21. Juli 2010
Von Andreas Hadel
Wer jeden Tag am Esstisch in emsig schauende Kinderaugen blickt, kennt womöglich das Problem, den Besitzern jener Augen eine gesunde Ernährung anzugewöhnen. Wenn Möhren und Äpfel das fröhliche Kindergemüt in trotzige Dickköpfigkeit verwandeln, ist jeder Ratschlag gern willkommen.
Die Ernährungsexpertin Barbara J. Rolls von der Pennsylvania-State-University beschäftigte sich mit der Frage, wie gesundheitsbewusste Eltern das tägliche Drama am Esstisch vermeiden könnten.
Die Wissenschaftlerin und ihre Kollegen arbeiteten während ihrer Untersuchungen mit einer Gruppe von Kindern, die alle noch im Vorschulalter waren. Dabei machten sie die Beobachtung, dass die Kinder mehr Obst und Gemüse aßen, wenn man diese ihnen als ersten Gang einer Mahlzeit anbiete. Ganz ohne zu Murren griffen die hungrigen Vertreter der nächsten Erwachsenengeneration nach Äpfeln, Erdbeeren, Bananen und anderen vitaminreichen Früchten.
In der Praxis bedeutet dass, das man Kindern zunächst einen Salat oder eine Fruchtschale anbieten sollte, bevor man die eigentliche Mahlzeit serviert. So kann man den Nachwuchs auch auf elegante und äußerst diplomatische Weise davon abbringen, zu viel von extrem kaloriendichten Nahrungsmitteln wie Reis oder Nudeln zu essen. Wenn der Kinderbauch mit einer Banane gefüllt ist, bleibt der Sohnemann freiwillig bei nur einen Teller Spaghetti Bolognese. Geht man mit der Familie aus, kann man den Kellner bitten, zuerst einen Salat oder sautierten Spinat zu servieren, bevor die fettreichen Gerichte an den Tisch gebracht werden.
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