Das Kind im Alter von 5 bis 5,5 Jahren

Gruppe kleiner Kinder bei Geburtstagsparty im Garten

Die kindliche Entwicklung in einem Alter von 5 bis 5,5 Jahren

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  • von Paradisi-Redaktion

Je nachdem, in welchem Monat das Kind geboren ist, ist es nun meist schon ein Vorschulkind. Ein fünfjähriges Kind kann problemlos bis zehn zählen.

Inhaltsverzeichnis des Artikels

Sprachliche, geistige und körperliche Entwicklung

Mit dem fünfjährigen Kindergartenkind kann man sich nun schon sehr gut unterhalten. Es spricht sämtliche Laute richtig aus und spricht in ganzen Sätzen.

Es kennt nun die Unterschiede zwischen

  • fest und flüssig
  • glatt und rau
  • gerade und schief.

Für viele Kinder ist jeder neue Tag ein weiteres Abenteuer. Was sie darin alles erleben, erzählen sie oft und gerne. Dabei erinnern sie sich auch immer besser an zurückliegende Momente. Die Vergangenheits- und Zukunftsform wird immer häufiger angewandt.

Besonders beliebt ist das Erzählen über Dinge, die sie bereits alleine hinbekommen - inklusive Übertreibungen. Das Verständnis für Humor wächst schnell; so sind Witze sowie Wortspiele in diesem Alter nicht selten.

Die ausdauernde Befragung geht auch jetzt noch weiter. Besonders gerne werden dabei Regeln hinterfragt. Die ausgeprägte Fantasie der Kleinen bringt viele dazu, sich selbst Geschichten auszudenken - mitunter kommt es dabei vor, dass sie Realität und Fantasie verwechseln.

Beim Malen wird nicht nur ein Haus gemalt, sondern auch Details wie Fenster, die Tür, der Baum vor dem Haus oder ein Vögelchen auf dem Dach. Das Schneiden mit Scheren beherrscht das Kind mit fünf bis 5,5 Jahren schon sehr gut, so dass es recht genau an den Linien entlang schneiden kann. Viele Kinder basteln nun auch gerne mit Kleber.

Flunkern

Neben den besagten Übertreibungen entdecken einige Kinder in diesem Alter auch das Lügen für sich. Diese Flunkerei nutzen sie mitunter zum Beispiel, um einer Bestrafung zu entgehen. Wichtig ist, dem Kind klarzumachen, dass man sich im Leben nicht durchmogeln kann, nur um bestimmten Situationen aus dem Weg zu gehen und es damit leichter zu haben. Im Laufe der Zeit wird man immer wieder mit Schwierigkeiten konfrontiert werden - am besten wird man diese stets mit Ehrlichkeit lösen können.

Je besser das verbale Gedächtnis, desto besser können Kinder lügen

Kinder, die erfolgreich lügen, sollen laut Forschern ein besseres verbales Gedächtnis haben

Mutter mit zwei Kleinkindern, alle schauen nach unten
kleine familie © Grischa Georgiew - www.fotolia.de

Natürlich gehört das Lügen nicht zu den Tugenden, dennoch ertappt sich fast jeder Mensch bei kleineren und größeren Täuschungsmanövern. Die Fähigkeit, die Unwahrheit zu erzählen und dabei möglichst glaubhaft zu sein, entwickeln wir schon im Kindesalter.

Wie gut oder schlecht Kinder lügen können, hängt dabei von der Leistung ihres Erinnerungsvermögens ab. Zu diesem Schluss kommt eine aktuelle Studie.

Forscher testen sechs- bis siebenjährige Kinder

Die Forscher hatten mit Jungen und Mädchen gearbeitet, die zwischen sechs Jahren und sieben Jahren alt waren. Man saß mit jedem Kind in einem Raum und erklärte ein Spiel. Dabei ging es darum, dass die Versuchsleiter Fragekarten hatten und die Kinder versuchen sollen, die richtige Antwort zu geben.

Die Forscher sagten den Jungen und Mädchen auch, dass die richtige Antwort auf der Rückseite der Karte zu sehen ist; zum Beispiel das Bild einer bekannten Comicfigur. Unter einem Vorwand gingen die Versuchsleiter während des Spiels aus dem Raum und verfolgten über eine versteckte Kamera, welches Kind die Chance nutzte und sich die Karte anschaute, obwohl das zuvor als Verbot genannt wurde.

"Gute" Lügner lassen sich nicht hereinlegen

Die Forscher betraten dann wieder den Raum und fragten jedes Kind, ob es nachgeschaut hatte. Viele logen und gaben an, brav gewesen zu sein, obwohl sie die Karte sehr wohl genommen hatten.

Die Wissenschaftler stellten nun zwei Fangfragen und versuchten so, die Kinder zu "überführen". Schlechte Lügner fielen darauf rein und beantworteten mindestens eine Frage so, dass man sie ertappen konnte. "Gute" Lügner dagegen ließen sich nicht hereinlegen.

Dabei zeigten die weiteren Untersuchungen, dass die erfolgreichen Lügner ein besseres verbales Gedächtnis hatten. Sie konnten sich alle Informationen besser merken und daher ein erfolgreiches Lügengerüst aufbauen. Nur wer den Überblick über die Tatsachen und die eigene Geschichte behält, kann überzeugend lügen.

Fantasievolle Kinder sind keine Lügner

Ein Baby und drei kleine Kinder Kopf an Kopf auf dem Rücken liegend
happiness child 2 © Tatyana Gladskih - www.fotolia.de

Kinder im Vorschulalter können Einbildung und Realität noch nicht auseinander halten. Eltern sollen fantasievoll flunkernde Kinder deshalb nicht als Lügner abstempeln, auch wenn die Kleinen dadurch manchmal Fehlverhalten vertuschen wollen, rät die Apothekenzeitschrift BABY und die ersten Lebensjahre.

Der Psychologe Walter-Karl Pfeifer, Referent der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung, weist auch darauf hin, dass Kinder den lockeren Umgang mit der Wahrheit zumeist im Alltag bei Mama und Papa lernen. Denn die Kleinen sind aufmerksam und bekommen Ausflüchte und Notlügen der Erwachsenen natürlich mit. Sie begreifen zunächst den Unterschied zwischen Lüge und Wahrheit gar nicht.

Deswegen sollten Eltern Vorbild sein und Flunkereien vermeiden. Dann sind sie auch glaubwürdiger, wenn sie Lügen nicht unkommentiert durchgehen lassen. Ein vertrauensvolles Gespräch ohne Strafen ist immer der beste Weg, Kindern die Vorteile der Wahrheit nahe zu bringen.

Reaktionsvermögen verbessert sich

Spielt man mit dem fünfjährigen Kind Ball, so kann es diesen schon sicher fangen und wieder zurückwerfen. Das Kind kann mehrmals auf einem Bein hüpfen und problemlos Treppen im Wechselschritt steigen. Im Spiel mit anderen Kindern achtet das Kind nun darauf, was ihm gehört und ob ein anderes Kind damit spielen darf.

Beliebte Spiele

Besonders Rollenspiele wie "Vater-Mutter-Kind" sind nun äußerst beliebt, wobei das Kindergartenkind gerne in die Elternrolle schlüpfen möchte. Besonders gerne kaufen Kinder nun ein und wollen dann auch selbst bezahlen.

Auch Fantasiespiele gehören in diesem Alter dazu - diese bieten eine wichtige Basis für Vorstellungskraft, Flexibilität und Kreativität. Das Ausleben der Fantasie ist wichtig; Kinder können dadurch das verarbeiten, was sie tagsüber erlebt haben; mitunter sprechen sie dadurch auch über bestimmte Sorgen oder Wünsche.

Keine Sorge, wenn kleine Kinder sich Fantasiefiguren erfinden

Kleines Mädchen liegt mit Teddybär im Arm im Bett und schaut in Kamera
bedtime teddy bear © Anita P Peppers - www.fotolia.de

Auch wenn Erwachsene sie nicht sehen können: Fantasiegestalten begleiten viele Kinder durch den Alltag. Manche Eltern sorgen sich dann um das seelische Wohlergehen der Kleinen.

Zu Unrecht, berichtet das Apothekenmagazin Baby und Familie. Das Phänomen ist relativ häufig und völlig harmlos. Vor allem Kinder zwischen vier und fünf Jahren schaffen sich in ihrer Fantasiewelt zwei- und vierbeinige Freunde, Drachen, Kuscheltiere oder Puppen mit ganz besonderen Eigenschaften.

Die amerikanische Psychologie-Professorin Marjorie Taylor hat sich besonders mit diesem Phänomen befasst. Sie ist überzeugt, dass diese Kinder nicht etwa mit einem Realitätsverlust zu kämpfen haben, sondern nur ihren Alltag bunter gestalten. Gelassenheit ist dann erste Elternpflicht – und Zurückhaltung.

Oft beziehen die Kleinen ihre Eltern in das Als-Ob-Spiel ein. Aber sie möchten nicht, dass Erwachsene aktiv an der Entwicklung der Figuren Anteil nehmen. Das Copyright wollen die kleinen „Autoren“ nämlich gern selbst behalten.

Der unsichtbare Freund sitzt manchmal mit am Küchentisch - Wenn Kinder sich Freunde erträumen

Kleines Mädchen mit Armen auf Tisch stützt Gesicht auf Hände
sad child © Mat Hayward - www.fotolia.de

„Karlsson auf dem Dach“ ist eine Geschichte, in der es darum geht, dass sich ein Kind einen Freund ausdenkt. Diese alte Geschichte kommt nicht von ungefähr. Denn laut der US-amerikanischen Psychologieprofessorin Marjorie Taylor haben ungefähr 37 Prozent der unter Siebenjährigen einen Freund, der in der Realität nicht existiert.

Die Fantasiefiguren sind den ganzen Tag über präsent. Kinder haben ihre Rollenspiele, meist mit Autos, Plüschtieren, oder Puppen. Manche verinnerlichen dieses Spiel und "erfinden" einen Freund. Manche Kinder weisen diesem Freund einen eigenen Platz am Familientisch zu. Es ist ein sehr praktischer Freund, der für das Kind gefährliche Situationen übernehmen kann und keine Regeln einhalten muss.

Eltern müssen keine Angst haben, dass ihr Kind unnormal wäre, oder gar eine Schizophrenie entwickeln könnte, wenn es einen unsichtbaren Freund hat. Es gehört zu seiner Entwicklung dazu. Schließlich ist es Ausdruck seiner Phantasie.

Laut Studien entwickeln solche Kinder besonders viel Einfühlungsvermögen. Wenn das Kind will, dass Eltern mitspielen, können Sie sich ruhig darauf einlassen. Zuhören ist angesagt. Wer hinhört, weiß ob das Kind gerade Angst hat, oder was gerade in ihm vorgeht.

Spielerisch die Welt entdecken: Kinder brauchen Fantasie

Kleiner Junge liegt auf dem Bauch und schaut durch Holzbauklötze in Kamera
Junge mit Bauklötzen © Daniel Fuhr - www.fotolia.de

Schon Babys benötigen Spielzeug wie Rasseln und Kuscheltiere um sich mit ihnen zu beschäftigen und ihre Intelligenz durch Beobachtungen und Experimente zu trainieren. Für ältere Kinder ist es hingegen sehr wichtig, Freiräume zum Spielen zu erhalten und nicht ständig von den Eltern überwacht und bespaßt zu werden, erklären Psychologen. Selbst Langeweile ist für kleine Kinder eine gute Sache, denn so lernen sie, selbst aktiv zu werden und sich selbst zu motivieren, statt immer nur auf andere zu warten.

Die Fantasie ausleben können ist für die Entwicklung der Kinder besonders wichtig

Wichtig ist auch, dass Kinder ihre Fantasie ausleben dürfen statt reglementiert zu werden. So liebt fast jedes Kind Rollenspiele, in denen es beispielsweise als Arzt für seine Kuscheltiere auftritt und so einmal die andere Perspektive einnimmt, statt nur selbst Patient beim Kinderarzt zu sein. Je mehr das Kind selbst bestimmt, was es spielt und tut, umso eher wird es selbständig und lernt, die eigenen Sinne zu entwickeln.

Eltern sollten höchstens mit Vorschlägen zur Seite stehen und zum Beispiel Bastelmaterial zur Verfügung stellen. Warum die Ritterburg nicht selbst zusammenbauen statt fertig aus Plastik zu kaufen? Viele Kinder haben auch Spaß daran, leichte Haushaltstätigkeiten zu übernehmen. Selbst wenn es dann etwas langsamer geht, ist es doch sinnvoll, wenn sie früh lernen mit dem Staubsauger oder Bügeleisen umzugehen und einfache Mahlzeiten zu kochen.

Die meisten Kinder sind nun trocken

Die meisten Fünfjährigen benötigen nachts keine Windel mehr und werden wach, wenn sie zur Toilette müssen.

Wenn das Kind nachts noch nicht sauber ist

Für die meisten Kinder ist die Windelzeit schon lange Vergangenheit. Trotzdem kommt es nicht selten vor, dass ein Fünfjähriger zumindest nachts noch eine Windel benötigt. Diese Kinder schlafen oft so tief, dass sie nicht aufwachen, wenn ihre Blase voll ist. Oft schämen sich die Kinder vor ihren Freunden, wenn diese erfahren, dass sie nachts noch eine Windel brauchen.

Das nächtliche Sauberwerden kann man nicht erzwingen, aber durch einige Maßnahmen fördern. Dazu gehört, dass man das Kind aufwecken kann, wenn man selbst zu Bett geht. Eine drastischere Maßnahme ist eine "Klingelhose", die immer dann ein akustisches Signal von sich gibt, wenn sich die Blase entleert hat. Letztlich sind diese Maßnahmen jedoch häufig nicht nötig, so die Erfahrung der Kinderärzte.

Förderungsmöglichkeiten

Damit das Kind selbstständig werden kann, sollte es von den Eltern unterstützt werden. So kann man dem Kind jetzt ruhig schon einmal Geld geben und etwas einkaufen lassen. So bekommt das Kind frühzeitig einen Bezug zum Geld und ist auch noch mächtig stolz auf den eigenen Einkauf.

Trotzdem ist dies natürlich nur möglich, wenn der Nachwuchs gefahrlos zum Supermarkt gehen kann. Ansonsten haben die Kinder auch großen Spaß, wenn die Eltern zwar mitgehen zum Einkaufen, das Kind aber bezahlen darf.

Auch das Einbringen in den Haushalt sollte nun weiter und verstärkt angegangen werden. Auf diese Weise lernt das Kind, was es heißt, Pflichten zu übernehmen und Verantwortung zu tragen - zudem wird der Sinn für Gemeinschaft gestärkt.

Mitunter kommt in diesem Alter der Wunsch nach einem Haustier auf. Ob man diesem nachgehen möchte, muss jeder für sich selbst entscheiden; generell ist dieses Alter jedoch schon geeignet - solange man als Elternteil bei der Pflege noch fleißig mithilft.

Zuordnung von Formen und Farben erst im Alter von fünf Jahren möglich

Kleiner Junge spielt mit Holzbauklötzen auf weißem Boden
home games © olga demchishina - www.fotolia.de

Kinder können erst, wenn sie fünf Jahre alt sein, Formen und Farben richtig zuordnen und auch behalten, wie auch Forscher von der Universität in Madison feststellten.

So ist es nichts Ungewöhnliches, wenn kleine Kinder die Bäume blau oder auch das Gras rot malen. Bei der Studie mit vier- und fünfjährigen Kindern, sollten diese am Computer Formen und Farben, die sich änderten, erkennen. Wenn dabei zwei Formen eine andere Farbe annahmen, so haben dies die Vierjährigen nicht registriert, die fünfjährigen Kinder dagegen schon.

So geschieht es also erst im Alter von fünf Jahren, wo die verschiedenen Eindrücke beim Sehen auch richtig zugeordnet werden können und auch im Gedächtnis bleiben.

Grundinformationen und Hinweise zur Kinderentwicklung

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Quellenangaben

  • Bildnachweis: Group of kids having fun at birthday party © Petro Feketa - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: 4 Colored Stick Notes Colored Pins Mix © Jan Engel - www.fotolia.de

Autor:

Paradisi-Redaktion - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

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