5. November 2009
Wenn Frühgeborene aus der Klinik entlassen werden, so ist das für Kind und Eltern ein aufregendes Ereignis.
Da die Eltern bereits schon in der Klinik in die Pflege mit eingebunden waren, sind sie bereits mit den pflegerischen Maßnahmen vertraut. In der ersten Zeit nach der Entlassung können bei Frühgeborenen noch Schwierigkeiten auftauchen wie Fütterungsprobleme, Ein- und Durchschlafschwierigkeiten, Unruhezustände und Probleme in der Entwicklung. Dafür brauchen die Eltern eine Unterstützung wie die Nachsorge der Hebamme, als Ansprechpartner den Kinderarzt und vielleicht auch eine ambulante Pflege.
Die Eltern haben nach der Entbindung und dem Klinikaufenthalt des Kindes eine anstrengende Zeit hinter sich, wichtig ist für alle Beteiligten, dass sie ihre Ruhe und Ausgeglichenheit wieder finden. Frühgeborene sind in der Regel schwächer und anfälliger als Normalgeborene und brauchen deshalb auch eine intensivere Pflege. Muttermilch gilt als die beste Ernährung für Frühgeborene, denn sie ist leicht verdaulich, hat alle wichtigen Nährstoffe und Antikörper, die vor Infektionen schützen. Die Eltern sollten für eine ruhige, entspannte und harmonische Atmosphäre sorgen. Jede Reizüberflutung wie ein zu hoher Geräuschpegel oder zu grelles Licht sollten sie vermeiden.
Frühgeborene sind in der Regel noch besonders wärmebedürftig, deshalb gilt es darauf zu achten ihren Wärmeorganismus zu schützen. Ihnen fehlt nicht nur die endgültige körperliche Reifung im Mutterleib, durch die frühe Geburt und den Klinikaufenthalt fehlt ihnen auch Geborgenheit und Nähe. Diese sollten sie in besonderem Ausmaß nach der Entlassung erfahren. Betroffene empfinden die häusliche Versorgung des Frühgeborenen unter Umständen auch als Belastung, weil sie sich Sorgen um die gesunde Entwicklung des Kindes machen. Auch da kann die Hebamme oder eine ambulante Kinderkrankenschwester helfen, indem sie auch Ansprechpartner für die Eltern sind. In der Klinik waren Eltern und Kind noch von der Gerätemedizin umgeben und fachkundigem Personal, zu Hause sind sie dann erstmal auf sich allein gestellt und müssen den Alltag meistern. Dies kann ein Gefühl der Unsicherheit geben, welches sich die Eltern aber auch zugestehen sollten. Der Alltag mit einem Frühgeborenen will gut durchstrukturiert sein, da es auch gilt viele Termine wahrzunehmen, zum Beispiel die klinische Nachsorge. Um den Eltern zur Seite zu stehen gibt es Frühfördereinrichtungen und Sprechstunden für Frühgeborene.
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