30. Juni 2006
Hyperaktive Kinder reizen ihre Umwelt. Sie sind fortwährend in Bewegung, reagieren oft impulsiv und sind häufig unkonzentriert. Die Nerven der Eltern liegen blank und sie wissen sich selten zu helfen. Dabei versprechen unterschiedliche Therapieansätze eine Linderung der Hyperaktivität.
Etwa 5 Prozent der Kinder leiden am so genannten ADHS, der Aufmerksamkeits-Defizit und Hyperaktivitäts-Störung. Diese Störung nimmt im Säuglings- bis ins Erwachsenalter ihren Beginn und tritt überdurchschnittlich häufig bei Jungen auf.
ADHS lässt sich nach aktuellen Erkenntnissen auf eine fehlerhafte Informationsverarbeitung zwischen unterschiedlichen Gehirnabschnitten zurückführen. Als Folge dieser Störung können unterschiedliche Krankheitsbilder auftreten. Zu den Symptomen zählen Konzentrationsstörungen, Wahrnehmungsstörungen und Störungen der Gedächtnisbildung. Aber auch Hyperaktivität und damit einhergehendes Zappeln und das Unvermögen, länger stillzusitzen, sind typische Merkmale. Häufig können sehr impulsive Reaktionen wie spontane Wutausbrüche oder unangemessenes Verhalten hinzukommen; in anderen Fällen zieht sich der Betroffene völlig zurück und leidet an depressiven Verstimmungen und Angstzuständen.
Neue Forschungsberichte belegen, dass etwa die Hälfte der der ADHS-Fälle genetisch bedingt sind. Das Umfeld der betroffenen Kinder kann die Ausprägung dieser Erbanlagen abschwächend oder verstärken. Auch Faktoren wie Stress und Alkoholkonsum während der Schwangerschaft können die Entstehung von ADHS begünstigen.
Betroffene Kinder können und sollten behandelt werden, damit sie später erfolgreich einer Ausbildung nachgehen, soziale Kontakte pflegen und so ein relativ normales Leben führen können. Unterschiedliche Therapieansätze sollen eine individuelle Behandlung der Betroffenen ermöglichen. Nicht immer müssen dabei Medikamente zum Einsatz kommen. Eltern können sich an spezielle Beratungsstellen wenden. Dort wird man die Familie zunächst über die Ursachen des Fehlverhaltens aufklären und gegebenenfalls auch die Lehrer einbeziehen. In einem nächsten Schritt werden die unterschiedlichen Therapieansätze vorgestellt. ADHS ist nicht heilbar. Je früher die Eltern jedoch ihr hyperaktives Kind in Behandlung geben, desto besser können die Beschwerden der Störung gelindert werden. Eine Behandlung kann im Rahmen einer Verhaltenstherapie oder aber einer Psychotherapie erfolgen. Wesentlich für den Erfolg der Therapie ist eine regelmäßige Behandlung, die häufig über Jahre hinweg fortgeführt werden muss.
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