Wohlfühlen. Massageformen der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) setzen sich auch bei Kindern durch. ...

Lesen

Mit Fingern lesen lernen geht schneller

Eine Studie zeigt: Durch Tasten lernten Kinder schneller lesen. Kinder lernen deutlich schneller lesen, wenn sie die Buchstaben – zusätzlich z...

Ernährungsberatung

Essverbote fruchten nicht

Studie: Elterliche Verbote bewirkten das Gegenteil. Eltern, die ihren Kindern rigorose Essvorschriften auferlegen, erreichen häufig das Gegent...

Händewaschen

Übertriebene Hygiene bei Kindern schadet

Eltern die es bei ihren Kindern mit der Hygiene übertreiben, schaden ihnen indirekt. Schmutz stärkt bekanntlich die Abwehrkräfte und besonders...